DFB

Krombacher Brauerei soll neuer DFB-Sponsor werden

Krombacher und der DFB – im Bild die Nationalmannschaft der Frauen – wollen ihre Zusammenarbeit offenbar ausbauen. Die Brauerei aus dem Siegerland löst dabei  Bitburger ab.

Krombacher und der DFB – im Bild die Nationalmannschaft der Frauen – wollen ihre Zusammenarbeit offenbar ausbauen. Die Brauerei aus dem Siegerland löst dabei Bitburger ab.

Foto: Archiv/dpa

Kreuztal/Frankfurt.   Die Krombacher Brauerei und der Deutsche Fußball-Bund verhandeln über eine Kooperation. Das Kreuztaler Unternehmen wird wohl Bitburger ersetzen.

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Die Stimme des Sprechers voller Pathos, der Slogan des Werbespots eingängig: „Deutschland feiert mit dem Bier unserer Nationalmannschaft. Und ihrer Fans. – Bitte ein Bit.“ Dazu Bilder jubelnder Nationalspieler und begeisterter Fußballfans.

Das ist spätestens Ende des Jahres vorbei. Abpfiff. Keine Vertragsverlängerung. Die Bitburger Brauerei beendet die Zusammenarbeit mit dem Deutschen-Fußball-Bund (DFB) nach etwas mehr als einem Vierteljahrhundert. Nachfolger soll die Krombacher Brauerei aus Kreuztal werden.

Krombacher soll neuer DFB-Partner werden

„Noch ist nichts spruchreif“, sagt zwar der Sprecher der Privatbrauerei, Franz-Josef Weihrauch, auf unsere Nachfrage. Die Gespräche zwischen DFB und dem Siegerländer Familienunternehmen scheinen aber auf einem guten Weg zu sein und eine Einigung mehr als wahrscheinlich.

In „vier bis sechs Wochen“, so heißt es, sollen die Verhandlungen beendet und könnte der Vertrag unterschrieben sein. Damit würde die Privatbrauerei aus Kreuztal-Krombach in die Riege der „Premium-Partner“ des DFB einsteigen.

DFB unterscheidet seine Sponsoren in drei Kategorien

Der DFB unterscheidet seine Unterstützer in drei Kategorien. Was diese Einteilung in einen ­Generalsponsor sowie je sechs ­Premium-Partner und Partner konkret bedeutet und zu den Inhalten der jeweiligen Kooperationen wollte DFB-Sprecher Ralf Köttke auf Nachfrage keine ­Details nennen.

Generalsponsor ist zur Zeit der Stuttgarter Autobauer Mercedes Benz. Dahinter folgen aktuell sechs „Premium-Partner“: Neben der Bitburger Brauerei sind das die Commerzbank, die Deutsche Post, der Getränkekonzern Coca-Cola, die Deutsche Telekom und der Softwareentwickler SAP.

Nach Bittburger: Auch Deutsche Post droht als Unterstützer abzuspringen

Die Brauer aus der Eifel haben ihren Rückzug bereits vor der völlig verkorksten Weltmeisterschaft in Russland im Sommer bekannt gegeben. Seit Sonntag gibt es Medienberichte, nach denen auch die Deutsche Post aussteigen will: Der Bonner Konzern hat im Zuge von Sparmaßnahmen wohl das Engagement auf den Prüfstand gestellt; Post-Chef Frank Appel will sparen.

Nach zuletzt wenig glanzvollen Auftritten der Nationalmannschaft hat der DFB damit ein weiteres Problem: Ihm gehen Unterstützer verloren; der Verband muss in einer nicht von Euphorie getragenen Situation neue Geldgeber und Unterstützer suchen. Und finden.

Krombacher Brauerei bereits im Sport tätig

Die Krombacher Brauerei ist bereits im Fußball präsent – und zwar in der Bundesliga. Beim VfB Stuttgart (Exklusivpartner, aber nicht Hauptsponsor) sowie bei Eintracht Frankfurt (Premiumpartner). Seit dieser Saison auch beim Traditionsclub 1. FC Kaiserslautern, der aktuell in der Dritten Liga kickt.

Das Engagement im Sport geht noch weiter: Die Siegerländer präsentieren beim Privatsender RTL seit Jahren die Formel 1 und unterstützen bundesweit etliche Laufveranstaltungen (unter anderem die großen Marathons in Hamburg und Frankfurt) mit ihren alkoholfreien Biergetränken. Insofern passt ein Einstieg beim DFB. Allerdings geht es wohl nicht um einen 1:1-Ersatz von Bitburger.

Einstelliger Millionenbetrag

Über vertragliche Details (Ausschank- und Werberechte) und das Volumen machen beide Seiten noch keine Angaben; nach unseren Informationen soll es um einen einstelligen Millionenbetrag gehen.

Während die Krombacher Brauerei gegen den Markttrend wachsen konnte, stagniert bei Bitburger seit Jahren laut Branchenangaben der Bierausstoß (siehe Info-Box oben). Das Unternehmen aus der Eifel hat nach eigenen Angaben daher bereits Anfang 2017 die strategische Entscheidung getroffen, künftig bei Werbemaßnahmen das eigene Produkt „noch stärker in den Vordergrund“ stellen zu wollen, und hat den Ende dieses Jahres auslaufenden Vertrag mit dem DFB, der letztlich auf das Jahr 1992 zurückgeht, nicht mehr verlängert.

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