Brand-Katastrophe

Landgericht Dortmund weist Schmerzensgeld-Klage gegen KiK ab

Pakistanische Textilarbeiter haben das Unternehmen KiK verklagt.

Pakistanische Textilarbeiter haben das Unternehmen KiK verklagt.

Foto: Rehan Khan / dpa

Dortmund.   Das Landgericht Dortmund hat die Schmerzensgeld-Klage von vier Pakistani gegen den Textildiscounter KiK am Donnerstagmittag abgewiesen.

Das Landgericht Dortmund hat die Schmerzensgeld-Klage von vier pakistanischen Betroffenen eines Fabrikbrandes im Jahr 2012 gegen den Böner Textildiscounter KiK wegen Verjährung abgewiesen. Mit der Entscheidung hatten beide Seiten gerechnet.

Das Verfahren sollte nach pakistanischem Recht geführt werden, nachdem Ansprüche aber spätestens nach zwei Jahren hätten gestellt werden müssen. Die Klage wurde aber erst im Frühjahr 2015 eingereicht, rund ein halbes Jahr zu spät.

Frage nach Verantwortung westlicher Unternehmen bleibt unbeantwortet

Damit bleibt die Frage nach der Verantwortung westlicher Unternehmen für die Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern in Billiglohnländern vorerst ungeklärt. Aus Sicht der Organisation European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), die die Kläger vertritt, habe sich KiK in die Verjährung geflüchtet und so eine Grundsatzklärung verhindert.

Das Unternehmen, das freiwillig für Hinterbliebene bereits über sechs Millionen US-Dollar in einen Fonds gezahlt hat, sieht dies anders und fordert eine europäische Gesetzgebung, die die Verantwortlichkeiten grundsätzlich für alle Unternehmen klärt.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben