CDU-Kreisparteitag

Friedrich Merz will AfD-Wähler für CDU zurückgewinnen

Mit 17 Jahren trat Friedrich Merz in die CDU ein und machte Karriere bis er von Angela Merkel von seinem Posten als Chef der Bundestagsfraktion 2004 verdrängt wurde. Jetzt will der 63-Jährige Merkel beim Bundesvorsitz beereben, den sie am 7. Dezember in Hamburg abgeben will.

Mit 17 Jahren trat Friedrich Merz in die CDU ein und machte Karriere bis er von Angela Merkel von seinem Posten als Chef der Bundestagsfraktion 2004 verdrängt wurde. Jetzt will der 63-Jährige Merkel beim Bundesvorsitz beereben, den sie am 7. Dezember in Hamburg abgeben will.

Foto: Rolf Vennenbernd

Arnsberg.   Friedrich Merz ruft das Ziel aus, für die CDU „mindestens die Hälfte“ der zur AfD abgewanderten Wähler zurückzugewinnen.

Friedrich Merz hat bei seinem Comebackversuch auf dem Weg an die Spitze der CDU viel Rückenwind aus seiner Sauerländer Heimat erhalten. Beim CDU-Kreisparteitag Hochsauerland am Samstag in Arnsberg sprach Merz darüber, mit welcher Strategie er als Bundesvorsitzender den zuletzt in Umfragewerten und bei Wahlen geschwächten Christdemokraten zu alter Stärke bei neuem Erscheinungsbild verhelfen will. Er stellt seine Bewerbung um die Spitzenfunktion unter das Motto ­„Aufbruch und Erneuerung“. „Ich will, dass die CDU die modernste Partei in Deutschland wird“, sagt Merz. Selbstverständlich als Volkspartei.

Dazu sei es notwendig, neue Antworten auf die neuen Fragen der jüngeren Generation und deren Interesse an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu finden. Dabei müsse die CDU, wenn nötig, auch über den Partei-Tellerrand schauen. „Es könnte ja sein, dass die Anderen auch einmal recht haben.“

Merz übt einen Spagat, um auf dem Weg zum Parteivorsitz möglichst viele mitzunehmen. Er spricht sich deutlich für einen durchsetzungsstarken Rechtsstaat aus, in dem etwa kriminellen Familienclans die Grenzen aufgezeigt werden müssten. Merz ruft das Ziel aus, „wenigstens die Hälfte der AfD-Wähler zurückzuholen“, die die CDU zuletzt in diese Richtung verloren hat, weil sie ihnen keine politische Heimat mehr gewesen sei. Er fordert – wie schon zu seinen aktiven Zeiten im Bundestag – ein Einwanderungsgesetz nach den Bedürfnissen der bundesdeutschen Gesellschaft und nicht etwa den Wünschen von Zuwanderern.

Seine Mitbewerberin um den Parteivorsitz, die Saarländerin Annegret Kamp-Karrenbauer, soll im Fall seines Wahlerfolges weiter eine „Rolle an oberster Stelle in der CDU einnehmen“. Der Idee einer Doppelspitze erteilt er mit einem klaren „Nein“ eine Absage. Kanzlerin Angela Merkel versichert er eine faire und anständige Zusammenarbeit. Medienberichte über ihn als „Anti-Merkel“ seinen „allesamt dummes Zeug.“

Leserkommentare (19) Kommentar schreiben