Bundestagswahl

FDP in Südwestfalen stark – CDU unter 50-Prozent-Marke

Svenja Schulze, SPD-Generalsekretärin, und Parteichef Michael Groschek müssen nun beraten, wie es weitergehen kann.

Svenja Schulze, SPD-Generalsekretärin, und Parteichef Michael Groschek müssen nun beraten, wie es weitergehen kann.

Foto: imago stock

Hagen.   Die Bundestagswahl hat die politische Landkarte Südwestfalen neu gefärbt – und manches Leben verändert. Eine Übersicht.

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Südwestfalen ist im 19. Deutschen Bundestag mit 14 Abgeordneten vertreten. Zu den sieben direkt gewählten Kandidaten sind weitere sieben über die Landesliste eingerückt. Bis in den Morgen des Tages nach der Wahl musste der Briloner Dirk Wiese (SPD) um den Wiedereinzug ins Parlament bangen. Am Ende reichte Listenplatz 13. Ebenfalls über die Liste gekommen sind Wolfgang Hellmich (SPD, Bad Sassendorf), Sylvia Gabelmann (Linke, Siegen) Carl-Julius Cronenberg (FDP, Arnsberg), Katrin Helling Plahr (FDP, Hagen), Johannes Vogel (FDP, Köln, Wahlkreis 149 Olpe – Märkischer Kreis) und Berengar Elsner von Gronow (AfD, Soest).

Auch der Iserlohner Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der Jungen Union, hat sein Mandat der Liste zu verdanken; angetreten ist er im Wahlkreis Herne – Bochum II. Er ist einer von sechs südwestfälischen Neulingen, die wir hier mit kurzen Steckbriefen vorstellen. Dagegen hat das schwache Abschneiden der Union bundesweit die Hagenerin Cemile Giousouf ihr Mandat gekostet: Listenplatz 24 war am Ende nicht gut genug.

Auch in ihren alten Hochburgen im ländlichen Südwestfalen hat die CDU in der Wahlnacht starke Verluste hinnehmen müssen. Mehr als 50 Prozent der Zweitstimmen hat sie lediglich noch in Drolshagen, Eslohe, Medebach und Wenden bekommen; hat aber auch dort etwa 9 Prozent der Stimmen eingebüßt. In Hallenberg sind die Christdemokraten um 13,4 % abgestürzt. Dort hat die SPD nur 1,3 Prozentpunkte eingebüßt – und liegt nun bei 15,5 % der Zweitstimmen.

Doch auch in Gebieten Südwestfalens, in denen sie früher stark war, hat sie ihre Dominanz verloren: Im Ennepe-Ruhr-Kreis liegt sie nur in Gevelsberg vorn; in Ennepetal und Schwelm sind die Sozialdemokraten auf Platz zwei gelandet.

Noch über dem Bundes- und Landesdurchschnitt ist die FDP vielerorts in der Region: mit 17,5 % in Hallenberg, 16 % in Eslohe – also dort, wo die CDU stark verloren hat. In Drolshagen sind die Liberalen mit 15,56% zweitstärkste Kraft und liegen vor der SPD. Schwach in Südwestfalen sind die Grünen mit Stimmergebnissen unter Bundes- und Landesdurchschnitt und vielerorts hinter den Linken. Die AfD hat zwar zugelegt, kommt aber auch mit den stärksten Ergebnissen in Hagen (12,8 %), Hemer (12,6 %) und ­Iserlohn (12,4 %) nur knapp an das bundesweite Ergebnis von 12,9% heran. Dennoch: Auch in ­Südwestfalen hat die Partei überall weit mehr als 100 Prozent gegenüber der Wahl 2013 zugelegt.

Unterdessen wird das Wahlergebnis in Düsseldorf aufgearbeitet. Die Sozialdemokraten stehen in NRW wie im Bund vor einem Scherbenhaufen. Die Aufräumarbeiten dürften Monate dauern. Gelegenheit zur „schonungslosen Analyse“ bietet eine Klausur des SPD-Landesvorstandes am Samstag in Neuss. Den 40 Genossen dürften dann die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung vorliegen. Landesparteichef Michael Groschek und Generalsekretärin Svenja Schulze haben Mails an 50 000 von 111 000 Mitgliedern in NRW geschickt mit der Bitte „Sag uns, was Dich bewegt!“

Ministerpräsident und CDU-Landeschef Armin Laschet kritisierte die frühe Absage der SPD an eine Regierungsbeteiligung. Innerlich hat er sich jedoch darauf eingestellt, dass er in Berlin den Weg zu einem Jamaika-Bündnis mitebnen muss. Intern muss Laschet nach dem schlechten Ergebnis der NRW-CDU Aufbauarbeit leisten.

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