Konjunktur

Die Lage ist gut, aber Trump und der Brexit machen Sorgen

Egbert Neuhaus ist Geschäftsführer von Wesco in Arnsberg und Vorsitzender des Unternehmensverbands Westfalen Mitte.

Egbert Neuhaus ist Geschäftsführer von Wesco in Arnsberg und Vorsitzender des Unternehmensverbands Westfalen Mitte.

Foto: Ralf Rottmann

Arnsberg.   Konjunkturumfrage für Westfalen-Mitte: Mit Neueinstellungen und mehr Lehrstellen gegen den Fachkräftemangel.

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Wenn manche Wirtschaftsprognostiker, vermutlich beeinflusst von der negativen Börsenentwicklung der vergangenen Monate, von einer nahenden Rezession unken, kann sich Egbert Neuhaus nur wundern: „Das Glas ist zur Zeit voll. Es könnte allerdings sein, dass es im Laufe des Jahres nur noch halb voll ist.“ Richtig pessimistisch klingt das nicht. Und der Vorsitzende des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte, zu dem der Hochsauerlandkreis und der Kreis Soest gehören, gibt damit nicht nur seine eigene Auffassung wieder, sondern die von 137 Betrieben mit über 50.000 Beschäftigten, die sich an der Konjunkturumfrage 2018/19 beteiligt haben.

Nach der machen derzeit 96 Prozent gute oder befriedigende Geschäfte. Und auch in den kommenden sechs Monaten erwarten dies noch knapp 80 Prozent. 20 Prozent allerdings nicht.

Wesco-Chef Neuhaus nennt die Gründe: „Die Unsicherheit über den Brexit und den Handelsstreit zwischen China und den USA sowie die unberechenbare Politik des amerikanischen Präsidenten machen Sorge. Die Wirtschaft braucht verlässliche Rahmendaten.“ Doch auch im Inland lauerten Risiken. Die CO2-Diskussion bedrohe die Autoindustrie und ihre Zulieferer, die Energiewende scheine „fürchterlich gegen die Wand zu laufen“, nach dem „planlosen Ausstieg aus der Atomindustrie“ drohe nun der Ausstieg aus der Kohleverstromung. „Aber wir brauchen die Kohle für die Grundlast“, betont Neuhaus.

Eine äußerst positive Entwicklung zeichnet sich bei den Beschäftigten ab: 44 Prozent der Unternehmen stockten ihre Belegschaft im vergangenen Jahr auf, weitere 25 Prozent planen Neueinstellungen. Gleichfalls 25 Prozent wollen 2019 zusätzliche Ausbildungsstellen einrichten. „Einen so hohen Wert hatten wir noch nie“, freut sich Neuhaus. Die Ursache dürfte die gleiche sein wie bei den Neueinstellungen: „Die Unternehmen bemühen sich, dem Fachkräftemangel rechtzeitig entgegenzuwirken.“

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