Karneval

Blauer Himmel beim Veilchendienstagszug in Attendorn

Veilchendienstagszug 2018 in Attendorn

Der größte Karnevalszug Südwestfalens zieht bei Sonnenschein durch Attendorn. Tausende Besucher schunkeln am Straßenrand.

Der größte Karnevalszug Südwestfalens zieht bei Sonnenschein durch Attendorn. Tausende Besucher schunkeln am Straßenrand.

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Attendorn.   Blauer Himmel, Sonne und wärmer als befürchtet: Bessere äußere Bedingungen gab es lange nicht mehr beim Veichendienstagszug in Attendorn.

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Kattfiller, die aus der Verbindung von einem Olper Prinzen mit dem Attendorner Karneval über ein schlechtes Omen fürs Wetter geunkt hatten, wurden gestern eines Besseren belehrt. Prinz Christian II. (Middel) ist Schütze, kommt aus der Kreisstadt, aber er kann Wetter! Blauer Himmel, Sonne und deutlich wärmer als befürchtet: Bessere äußere Bedingungen gab es lange nicht mehr beim Veichendienstagszug.

Die inneren Bedingungen sind bei den Besuchern des Straßenkarnevals sowieso immer gut, aber, wenn sich niemand den Himmel über Kattfilleria blau trinken muss, ist alles noch etwas besser.

Die nach Angaben der Polizei 25 000 Besucher bekamen unter dem Motto: „Für Frohsinn brauchen wir nicht viel, Kokolores ist das Ziel“ eine Menge geboten. Super: Der Motivwagen der Gruppe „Wir sind Wir“, die unter der Überschrift „Make Atombombe great again“ Kim Jong Un, Donald Trump, Vladimir Putin und Ajatollah Ali Chamene’i (Iran) auf eine Rakete setzen, die mit einer mittelalterlichen Armbrust abgefeuert wird. Steinzeitpolitik mit modernsten Waffen.

Das Veggie-Schnitzel

Auf der Höhe der Zeit mal wieder die Pfadfinder aus Ennest: „Kommt nur Gemüse ins Futter rein, gibt’s Veggie-Schnitzel auch vom Schwein“ versprechen sie, verzichten auf einen Trecker und ziehen ihr gigantisches, rosa Schwein von Hand durch die teils engen Gassen Attendorns. Besonders auffällig auch das Müllmonster, das die Mooskämper durch die Stadt treiben: Mit „Ob Tonne voll oder auch leer, einer ist bald müllionenschwer“, verbreiten sie die Erkenntnis, dass man mit Dreck auch Millionen verdienen kann.

Einen Stich in Richtung Attendorner Schützengesellschaft setzen die Wagenbauer vom SV 04: „Archäologen staun’ nicht schlecht, der Semmel aus 1111 ist echt.“ Ihr Wagen zeigt einen der aus Münster angereisten Wissenschaftler mit Stielaugen, als der aus den tiefen Schichten des ehemaligen Kemmerich-Grundstücks eine echte Ostersemmel aus dem Jahr 1111 in Händen hält. Diese Semmel beweist: Die KG Attendorn ist älter als der Schützenverein, der ja gerade mal kurz vor seinem 800-jährigen Jubiläum steht.

Die KG Neuenhof hat mit ihren Motivwagen geschafft, woran der Landesbetrieb Straßen in Siegen monatelang gescheitert ist: Ein hübsches, kleines Brückchen, das Vertrauen erweckt: „Das Warten ist vorbei - der Weg nach Olpe ist bald frei“, lautet das Motto.

Das Beste kam in diesem Jahr natürlich wieder zum Schluss. Unter Nr. 73, vermerkt das Zugprotokoll lakonisch „Wagen mit Personen“. Wagen Nr. 73 ist der Elferratswagen und besetzt, wie Zug-Kommentator Dieter Auert betont, „mit den schönsten Männern Attendorns.“ Dieter Auert ist schon seit so vielen Jahren dabei, er hat so viel gesehen, wenn einer das beurteilen kann, dann er.

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