Video-Talk/ Folge 100

Weltärztebund-Chef Montgomery verlangt den totalen Lockdown

Lesedauer: 3 Minuten

19 – die DUB-Chefvisite / Folge 100

19 – die DUB-Chefvisite / Folge 100

Weltärztebund-Chef Montgomery verlangt den Total-Lockdown. Kontakte sollen unterbunden werden, bis Inzidenz unter 30 ist.

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Essen.   Im Videocast: Ärztefunktionär fordert, dass Kontakte unterbunden werden, bis Inzidenz unter 30 ist. Ärger über Zerstörung von AstraZeneca-Ruf.

Einen absoluten Lockdown in Deutschland mit umfassender Kontaktvermeidung fordert der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery in der 100. Folge unseres Videocasts "19 - die DUB-Chefvisite" . „Man darf nicht über Lockerungen reden, sondern darüber, wie wir das exponentielle Wachstum wieder einfangen“, so Montgomery mit Blick auf die laufende dritte Pandemiewelle. „Wir müssen unsinnige Kontakte unbedingt vermeiden – es ist nicht die Zeit für Partys im Park“, lautet der Appell des Mediziners. Die Leute sollten strikt zu Hause bleiben, bis der Inzidenzwert sinkt, „am besten deutlich unter 30“.

Nur noch Lebensmitteleinkauf und Gassigehen

In diesem Total-Lockdown-Szenario wären nur noch Lebensmitteleinkäufe, Gassigehen oder Individualsport im Freien erlaubt. Und auch dabei sollten FFP2-Masken getragen werden. Montgomery kritisierte den „Irrsinn“ der Ministerpräsidenten, die die Lockdown-Maßnahmen zu früh gelockert hätten. Jetzt sei „konsequente politische Führung“ gefragt.

Ärger über Söders Flapsigkeiten

Zugleich ist für Montgomery klar: „Impfen ist das einzige, das hilft.“ Er kritisierte daher scharf den „flapsigen Satz“ des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), dass den seit gestern nur noch für Über-60-Jährige empfohlene Impfstoff von AstraZeneca weiter nutzen könne, „wer sich’s traut“. Diesen Satz müsse Söder „wieder einfangen“, forderte Montgomery. Er beklagte das „Informations-Chaos“ rund um AstraZeneca, das das Vertrauen der Bevölkerung zerstört habe.

Dadurch sei dieser Impfstoff „nicht wissenschaftlich, aber aus Kommunikationssicht verbrannt“. Dabei bilde er mit einem Anteil von einem Viertel „das Rückgrat der deutschen Impfkampagne“.

Hoffnung ruht auf Sputnik V

Hoffnung setzt Montgomery auf den russischen Impfstoff Sputnik V. Dieser könne „der Retter für die Leute sein, die ihre erste Impfung mit AstraZeneca hatten und die zweite damit jetzt nicht mehr wollen“. Beide Präparate sind Vektorimpfstoffe, fußen also auf derselben Technologie. Dennoch sollte die europäische Arzneimittelbehörde EMA in der laufenden Zulassung von Sputnik V „ein geregeltes Verfahren durchhalten“, mahnte Montgomery. Die Russen hätten lange Erfahrung mit der Produktion von Impfstoffen, er halte das Präparat für gut. Aber: „Das muss Sputnik V beweisen, bevor wir ihn an den Menschen lassen.“ Auch Altbundeskanzler Gerhard Schröder hatte sich jüngst in der Chefvisite für den russischen Impfstoff stark gemacht.

19 – die DUB-Chefvisite / Folge 93
19 – die DUB-Chefvisite / Folge 93

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Donnerstag, den 1. April: Stefanie Berk, Marketingvorstand bei der Fernverkehrssparte der Deutschen Bahn. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de

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