Industriekultur

Route der Industriekultur macht sich fit für die Zukunft

Der Gasometer in Oberhausen zählt zu den beliebtesten Ankerpunkten der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet.

Der Gasometer in Oberhausen zählt zu den beliebtesten Ankerpunkten der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Route der Industriekultur feiert 20. Geburtstag und die Besucherzahlen steigen jedes Jahr. Trotzdem muss die touristische Themenstraße sparen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Im Grunde sind sie bei der Ruhrtourismus GmbH (RTG) ja aus dem Feiern kaum herausgekommen im fast abgelaufenen Jahr. Die „Route Industriekultur“ wurde 20, zwei ihrer größten Attraktionen, der Landschaftspark Duisburg-Nord und der Gasometer Oberhausen, feierten 25-jähriges Bestehen. Und vor 40 Jahren öffnete der Landschaftsverband Westfalen-Lippe das erste Industriemuseum der Region. Was für RTG-Geschäftsführer Axel Biermann nur einen Schluss zulässt: „Industriekultur ist eine Erfolgsgeschichte.“

Und Biermann hatte am Dienstag im Peter-Behrens-Bau in Oberhausen auch Zahlen parat, um seine Behauptungen zu belegen. Kamen im ersten Jahr noch 2,4 Millionen Besucher zu den 25 sogenannten „Ankerpunkten“, waren es 2017 nach Zählungen des „Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr“ knapp 7,3 Millionen.

17 Prozent der Besucher bleiben über Nacht

Mehr als die Hälfte davon sind Tagesreisende, etwa ein Drittel Einheimische, knapp 17 Prozent blieben über Nacht. Im Schnitt gab jeder Besucher knapp 40 Euro pro Tag aus, was für einen Bruttoumsatz von rund 285 Millionen Euro sorgte. Und in den letzten beiden Jahren, sagt Biermann, seien die Zahlen weiter nach oben gegangen.

Alles gut also, wäre nicht am 30. November die Förderung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zu Ende gegangen, die der Route der Industriekultur in den vergangenen drei Jahren 2,7 Millionen Euro bescherte. Mitte 2020, vielleicht auch erst 2021 könnten neue Mittel fließen. So viel wie es zuletzt war, wird es aber nicht mehr werden. Biermann will beim Marketing sparen, die Industriekultur aber gleichzeitig „neu definieren“ – auch mit Hilfe der digitalen Welt. „Um auch junge Menschen zu erreichen.“

Werbung in den sozialen Netzwerken

Auf Social-Media-Angeboten wie Facebook, Instagram oder Pinterest will man werben, moderne Technik wie Augmented- oder Virtual Reality soll für ganz neue Erlebnisse vor Ort sorgen. Ein Anfang ist mit „Perspektivwechsel“, einer App für Smartphones bereits gemacht. Der digitale Reiseführer erzählt an ausgewählten Ankerpunkten, die Geschichte der Region aus Sicht von fiktiven aber ganz typischen Protagonisten aus vergangenen Zeiten.

Zur neuen Technik soll es neue Veranstaltungsangebote für jüngeres Publikum geben. „Aber ohne dass die Standorte dabei als reine Kulisse missbraucht werden.“ Ganz im Gegenteil: „Die Genese der einzelnen Industrie-Denkmäler wird immer eine wichtige Rolle spielen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben