Prozess

Mutter soll ihre kleinen Söhne sexuell missbraucht haben

Die 39 Jahre alte Angeklagte, hier am Donnerstag neben ihrem Verteidiger Wilfried Steinhage, schweigt zu dem Vorwurf, ihre Söhne sexuell missbraucht zu haben.

Die 39 Jahre alte Angeklagte, hier am Donnerstag neben ihrem Verteidiger Wilfried Steinhage, schweigt zu dem Vorwurf, ihre Söhne sexuell missbraucht zu haben.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Dortmund.  In Dortmund steht eine 39-Jährige vor Gericht. Sie soll als alleinerziehende Mutter ihre kleinen Söhne sexuell missbraucht haben.

Sie will nichts sagen, auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt. Vor dem Dortmunder Landgericht muss sich die 39-Jährige seit Donnerstag verantworten, weil sie ihre zu Beginn der mutmaßlichen Taten sechs und vier Jahre alten Söhne sexuell missbraucht haben soll. Tatort soll in allen neun angeklagten Fällen die Dortmunder Wohnung der alleinerziehenden Mutter gewesen sein.

Die Masse der Fälle sexuellen Missbrauchs betrifft immer noch Männer, die sich an Kindern vergehen. Und wenn Frauen für diese Delikte angeklagt werden, spielt oft ein Mann eine Rolle. Etwa in einem groß angelegten Ermittlungsverfahren der Essener Staatsanwaltschaft. Da hatte ein Tennislehrer Beziehungen zu vielen Frauen aufgebaut und nach ersten sexuellen Kontakten verlangt, dass diese auch ihre Kinder einbeziehen sollten. Die meisten folgten seinem Wunsch. Zahlreiche Frauen, aber auch der Tennislehrer selbst, sind bereits verurteilt worden.

Oft geht es um Geld für Kinderpornos

Oder die 38-Jährige, die seit August in Dortmund vor Gericht steht. Sie soll ihre drei minderjährigen Kinder bei sexuellen Handlungen auf Wunsch eines Mannes aus Hamburg gefilmt haben. Oft geht es in diesen Fällen auch um Geld, das mit Kinderpornographie zu verdienen ist.

Im Fall der seit Donnerstag in Dortmund vor Gericht stehenden Frau ist das laut Anklage nicht der Fall, kein Mann scheint im Spiel zu sein. Von ihrem Ehemann lebte die Frau bereits getrennt, als es zwischen dem 1. Mai 2011 und dem 24. Oktober 2013 zu den Missbrauchsfällen gekommen sein soll.

Vielzahl anderer Fälle

Es hört sich an, als ob die Mutter in ihren Jungen, sechs und vier Jahre alt, tatsächlich Sexualpartner gesehen hätte. Mal steigt sie laut Anklage zu den Kindern in die Badewanne, vergeht sich dort an ihnen. Mal soll es im Kinderzimmer zu sexuellen Handlungen gekommen sein, mal im Wohnzimmer, wenn die Söhne Fernsehen guckten. Die neun Fälle, die angeklagt sind, stellen wohl nur die Spitze eines Eisbergs dar. Es habe noch eine Vielzahl weiterer Fälle gegeben, heißt es am Donnerstag, sie hätten sich nur nicht konkret genug für eine Anklage darstellen lassen.

Es war wohl kein einfaches Zusammenleben der Familie in Dortmund. Das Jugendamt hatte wegen Überforderung der Mutter einen Blick auf sie. Der ältere Junge kam später in eine Pflegefamilie, dann in eine Wohngruppe. Dort erzählte er einer Betreuerin, dass sein kleiner Bruder und er missbraucht worden seien. Ermittlungen der Polizei setzten ein, der kleine Bruder bestätigte die Angaben des Älteren.

Die Söhne leben nicht mehr bei der Mutter. Sie selbst hat Dortmund verlassen, lebt mittlerweile in einer Stadt im westlichen Münsterland. In Untersuchungshaft sitzt sie nicht. Die Anklage ist schon älter, stammt aus dem Jahre 2018. Wegen dringender Haftsache hatte die 31. Dortmunder Jugendschutzkammer die Verhandlung bislang nicht terminiert. Sechs weitere Sitzungstage sind angesetzt.

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