Prozess

Mordkomplott gegen Lehrer - Ein Schüler bestreitet den Plan

Bereit für den Prozess: Die Gerichtskammer betritt den Gerichtssaal im Landgericht in Dortmund.

Bereit für den Prozess: Die Gerichtskammer betritt den Gerichtssaal im Landgericht in Dortmund.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Dortmund.  Drei Schüler müssen sich wegen eines Mordkomplotts gegen ihrer Lehrer in Dortmund verantworten. Was der Lehrer sich vom Prozess erhofft.

Der mutmaßliche Anschlag auf einen Dortmunder Lehrer wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Vor der 31. Jugendstrafkammer am Landgericht Dortmund sind am Dienstag drei Schüler, 17 bis 19 Jahre alt, wegen versuchten Mordes angeklagt. Sie sollen ihren Lehrer am 9. Mai 2019 in einen Hinterhalt gelockt haben, um ihn auf einem Garagenhof der Schule mit Hammerschlägen zu töten. Der Grund: Schlechte Noten.

Das Vorhaben war damals gescheitert, weil der 51 Jahre alte Lehrer für Chemie und Deutsch misstrauisch war. Sie sollen ihm vorgetäuscht haben, dass einem von ihnen schlecht geworden war. Er habe aber darauf geachtet, ihnen nicht den Rücken zuzukehren. Zwei der Angeklagten sollen nach dem gescheiterten Versuch per WhatsApp eine Wiederholung vereinbart haben. Aber auch dieser Plan scheiterte, weil über einen anderen Schüler und dessen Mutter der Lehrer informiert worden war.

Der Lehrer war kurz darauf in die Öffentlichkeit gegangen, weil in den sozialen Medien der Migrationshintergrund der Angeklagten in den Vordergrund gestellt wurde. Er betonte, dass dieser keine Rolle spiele. Die Tat sei vielmehr Folge einer Charakterschwäche.

Lehrer hat in der Nacht vor dem Prozess kaum geschlafen

Vor Prozessbeginn sprach er am Dienstag gegenüber Journalisten über seine Erwartungen an den Prozess. Beim mutmaßlichen Haupttäter, die Anklage sieht den 16-Jährigen als Initiator, denke er an eine

Jugendstrafe in Jahren. Denn Resozialisierung könne ja auch im Gefängnis stattfinden. Wie es ihm geht? Angst habe er nicht, sagte er, aber in der Nacht vor dem Prozessauftakt habe er kaum geschlafen.

Das Gericht lässt die drei Angeklagten durch einen Nebeneingang in den Saal bringen, will sie vor den Kameras schützen. Wie Kinder wirken sie, noch nicht wie junge Männer.

Hämmer im Hosenbund

Ein Journalist fühlt sich an einen „Dumme-Jungs-Streich“ erinnert – wenn da nicht die Hämmer wären, die sie laut Anklage am 9. Mai 2019 im Hosenbund verborgen trugen.

Gegen unter 18 Jahre alte Jugendliche finden Strafprozesse immer ohne Öffentlichkeit statt. Weil aber einer aus dem Trio zur Tatzeit älter als 18 Jahre war, hätte die Verhandlung komplett öffentlich stattfinden können. Das Gericht selbst regte aber den Ausschluss an. Richter Ulf Pennig und seine Kammer begründeten das in einem Beschluss mit dem erzieherischen Gedanken des Jugendstrafrechts. Die Stigmatisierung der Angeklagten durch den öffentlichen Prozess solle so verhindert werden, damit sie zu rechtstreuen Erwachsenen heranwachsen könnten.

Einer bestreitet die Planung, zwei gestehen offenbar

Kleinere Infos für die Medien gab es nachher dennoch. Denn es bleibt dabei, dass einer der Angeklagten eine Planung bestreitet. Zwei hatten im Ermittlungsverfahren dagegen gestanden, den Anschlag auf den Lehrer geplant zu haben.

An acht Prozesstagen will das Gericht die Wahrheit herausfinden.

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben