Altenpflege

Ministerium: In NRW fallen 2000 Pflegeplätze dauerhaft weg

Die Plätze in den Pflegeheimen sind noch immer knapp. Viele Einrichtungen führen Wartelisten, wie diese Redaktion berichtete.

Die Plätze in den Pflegeheimen sind noch immer knapp. Viele Einrichtungen führen Wartelisten, wie diese Redaktion berichtete.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Essen.  Weil viele Altenheime zu wenig Einzelzimmer haben, müssen Betten leer bleiben. Der Umbau geht schleppend voran. Viele Plätze fallen komplett weg.

In Nordrhein-Westfalen werden dauerhaft über 2000 Plätze in der stationären Altenpflege wegfallen. Das geht aus neuen Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums vor, die der Redaktion vorliegen. Eine Auswertung der Belegungszahlen der 2190 Pflegeeinrichtungen im Land zeigt außerdem, dass die seit August 2018 wirksame Einzelzimmerquote von 80 Prozent in vielen Heimen noch immer nicht erfüllt wird. Das führt weiterhin zu Wiederbelegungsstopps.

Bei Inkrafttreten der Quote erfüllten 379 Einrichtungen die höheren Pflegestandards nicht. Sie durften im vergangenen Sommer mehr als 5000 Betten nicht neu vergeben. Seitdem hat sich daran kaum etwas geändert: Nur 41 Heime hatten bis April Umbaumaßnahmen durchgeführt und können nun wieder mehr Zimmer belegen. Weil aber nicht überall aus einem Doppelzimmer zwei Einzelzimmer wurden, fallen in diesen Häusern trotzdem dauerhaft insgesamt 365 Plätze weg.

Weitere 146 Seniorenheime gaben bei der Befragung an, inzwischen zumindest mit dem Umbau begonnen zu haben. Auch hier rechnet das Ministerium damit, dass nach Abschluss der Baumaßnahmen weniger Betten zur Verfügung stehen werden als vor Einführung der Quote.

Neue Heime sollen weggefallene Betten kompensieren

In den übrigen Heimen hat sich seit dem vergangenen Jahr noch nichts getan. Im Gesundheitsministerium wird deshalb davon ausgegangen, „dass nur eine geringe Zahl dieser Einrichtungen noch eine Baumaßnahme plant“. Die Folge: Dort fallen gut 750 Plätze weg.

Damit stünden mit der Umsetzung der Einzelzimmerquote NRW-weit insgesamt 2020 Betten weniger bereit. Das soll aber nicht so bleiben: „Es wird erwartet, dass die weggefallenen Plätze absehbar durch zusätzliche Plätze in neuen Einrichtungen ersetzt werden“, teilt eine Ministeriumssprecherin mit. Das ist wichtig, denn der Pflegebedarf wird nach Einschätzung von Experten weiter steigen. Und schon jetzt haben viele Heime die Vollbelegung erreicht (die WAZ berichtete).

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