Wurst-Skandal

Wohl keine verseuchte Wurst in NRW - Mehr Kontrolle nötig?

Die Waren von Wilke werden mit Todes- und Krankheitsfällen in Verbindung gebracht.

Die Waren von Wilke werden mit Todes- und Krankheitsfällen in Verbindung gebracht.

Foto: Uwe Zucchi / dpa (Archiv)

Düsseldorf.  Allein in NRW sollen weit über 100 Händler Wilke-Wurst bezogen haben. Verseuchte Produkte sollen nicht darunter gewesen sein, sagt das Land.

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Nach dem Skandal um mit Keimen kontaminierte Wurst des hessischen Herstellers Wilke werden Rufe nach einer schärferen Lebensmittel-Überwachung laut. „Bei der Lebensmittel-Sicherheit hat Deutschland grundsätzlich ein sehr hohes Niveau. Jedes System hat aber Verbesserungsbedarf“, sagte Olaf Koch, Chef des Handelskonzerns Metro, der WAZ. „Nach solchen Vorfällen darf jetzt nicht zur Tagesordnung übergegangen werden. Eine Wiederholung muss vermieden werden“, forderte Koch. Die Metro hatte in ihren Großmärkten bereits am Mittwoch vergangener Woche vorsorglich alle Wilke-Produkte zurückgerufen. Es habe aber keine Beanstandungen gegeben, so Koch.

Clemens Tönnies, Chef von Deutschlands größtem Fleischkonzern, sprach sich in einem „Welt“-Interview dafür aus, die Lebensmittel-Überwachung zu zentralisieren und nicht länger etwa Landkreisen zu überlassen. „Wir brauchen einheitliche Standards und mehr Objektivität“, sagte Tönnies.

Waren von Wilke, die mit Listerien belastet waren, werden mit zwei Todesfällen und weiteren Erkrankungen in Verbindung gebracht. Im Skandal um den hessischen Fleischverarbeiter haben die NRW-Behörden bisher keine Hinweise, dass mit Listerien kontaminierte Wurst nach NRW gekommen ist. Es gebe auch keine Informationen, dass Menschen in NRW durch den Verzehr von Wilke-Wurstwaren an einer Listeriose erkrankt seien, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums am Mittwoch.

In einigen Produkten des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG aus dem hessischen Twistetal waren mehrfach Listerienkeime nachgewiesen worden. Die Waren der Firma werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht.

Weltweit gilt ein Rückruf für sämtliche Produkte der Firma Wilke

In fast allen Kreisen in NRW gibt es Händler, die Produkte von Wilke bezogen haben - nach Schätzungen des Landesamts für Verbraucherschutz (LANUV) gab es allein in NRW weit über 100 Kunden. Konkretere Informationen dazu veröffentlichten die Behörden nicht. „Dies bedarf einer engen Abstimmung insbesondere mit dem federführend zuständigen hessischen Verbraucherschutzministerium. Hier konnte bislang noch kein Einvernehmen erzielt werden“, teilten das LANUV und das Verbrauchschutzministerium mit.

Weltweit gilt ein Rückruf für sämtliche Waren der Firma. Diese Produkte sind an der Veterinärkontrollnummer DE EV 203 EG auf jeder Packung zu identifizieren. (dpa)

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