Betrug

Festnahme: Reisebürobetreiber soll 160 Kunden betrogen haben

Ein Hertener Reisebürobetreiber soll 160 Kunden betrogen haben.

Ein Hertener Reisebürobetreiber soll 160 Kunden betrogen haben.

Foto: Symbolfoto: Holger Hollemann / dpa

Herten.  Die Polizei konnte einen verdächtigen Reisebürobetreiber in Herten festnehmen. 160 Kunden müssen jetzt um ihren Sommerurlaub bangen.

Für jeden Urlauber ist es die absolute Horrorvorstellung: Die Reise ist gebucht, die Anzahlung gemacht. Doch dann verschwindet ein Reisebürobetreiber in Herten mit dem Geld und plötzlich platzt die Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres. Das soll jetzt 160 Menschen passiert sein. Eine Woche war der mutmaßliche Betrüger abgetaucht, in der Nacht zu Freitag stellte er sich der Polizei. Er wurde vorläufig festgenommen und am Freitagnachmittag ein Haftbefehl erlassen.

„Die Betrügereien können womöglich über einen längeren Zeitraum stattgefunden haben“, sagt Andreas Wilming-Weber, Pressesprecher der Polizei Recklinghausen. „Es gibt sicher Leute, die ihren Sommerurlaub bereits im vergangenen Jahr gebucht haben.“ Dass die illegalen Machenschaften jetzt erst herausgekommen sind, liege vermutlich an der gerade beginnenden Reisezeit. Erst kurz vor Reiseantritt hätten viele Urlauber bemerkt, dass ihre Unterlagen nicht vollständig waren oder Tickets fehlten, so der Polizeisprecher.

Drei Geschädigte riefen die Polizei

Am vergangenen Freitag waren drei Kunden zu dem Reisebüro gefahren, die dort unabhängig voneinander Urlaub gebucht hatten und den 39-jährigen Betreiber zur Rede stellen wollten. Da dieser nicht vor Ort gewesen sei, hätten sie die Polizei gerufen. „Erst in dem Gespräch mit den Beamten sind die Betrügereien herausgekommen“, so der Polizeisprecher. Die drei Kunden zeigten den Betreiber an. In den den darauffolgenden Tagen meldeten sich immer mehr Geschädigte. Die Polizei gehe aber derzeit nicht davon aus, „dass sich die Zahl von 160 noch drastisch erhöhen wird.“

Das Reisebüro gebe es schon seit mehreren Jahren, so dass sich die Kunden keine Gedanken gemacht und dort ihren Urlaub gebucht hätten. „Ob sie die Anzahlung bar oder per Überweisung bezahlt haben, müssen die Kollegen jetzt in jedem einzelnen Fall prüfen“, so Wilming-Weber. Sicher sei jedoch, dass der Betreiber die Buchung entweder nicht beim Reiseveranstalter abgeschlossen oder nachträglich storniert hätte.

Fachleute begutachten jeden einzelnen Fall

„Wir haben mehrere Fachleute herangezogen, die jetzt jeden einzelnen Fall aufdröseln“, sagt Wilming-Weber. Die genaue Schadenssumme stehe derzeit noch nicht fest, aber sie sei sicher „nicht unerheblich“. Die Bild berichtet von einem Schaden in Höhe von 1,2 Millionen Euro. „Die Maßnahmen laufen noch“, erklärt der Polizeisprecher. Ein Richter erließ am Nachmittag Haftbefehl wegen Betrugs, der unter Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Das teilte die Polizei mit.

Wer denkt, dass der eigene Urlaub von den Betrügereien betroffen sein könnte, sollte die Buchung mit dem eigentlichen Reiseveranstalter abgleichen. Falls sich die Befürchtungen bewahrheiten, sollten Geschädigte bei der Polizei eine Anzeige erstatten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben