Hunde-Affäre

Noch keine Entscheidung im Fall um gepfändeten Mops „Edda“

Beschäftigt die Justiz: Die Mops Hündin „Edda“, jetzt umbenannt in „Wilma“,

Beschäftigt die Justiz: Die Mops Hündin „Edda“, jetzt umbenannt in „Wilma“,

Foto: Guido Kirchner / dpa

Münster.  Die Stadt Ahlen hat einen Hund gepfändet, ein Mitarbeiter hat ihn über sein privates Ebay-Konto verkauft. Hat er dabei gelogen? Durfte er das?

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Die Affäre um einen gepfändeten und über Ebay-Kleinanzeigen verkauften Mops namens „Wilma“ beschäftigt von diesem Mittwoch an das Landgericht in Münster. Die Besitzerin, die die junge Hundedame vor knapp einem Jahr im Internet gekauft hatte, verlangt von der Stadt Ahlen unter anderem Schadenersatz von mehr als 20.000 Euro.

Vor einem Jahr hieß Mops „Wilma“ noch “Edda“ und lebte bei einer von Schulden geplagten Familie in Ahlen. Deshalb wurde der Hund gepfändet und über das private Konto des Vollstreckungsbeamten bei Ebay-Kleinanzeigen zum Kauf angeboten. Geimpft, gechipt und nach Rücksprache mit dem zuständigen Tierarzt kerngesund, soll in der Artikelbeschreibung gestanden haben.

Behandlung bis ans Lebensende

Für 690 Euro griff Michaela Jordan, Polizistin aus Wülfrath, zu. Und stellte bald fest, dass der von ihr in „Wilma“ umgetaufte Mops nicht so gesund war, wie behauptet. Im Gegenteil: Wegen eines Augenleidens musste die junge Hündin bereits mehrfach operiert werden, benötigt wohl bis zum Ende ihres Lebens medizinische Behandlung – sprich Augensalbe drei mal am Tag. Hochgerechnet auf 15 Jahre Lebenserwartung und zusammen mit den OP-Kosten kommt da einiges an Geld zusammen.

Und das soll die Stadt Ahlen nun zahlen. Denn Jordans Anwalt Wolfgang Kalla geht davon aus, dass der verkaufende Beamte gewusst hat, dass „Edda“ krank und wesentlich weniger wert gewesen sei.

Anwalt fordert Rechtssicherheit

Zudem soll geklärt werden, ob das Tier überhaupt gepfändet werden durfte. Ja, sagt die Stadt und beruft sich auf ein von der Verwaltung beauftragtes Gutachten bei einer renommierten Anwaltskanzlei. „Werden wir sehen“, sagt Kalla und weist darauf hin, dass Tiere, die nicht zu Erwerbszwecken gehalten werden, laut Zivilprozessordnung grundsätzlich nicht der Pfändung unterworfen sind. „Da muss es Rechtssicherheit für Mensch und Tier geben“, findet Kalla.

Dass es die schon am ersten Prozesstag am Mittwoch gibt, hält der Anwalt für fast ausgeschlossen. „Das wird länger dauern.“ Dem Mops wird das egal sein. Er muss nicht mit in die Verhandlung.

Beim nächsten Prozesstag am 4. Dezember wird die Zivilkammer in Münster dann verkünden, ob das Gericht in die Beweisaufnahme einsteigt.

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