Videocast-Sendung #14

Chef der Essener Unklinik: Inzidenz fürs Revier passt nicht

19 – die DUB-Chefvisite / Folge XV
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Essen.   Im Videocast kritisiert Prof. Werner: Die Werte seien „weder medizinisch noch ökonomisch begründet“ : Mehr internationale Daten nutzen

Der Chef der Uniklinik Essen kritisiert die Marke von 50 beim Inzidenzwert als „weder medizinisch noch ökonomisch begründet“: „Der Wert sollte überdacht werden“, fordert Professor Jochen Werner in der neuen Folge von „19 – die DUB Chefvisite“. Die Begründung, dass bei weniger als 50 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tage die Gesundheitsämter die Infektionswege noch nachvollziehen könnten, lässt der Mediziner nicht gelten. Denn „Ehrlichkeit in der Kontaktkette“ besteht ohnehin nicht, weil manche Menschen andere vor der Quarantäne bewahren wollen und sie daher nicht angeben.

„Zahlenwerte wie 49 oder 201 geben zudem eine Genauigkeit vor, die es in dem Mess-System nicht gibt“, so Werner mit Blick auf eine überarbeitete Teststrategie weiter. Dadurch „ändert sich die Basis der Berechnung“. Statt eines „strafbehördlichen Ansatzes“, fordert er mehr wissenschaftlichen Austausch weltweit, um vorliegende Daten im Kampf gegen Covid-19 auszuwerten: „Nutzen wir wirklich ausreichend die höchste menschliche und computertechnische Intelligenz?“ Wissenschaftler müssen sich dafür trotz der Corona-Einschränkungen wieder stärker global vernetzen.

Mehr als 60 Landkreise überschreiten zurzeit den Inzidenzwert von 200 und sollen nach den gestrigen Beschlüssen der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten noch schärfere Maßnahmen ergreifen. Klinikchef Werner zieht einen Autobahn-Vergleich: „Sie stehen quasi auf dem Standstreifen und warten auf den Abschleppdienst.“ Entspannung ist nicht in Sicht: Die vom RKI gemeldete Zahl von 22.668 Neuinfektionen liegt nur um 341 unter dem Wert des Donnerstags der Vorwoche. Das Essener Klinikum behandelt aktuell 133 Patienten wegen Covid-19, 45 davon auf der Intensivstation. Seit gestern ist dort ein weiterer Mensch in Zusammenhang mit der Infektionskrankheit verstorben.

„Sport sollte erlaubt werden“, fordert Ruderer Johannes Weißenfeld in der Sendung. Der Welt- und Europameister mit dem Deutschland-Achter bezeichnet den Sport für „enorm wichtig für den Körper und für die Psyche“. Aber: „Die Vorgaben der Regierung müssen dabei eingehalten werden“, betont Weißenfeld. Statt eines Fitnessstudios empfiehlt er daher Laufen oder Radfahren. Kein Verständnis hat er für Kritiker der Corona-App, die er für „super anonym“ hält, wenn man sie mit der Überwachung des Profisports durch die Nationale Doping-Agentur Nada vergleicht: „Die wissen täglich, wo ich bin.“

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 27. November, ist Dr. Birgit Ross als Talk-Gast dabei. Sie leitet die Krankenhaushygiene der Uniklinik Essen. Los geht es wie immer um 10 Uhr. Teilnehmen kann jeder via Zoom – einfach diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite/

Folge XIV / Warum die Bürger mehr Lob für die Einhaltung der Corona-Maßnahmen verdienst haben

„Wir sind bei den anstehenden großen Aufgaben auf die Unterstützung der Menschen angewiesen“, so der Chef der Uniklinik Essen, Professor Dr. Jochen Werner. Er sieht die Gefahr, dass die Politik zu ehrgeizige Ziele setzt.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ warnt Werner vor Demotivation und fordert mehr Lob für die Bürger, die seit Wochen die Vorgaben einhalten: „Sonst führt diese Appellations-Maschinerie zum Ausstieg aus dem Regelwerk und ist mit der In-Aussicht-Stellung einer Belohnung, in Form von ein paar Festtagen, nicht zu kompensieren.“

Uniklinik-Chef besorgt über Höchststand an Todesfällen

Werner spricht sich daher gegen die von Bundeskanzlerin Angela Merkel gesteckte Marke einer Sieben-Tages-Inzidenz von 50 je 100.000 Einwohner aus: „Wenn man die bisherige Ausbreitung der Pandemie interpretiert, dann halte ich ein Erreichen dieses Ziels in bevölkerungsreichen Bundesländern über die Wintermonate für nahezu ausgeschlossen.“

Besorgt zeigt sich der Mediziner über den vom RKI gemeldeten Höchststand von 410 Corona-Toten binnen 24 Stunden – „eine neue Stufe“. Damit nähert sich die Zahl der Verstorbenen jener der Krebstoten in Deutschland von im Schnitt 650 am Tag. „Das ist nicht wegzureden.“

Zwar sind bundesweit mit 18.633 Neuinfektionen 1072 weniger Fälle registriert worden als am Mittwoch der Vorwoche. Doch behandelt das Essener Uniklinikum weiter 135 Covid-Patienten, darunter 47 auf der Intensivstation. Seit gestern ist dort zudem ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Corona zu beklagen.

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Anlagestratege setzt auf "Verlierer-Aktien"

Covid-19 belastet auch die Wirtschaft. Aber Impfstoffe und vielleicht bald Medikamente sollten laut des Chef-Anlagestrategen der Deutschen Bank Privat- und Firmenkundensparte, Dr. Ulrich Stephan, zu einer Erholung der Weltwirtschaft beitragen. Das dürfte 2021 auch die Börsenkurse beflügeln – dann sind aus seiner Sicht wahrscheinlich „Aktien gefragt, die durch Corona stark betroffen waren“.

Eine nachlassende Dynamik könnten dagegen Technologiewerte erleben, die bisher zu den Gewinnern des Digitalisierungsschubs durch Corona zählen. Wegen der andauernden Nullzinsphase empfiehlt Stephan Sparern einen langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien: „Sehr diszipliniert auf monatlicher Basis investieren und auch mit kleineren Beträgen immer wieder kaufen.“

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Donnerstag, dem 25. November: Johannes Weißenfeld, Weltmeister und Olympia-Ruderer im Deutschland-Achter. Start ist wie immer um 10 Uhr, via Zoom kann jeder teilnehmen.

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Folge XIII: Sport1-Chefredakteur: „Corona hat Schalke den Rest gegeben“

19 – die DUB Chefvisite / Folge XIII
19 – die DUB Chefvisite / Folge XIII

„Es wird Vereine zerstören, wenn diese Pandemie weitergeht“: In der neuen Folge unseres Videocastst „19 – die DUB Chefvisite“, warnt der Chefredakteur von Sport1, Pit Gottschalk, vor den Folgen von Covid-19 für den Profifußball. Erste Auswirkungen der Anti-Corona-Maßnahmen seien schon jetzt in der Bundesliga zu sehen: „Corona hat Schalke den Rest gegeben“, so Gottschalk. Andererseits sieht er reiche Vereine, die teils über „Luxusprobleme“ klagen. Der Profisport „kann sich von der wirtschaftlichen Entwicklung nicht abkoppeln“, stellt Gottschalk mit Blick auf den ökonomischen Überlebenskampf vieler Mittelständler klar.

Klinikchef warnt vor Hintergrund von Ermittlungen vor Sippenhaft

Allerdings sind die Herausforderungen im Profi-Sport für Gottschalk „belanglos“ verglichen mit den Schwierigkeiten in den Krankenhäusern: „In Kliniken ist es mindestens um den Faktor fünf schwieriger.“ An die Belastungen seiner Beschäftigten erinnerte auch Professor Dr. Jochen Werner, der Vorstandsvorsitzende der Essener Uniklinik. Diese wenden „einen Großteil ihrer Lebensenergie“ für die Patienten auf. Wenn trotz aller Sorgfalt etwas schief geht, „wird man ganz schnell in Sippenhaft genommen“, sagt Werner vor dem Hintergrund eines aktuellen Falls in seinem Haus: Ein Arzt wird beschuldigt, dort zwei an Covid-19 Erkrankte getötet zu haben. Zum Fall selbst wollte sich der Ärztliche Direktor unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Zwar hat das RKI heute mit bundesweit 15.554 neuen Fällen 865 weniger gemeldet als am Dienstag der Vorwoche. Dennoch kann der Mediziner „keinen Abstieg der Zahlen“ erkennen. Im Uniklinikum Essen sind zurzeit 136 Covid-19-Patienten in Behandlung, 91 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zudem zwei weitere Menschen in Zusammenhang mit der Infektionskrankheit verstorben.

Folge XII/ Hotel-Chef: Unsere Branche braucht Hilfe - und zwar sofort

19 – die DUB Chefvisite / Folge XII
19 – die DUB Chefvisite / Folge XII

„Wir brauchen jetzt sofort Hilfe“: Der Chef der Kette B&B Hotels für Zentral- und Nordeuropa, Max C. Luscher, appellierte in Folge XII unseres Videocasts „19- die DUB Chefvisite“ an die Politik, möglichst rasch finanzielle Mittel für die Branche zur Verfügung zu stellen. Zugleich sind aber auch Konzepte gefragt, betont Luscher, dessen Unternehmen durch die Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland über 60 Prozent weniger Umsatz macht als 2019. Er hält es zwar für „menschlich nachvollziehbar“, aber die Politik hätte die Sommermonate „besser nutzen können“, und beklagt, dass Maßnahmen teilweise wie „aus der Hüfte geschossen“ wirkten. Die in Aussicht gestellten Hilfen für die Branche wegen des November-Lockdowns „können wir noch nicht mal beantragen“, so Luscher.

Es ist zwar Licht am Ende des Tunnels - aber bis dahin ist es noch weit

Dennoch sieht der Hotelchef „Licht am Ende des Tunnels“: Die Entwicklung von Impfstoffen und deren Einsatz möglicherweise noch in diesem Jahr machen ihm Hoffnung, dass sich das Geschäft zum Ende des ersten Quartals hin wieder normalisieren kann. Doch Luscher warnt: „Der Weg durch den Tunnel könnte noch härter werden als das letzte halbe Jahr.“ Langfristig in Existenznöten sieht er vor allem Hotels mit drei oder vier Sternen mit Fokus auf Messen und Kongresse. Denn diese dürften auch in Zukunft verstärkt digital abgehalten werden.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Start ist immer um 10 Uhr, dabei sein kann jeder via Zoom.

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Folge XI: Sternekoch Nelson Müller. Von den Corona-Hilfen kommt bisher nichts an

19 – die DUB Chefvisite / Folge XI
19 – die DUB Chefvisite / Folge XI

„Bei mir ist noch kein Geld angekommen“: Sternekoch Nelson Müller hat bei der 11. Folge des Videocasts „19 – die DUB Chefvisite“ die Bürokratie bei Staatshilfen für die Gastronomie beklagt. Die Regelungen seien „mit der heißen Nadel gestrickt“ und sehr kompliziert: „Da braucht man einen Steuerberater“, kritisierte Müller, der unter anderem ein Spitzenrestaurant in Essen betreibt.

Dabei sind die Finanzhilfen für ihn vielfach der „Knackpunkt“: Unternehmer brauchten ein Polster, „um die Zeiten zu überbrücken“. Er hat als Alternative sein Lieferangebot ausgebaut und gewinnt inzwischen auch Firmenkunden für Kochboxen und Online-Kochkurse. Dennoch seien es „toughe Zeiten für Gastronomen“ wie für seine Mitarbeiter.

Krankenhauspersonal unter extrem starker Belastung - auch psychisch

Die Belastung des Krankenhauspersonals bereitet auch dem Chef der Essener Uniklinik Sorgen: „Die Mitarbeiter infizieren sich oder müssen in Quarantäne“, berichtet Professor Dr. Jochen Werner. Pflegekräfte und Ärzte stünden unter einer „Doppelbelastung“: Sie „erleben, wie schwer krank manche Patienten sind“ und können zudem überlasteten Kollegen kaum noch aushelfen. „Das wiegt schwer.“ Sein Haus setzt daher auf psychosoziale und seelsorgerische Angebote. Aber: „Da ist eine Hemmschwelle – daran müssen wir arbeiten“, so Werner.

Lockerungen? Kaum möglich

Auf Lockerungen der Corona-Beschränkungen kann der Klinikchef kaum Hoffnungen machen: Vom angestrebten Inzidenzwert von 50 „sind wir meilenweit entfernt“, stellt Werner klar. Mit 23.648 Neuinfektionen meldet das RKI heute zudem einen „tatsächlichen Höchststand“. Das sind 106 mehr als am Freitag der Vorwoche – und: „Insgesamt wird weniger getestet“, betont der Mediziner. „Da passiert etwas.“ In der Essener Klinik sind aktuell 136 Covid-19-Patienten in Behandlung, 37 liegen auf Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Menschen in Zusammenhang mit der Krankheit verstorben.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Los geht es wie immer um 10 Uhr. Jeder kann ganz einfach via Zoom teilnehmen.

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Folge X: Warum die Patientenschützerin einen härteren Lockdown fordert

19 – die DUB Chefvisite / Folge X
19 – die DUB Chefvisite / Folge X

„Die Intensivstationen laufen voll, das Personal wird nicht mehr können“, warnt Dr. Ruth Hecker. Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit warnt vor einer kritischen Situation für die deutschen Krankenhäuser im Dezember. In unserem Videocast „19 – die DUB Chefvisite“ fordert sie daher eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen: „Rational wird das nicht so weitergehen können.“ Ansonsten besteht die Gefahr, entscheiden zu müssen, welchen Kranken geholfen wird und welchen nicht – die sogenannte Triage. Die Lage ist bereits angespannt, auch wenn noch Betten frei sind: „Das Personal muss einen Dauerlauf machen.“

Auch der Chef der Essener Uniklinik sieht die Entwicklung mit Sorge

Das beobachtet auch der Chef der Essener Uniklinik: „Der Druck wird höher“, so Professor Dr. Jochen Werner. „Es zeichnet sich ein zunehmendes Problem ab“, sagt der Mediziner mit Blick auf die 137 Covid-19-Erkrankten, die zurzeit in seinem Haus behandelt werden – davon 38 auf der Intensivstation. „Nachdenklich“ machen ihn auch die aktuellen Zahlen vom RKI. Demnach sind bundesweit 22.609 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 registriert worden, über 700 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Das Plateau hält, die Zahlen sinken aber nicht, so das Fazit von Professor Werner.

Längerfristig will der Klinikchef die Gesamtstruktur der Krankenhäuser angehen: „Wir brauchen eine Kultur der Wertschätzung innerhalb und zwischen den Berufsgruppen“ sowie den unterschiedlichen medizinischen Disziplinen, so Werner. Wichtig ist ihm auch mehr Offenheit bei Fehlern und Kritik. „Speak up – den Mund aufmachen, wenn etwas nicht läuft“, nennt er das. Lösungen für dieses „Dauerthema in den Krankenhäusern“ sollen Ängste reduzieren und das Miteinander stärken.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Start ist immer um 10 Uhr. Dabei sein kann jeder via Zoom über den folgenden Link:

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Folge IX: Bundestagsvize Kubicki prophezeit: Pandemie dauert bis 2022

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki erwartet, dass die Corona-Krise bis 2022 andauern wird. „Wir reden über anderthalb Jahre“, bis die Herdenimmunität erreicht ist, sagte der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende in Folge IX von „19 – die DUB Chefvisite“. Denn auch bei Genehmigung eines Impfstoffes fehle für eine raschere Durchimpfung der Bevölkerung das Personal.

Für die Wirtschaft fordert Kubicki eine „Strategie, die Planbarkeit ermöglich“: „Mental sind viele Menschen am Ende – ihnen fehlt die Planbarkeit“, so der FDP-Politiker. In den Unternehmen belastet dies die Mitarbeiter und verhindert Investitionen. „Das macht die Menschen mürbe.“ Für Kubicki haben sich Bundes- und Landesregierungen im Sommer nicht ausreichend auf die zweite Corona-Welle vorbereitet: „Wir haben gewartet, statt uns ans Werk zu machen.“ Daher sollten jetzt „alle Möglichkeiten genutzt“ werden.

Ältere Patienten sollten möglichst rasch aus den Krankenhäusern

19 – die DUB Chefvisite / Folge IX
19 – die DUB Chefvisite / Folge IX

„Wie kriegen wir ältere Patienten raus aus den Krankenhäusern?“: Der Chef der Essener Uniklinik beklagte, dass wegen Covid-19 behandelte Senioren trotz Genesung nicht schnell genug in ihre Pflegeeinrichtung zurückkehren können und so Kapazitäten belegt bleiben. „Die Pflegeheime haben Sorgen, sich eine Infektion ins Haus zu holen“, sagte Professor Dr. Jochen Werner im Videocast. Das liegt auch an übergenauen Corona-Schnelltests: Laut dem Mediziner kann es vier bis fünf Wochen dauern, bis diese Virenfreiheit signalisieren – dabei sind von Beschwerden genesene Patienten „mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr ansteckend“.

Werner berichtete zudem von einer „angespannten Lage im Klinikum in den letzten zwei Tagen“. Zwar meldet das RKI mit 17.561 Neuinfektionen 926 weniger als am Mittwoch der Vorwoche. Doch werden in Essen weiterhin 128 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 37 davon liegen auf der Intensivstation. Seit gestern ist ein weiterer Patient in Zusammenhang mit der Krankheit verstorben.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Los geht es wie immer um 10 Uhr. Via Zoom kann jeder dabei sein .

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Folge VIII: Chef der Uniklinik warnt: In den Pflegeheimen droht Vereinsamung

Der Chef der Essener Uniklinik warnt vor der Vereinsamung älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen durch die aktuellen Kontaktbeschränkungen. „Es droht ein schleichender Verlust an Lebensmut: Wie kommen diese Senioren durch die nächsten Monate?“, fragte Professor Dr. Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“, Folge VIII. Er verweist darauf, dass viele kein Smartphone haben, um sich digital auf dem Laufenden zu halten oder mit Angehörigen in Kontakt zu bleiben.

19 – die DUB Chefvisite / Folge VIII
19 – die DUB Chefvisite / Folge VIII

Das Infektionsgeschehen hat nach Einschätzung des Klinikchefs derzeit eine „Plateauphase“ erreicht. Das RKI meldete heute mit 14.491 Neuinfektionen gut 900 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Dennoch mahnt er, die Rückwirkungen auf das Gesundheitswesen nicht zu unterschätzen: Es dauert einige Tage, bis Infizierte mit schwerem Verlauf in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen, so Werner. In Essen sind aktuell 128 Patienten wegen Covid-19 in Behandlung, 36 liegen auf der Intensivstation. Zudem gab es gestern einen für das Klinikum „traurigen Rekord“ von fünf Sterbefällen an einem Tag im Zusammenhang mit der Krankheit.

CDU-Politiker: Wer harte Maßnahmen verlangt, muss sie auch durchsetzen können

„Der große Wurf blieb aus“, fasste Talk-Gast Dirk Bamberger die Ergebnisse des Treffens der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen. Der hessische Landtagsabgeordnete begrüßte aber den Entschluss, die Entwicklung der Pandemie zu beobachten und staatliche Gegenmaßnahmen ebenso wie Hilfen längerfristig abzustimmen. Allerdings: „Wer weitreichendere Einschränkungen fordert, muss auch sagen, wie er sie kontrollieren und sanktionieren will“, so Bamberger. Beeindruckt zeigt er sich vom Idealismus vieler Unternehmer und nennt als Beispiel einen Schausteller. Der sagte ihm: „Wir wollen keine staatlichen Subventionen, wir wollen einfach weiterarbeiten.“ Bamberger bedauerte, dass das zurzeit nicht möglich ist. „Die Welt verliert ein Stück weit Freude“, so der Parlamentarier mit Blick auf geschlossene Fahrgeschäfte.

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Start ist immer um 10 Uhr, Teilnehmen kann jeder via Zoom. Klicken Sie einfach auf diesen Link: https://dub-magazin.de/chefvisite/

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Folge VII - Warum ein ganz harter Lockdown nicht nötig ist

Einen strengen Lockdown wie in Österreich „gibt der Trend zurzeit nicht her“: Bei „19 – die DUB Chefvisite“ vertrat der Chef der Essener Uniklinik, Professor Dr. Jochen Werner die Ansicht, dass in Deutschland keine so drastischen Maßnahmen wie in der Alpenrepublik nötig sind. Er mahnt aber mit Blick auf die Kapazitäten in den Kliniken: „Wir müssen eine gewisse Balance halten, sonst bekommen es auch die Nicht-Covid-Patienten in den Krankenhäusern zu spüren.“

19 – die DUB Chefvisite / Folge VII
19 – die DUB Chefvisite / Folge VII

Besserung ist noch nicht in Sicht: Das RKI meldete am Montag mit 10.824 zwar rund 2500 weniger Neuinfektionen als vor einer Woche. Doch befanden sich zu diesem Zeitpunkt allein im Essener Uniklinikum weiter 129 Patienten wegen Covid-19 in Behandlung, 36 davon auf der Intensivstation. Über das Wochenende sind drei Patienten in Zusammenhang mit der Krankheit verstorben.

40 Prozent der deutschen Kliniken fahren wegen Corona Verluste ein

Die Versorgungslage mit medizinischen Gütern ist angespannt. Laut Thorsten Kaatze, kaufmännische Direktor und stellvertretender Vorstandschef der Uniklinik, könnten im Frühjahr Engpässe drohen, zum Beispiel bei Einmalhandschuhen. „Davon werden bei uns eine Million Paar im Monat verbraucht, wir benötigen also monatlich zwei Millionen Stück.“ Noch ist die Beschaffung zu bewältigen, doch zum Jahresende laufen Lieferverträge aus. Daher ist erweiterte Lagerhaltung nötig. Das kostet – Kaatze rechnet mit „40 Millionen Euro zusätzlichen Verlust durch Covid“. Für die Essener Klinik besteht keine Insolvenzgefahr. Aber: „Kleine Krankenhäuser könnten weitere Schwierigkeiten bekommen“, warnt er. Laut Kaatze dürften 40 Prozent der deutschen Kliniken 2020 Verluste einfahren.

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Folge VI : Warum aus Klinik-Sicht ein Böllervebot sinnvoll wäre

„19 – die DUB Chefvisite“ - Folge 6
„19 – die DUB Chefvisite“ - Folge 6

Ein traditionelles Weihnachtsfest mit Familienbesuchen wird es nach Einschätzung des Chefs der Uniklinik Essen in diesem Jahr nicht geben. „Wir werden Weihnachten Anspannung in den Intensivstationen erleben“, warnte Professor Dr. Jochen Werner in der sechseten Folge „19 – die DUB Chefvisite“ angesichts des aktuellen Corona-Infektionsgeschehens. Viele haben zudem „Silvester noch nicht im Blick“: Werner forderte ein Verbot größerer Feiern und eine Debatte ähnlich der in den Niederlanden. Dort wird das Abbrennen von Feuerwerkskörpern voraussichtlich untersagt, damit keine Verletzten zusätzlich Krankenhausbetten belegen.

Besorgt zeigte sich Werner über die Zahl der im Zusammenhang mit Corona Verstorbenen: In den ersten drei Monaten der Krise waren allein in seiner Klinik 36 Tote zu beklagen – in den letzten sechs Wochen sind es schon 32. „Die Dynamik ist da“, stellt der Mediziner klar. Das ist auch an den neuesten RKI-Daten abzulesen: Bundesweit wurden 23.542 Neuinfektionen registriert, ungefähr so viele wie am Samstag letzter Woche. Im Essener Klinikum befinden sich aktuell 122 Patienten wegen Covid-19 in Behandlung, 33 davon auf der Intensivstation, ein weiterer ist verstorben.

Mit digitalen Waffen gegen die Pandemie

Die Digitalisierung kann dazu beitragen, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen – davon ist Talk-Gast Admir Kulin, der Chef der Smart-Health-Plattform m.Doc, überzeugt. Über digitale Kanäle können Patienten und Ärzte schon heute kommunizieren, durch Videoverbindungen wird das Wartezimmer zusehends überflüssig: „2023 werden wir darüber reden, wer überhaupt noch in die Praxis muss“, so Kulin mit Blick auf zum Beispiel Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Er beklagte den „Riesenstau an Investitionen“ im deutschen Gesundheitswesen. Als Vorbild nannte er Schweden: Dort gibt es eine digitale Identität. „Die bewegen Daten, keine Patienten.“

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Folge V - Warum Zukunftsforscher Druyen für eine "Corona-Steuer" wirbt

„Mir ist vollkommen klar, dass wir den Angehörigen viel abverlangen“: Der Chef der Uniklink Essen bittet Verwandte und Freunde, die Patienten seines Hauses zurzeit nicht besuchen dürfen, um Verständnis. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ stellt Professor Dr. Jochen Werner klar: „Nicht alle Besuche sind verboten, aber fast.“ Ausnahmen gibt es nur wenige, etwa für die Kinder- oder die Palliativstation. Nicht nur die Patienten, auch das Personal soll so vor Infektionen geschützt werden, betont der Mediziner. Und: Besuche müssen dokumentiert werden – das heißt: „Papiere ausfüllen“ und kostet Zeit. „Wir sind bei der Digitalisierung nicht weit genug.“

19 – die DUB Chefvisite / Folge V
19 – die DUB Chefvisite / Folge V

In der Essener Uniklinik werden zurzeit 123 Covid-19-Fälle behandelt. 32 Betroffene liegen auf der Intensivstation, 2 weitere sind im Zusammenhang mit der Krankheit verstorben. Das RKI meldet mit bundesweit 21.866 Neuinfektionen wieder einen höheren Wert als in den letzten Tagen. Für Klinikchef Werner zeigen die Daten, dass es „keinen Grund zur Entwarnung“ in der Pandemie gibt. Ihn beruhigt, dass der Zuwachs der Fallzahlen im Vergleich zu den Vorwochen deutlich nachgelassen hat.

Wie die Kosten der Pandmie aufgefangen werden könnten

Die Herausforderungen durch die Corona-Krise schildert der Zukunftsforscher Professor Dr. Thomas Druyen, Soziologe an der Universität Witten-Herdecke. Der Talk-Gast erwartet unter anderem, dass computergesteuerte Assistenzsysteme den Menschen künftig noch mehr Arbeit abnehmen. Dadurch werden zum Beispiel Bankfilialen wegfallen, Mitarbeiter müssen sich neu orientieren. Zur Finanzierung der Corona-Folgen hält Druyen eine Vermögenssteuer für „unumgänglich“, um soziale Härten abzufedern. Sein Argument: „Wenn Leute mit Geld Geld verdienen, müssen sie anderen helfen.“

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Folge IV - Warnung vor dem Impf-Hype

Der Chef der Uniklinik Essen warnt vor zu großen Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Corona-Krise durch einen Impfstoff. Ihn sorge „dieser immense Hype um die Impfung“, sagt Prof. Dr. Jochen Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“. „Natürlich ist die Impfung von allerhöchster Wichtigkeit, und es ist großartig, dass wir so weit sind, wie wir sind. Aber jetzt bitte einen Gang zurückschalten!“, fordert der Mediziner.

DUB Chefvisite: Folge 4
DUB Chefvisite: Folge 4

Ansonsten droht laut Werner große Enttäuschung in der Bevölkerung: „Wir machen wieder die Fehler, die wir schon hatten“, mahnt er mit Blick auf das Hin und Her über die Wirksamkeit von Alltagsmasken in der Vergangenheit oder das teilweise chaotische Vorgehen bei Corona-Tests. „Ich schlage vor, ehrlich zu sagen, dass es alles eine riesige Herausforderung wird, die ihre Zeit braucht“, so der Ärztliche Direktor. Dann bleibt auch Spielraum für die Gewinnung des nötigen Personals sowie dessen Schulung.

Exponientelles Wachstum möglicherweise gebrochen

Positiv nimmt Werner die aktuellen Zahlen des RKI auf – die heute gemeldeten bundesweit 18.487 Neuinfektion könnten zeigen, dass das exponentielle Wachstum gebrochen und die Kurve abzuflachen scheint. „Die Maßnahmen haben wahrscheinlich gegriffen“, sagt er über den aktuellen „Lockdown light“. Trotzdem werden in der Uniklinik Essen zurzeit 129 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 31 davon liegen auf der Intensivstation. Werner bedauert zudem den Tod eines weiteren Erkrankten.

Befeuert haben die neuerlichen Anti-Corona-Maßnahmen indes den Trend zum Homeoffice. Damit die Unternehmen dabei leistungsfähig blieben, „sind vor allem die Vorgesetzten gefragt“, sagt Studiogast Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin a. D. Sie sollten Mitarbeitern, die von zu Hause aus arbeiten, helfen, ihren Tag zu strukturieren – und zum Beispiel durch einen gemeinsamen morgendlichen Start in den Arbeitstag „mit einer Tasse Kaffee vor dem Bildschirm“ Führungsstärke demonstrieren. Ebenfalls denkbar seien digitale After-Work-Partys. Sie könnten Gelegenheiten bieten, sich auch über Privates auszutauschen. Zypries‘ Fazit: „Die Vorgesetzen sind in der Pflicht.“

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Um 10 Uhr startet der Talk, an dem jeder via Zoom teilnehmen kann.

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