Traktor-Konvoi

Bauern legen mit hunderten Treckern Verkehr in NRW lahm

Bauern-Proteste: Deshalb gehen die Landwirte auf die Straße

Protest der Landwirte: Die Bauern in NRW sind unzufrieden mit der aktuellen Agrarpolitik der Bundesregierung. Sie fürchten um ihre Existenz.

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An Rhein und Ruhr.  Protest der Landwirte: Pendler in NRW müssen bis in den Montagabend mit Verkehrsstörungen rechnen. Hunderte Traktoren rollen durch die Städte.

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Mit hunderten Traktoren protestieren Bauern aus Nordrhein-Westfalen am Montag gegen die Agrarpläne der Bundesregierung. Erster Schwerpunkt des sternförmig angelegten Protestzuges war am frühen Morgen Bonn, wo sich ab sieben Uhr früh protestierende Landwirte trafen. Das teilte die Polizei Bielefeld mit, die die Aktionen koordiniert.

Auch in den großen Ruhrgebietsstädten legen die Landwirte den Verkehr lahm: Auf der Gladbecker Straße in Essen ging am Mittag nichts mehr: Auf einer der Hauptverkehrsachsen der Stadt rollen die Trecker dicht hintereinander, die Polizei hat Teile der Straße gesperrt. Am frühen Nachmittag laufen sowohl in Essen als auch in Düsseldorf Kundgebungen. Allein in Essen sprechen die Veranstalter von 700 Traktoren, die durch die Stadt rollten.

Vier Kilometer lange Schlange aus Traktoren in Dortmund

Unmittelbar an der Stadtgrenze zwischen Bochum und Essen stehen gegen 15.20 Uhr rund 100 Landwirte mit ihren Traktoren. Die Bauern kommen aus Bochum und Umgebung und warten auf den Protestzug aus Essen, dem sie sich anschließen wollen. Nebenerwerbslandwirt Sven Hagenfeld (23) aus Bochum-Stiepel sagt: „Wir wollen, dass die Politik mit uns spricht im Einklang mit der Landwirtschaft und nicht über unseren Kopf hinweg Verbote erlässt und Auflagen macht.“

Auch im Kreis Wesel haben sich Landwirte am frühen Montagmorgen auf den Weg gemacht. Von Wesel ging es über Voerde und Dinslaken weiter Richtung Duisburg. Um 11 Uhr ist die Demonstration der Landwirte aus Gladbeck gestartet, die mit bis zu 500 Traktoren ab Bottrop-Kirchhellen durch Gladbeck über die B224 nach Essen fahren wollen. Am frühen Nachmittag werden die Landwirte in Bochum erwartet.

Rund 250 Traktoren sind nach Dortmund gekommen

In Dortmund sprechen die Veranstalter von rund 250 Traktoren, die am Mittag auf dem Parkplatz nahe des Stadions und der Westfalenhallen einrollen. Wegen des parallel laufenden Weihnachtsmarktes hatten die Landwirte keine Erlaubnis bekommen, durch die Dortmunder Innenstadt zu fahren.

Die Wut ist überall die gleiche: Das Wort „Enteignung“ fällt oft. „Wenn die Pläne der Bundesregierung in Kraft treten, dann werden es kleine Betriebe nicht schaffen“, prophezeit Landwirtin Christin Plett aus Geseke. Viele Landwirte aus der näheren Dortmunder Umgebung wie den Kreisen Soest und Unna sind zusammengekommen, um ihrem Ärger Luft zu machen. „Die Regierung verbietet den Bauern etwas und meint, damit sei das Klima gerettet“, sagt eine Gruppe Bauern aus Unna. Mit ihrem Ärger sind sie nicht allein, im Gegenteil: Vier Kilometer lang ist die Schlange aus Traktoren am Ende, und das nur in Dortmund.

Über Bonn nach Bielefeld - hier führt die Route entlang:

  • Die Route führt am Montag über Bonn (circa 7.30 Uhr, Bundeslandwirtschaftsministerium), Köln (9 Uhr, Bahnhofsvorplatz mit Segen durch einen Pastor), Düsseldorf (10.30 Uhr Messeparkplatz P1), Essen (12.30 Uhr, Berthold-Beitz-Boulevard), weiter nach Dortmund (14 Uhr, Remy-Damm) über Hamm (gegen 15.30 Uhr) nach Bielefeld (17 Uhr, Auf dem Wall). Die Staffelfahrt ist so angelegt, dass immer wieder neue Bauern hinzustoßen, während andere abspringen.

Proteste der Landwirte halten seit Wochen an

Die Proteste der Bauern halten schon seit Wochen an. Die Stimmung im Berufsstand ist schlecht. Hunderte Landwirte hatten Ende Oktober beim Agrarforum in Kalkar am Niederrhein protestiert, zuvor hatte es eine Großkundgebung mit mehr als 6600 Teilnehmern in Bonn gegeben. „Wir haben schon das Gefühl, dass man uns hört – aber eben noch nicht so, wie es sein sollte“, sagte Biedemann. Im Gespräch mit der Redaktion betonte er eine konstruktive Haltung: „Wir wollen den Dialog und wir haben gute Vorschläge, etwa beim Gewässerschutz.“

Die Mobilisierung läuft einmal mehr wesentlich über Plattformen im Internet und den Messengerdienst WhatsApp. Auf diesen Kanälen herrscht aktuell rege Aktivität. (red/ mit dpa)

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