Kalender

André Dupont - der heißeste Feuerwehrmann Dortmunds

Kann sich sehen lassen: André Dupont bei den Aufnahmen für den Australian Firefighters Calendar 2020

Kann sich sehen lassen: André Dupont bei den Aufnahmen für den Australian Firefighters Calendar 2020

Foto: Australian Firefighters 2020 Calendar / Handout

Dortmund.  André Dupont ist der erste Deutsche im weltberühmten Australian-Firefighters-Calendar. Wie es dazu kam.

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Natürlich haben sie gefrotzelt im Kollegenkreis und Witzchen gerissen „Hätte ich auch gemacht, wenn es um jemand anderen gegangen wäre“, sagt André Dupont und lacht. Es geht aber nicht um jemand anderen, es geht um ihn. Und um das, was der Hauptbrandmeister der Feuerwehr Dortmund gemacht hat. Er war nämlich Model für den gerade erschienenen Australian-Firefighters-Kalender – als erster und bisher einziger Feuerwehrmann aus Deutschland. Und dabei hat er sich nicht einmal beworben.

Der seit 26 Jahren erscheinende Kalender der australischen Feuerwehr, das muss man vielleicht wissen, ist nicht irgendein Kalender, sondern der wohl bekannteste Feuerwehr-Kalender der Welt. Er ist so etwas wie der Pirelli-Kalender für Brandbekämpfer. Nur nicht limitiert. Und mit Männern statt Frauen. Aber auch die sind leicht bekleidet, tragen gerne nur Arbeitshose und schwere Stiefel zu muskel-gestähltem Oberkörper und Six-Pack. „Klar hatte ich davon gehört“, sagt der 36-Jährige. „Jeder Feuerwehrmann hat schon davon gehört.“

Anfangs nur an einen schlechten Scherz geglaubt

Aber nur bei ihm hat Anfang des Jahres das Smart-Phone geklingelt. Mit ein paar Kameraden ist Dupont damals in den USA zu einem Treffen mit einheimischen Rettern. Ob er nicht Lust habe, für ein Foto-Shooting nach Australien zu kommen, fragt eine Stimme. Flug und Unterkunft würden bezahlt. André schweigt erst einmal. „Eh“, ruft er seinen Kollegen zu. „Da will mich jemand verarschen.“

Doch da liegt er falsch, wie sich schnell herausstellt. Man hätte seine Fotos im Internet gesehen, sagt die Stimme von Down Under. Dort, wo Dupont bei Instagram regelmäßig Bilder von Feuerwehr-Wettkämpfen einstellt, an denen die Dortmunder Einsatzkräfte sehr erfolgreich teilnehmen. Andre sagt zu – und steht bald vor einem Problem.

Foto-Shooting an der Gold Coast

Denn kurz nach seiner Zusage lernt er seine neue Freundin, ein junge Polizistin, kennen. „Der musste ich dann erst einmal beichten, dass ich bald mit eingeöltem Oberkörper vor einer Kamera stehe und der Kalender dann in Tausenden Wohnungen hängen – bei Männern, wie bei Frauen. Aber die neue Partnerin nimmt es leichter als erwartet. Sie fährt einfach mit zur australischen Gold Coast.

Im Frühjahr geht es los. André ist in Topform. Fünf bis sechsmal die Woche hat er trainiert, Fitnessstudio, Radfahren Laufen. Aber am Set angekommen, muss er kurz schlucken. „Da waren Brecher, die hatten das Doppelte oder Dreifache von mir“, erinnert er sich. Kein Gramm zu viel, kein Muskel zu wenig aber weit weg vom Body-Builder. Wie bei André. „Mit zu vielen Muskeln kannst du bei vielen Einsätzen nicht richtig arbeiten“, sagt der ehemalige NRW-Meister der Feuerwehren im Treppenlaufen.

Erlös ist für einen guten Zweck bestimmt

Tolle drei Tage seien das Foto-Shooting in Australien gewesen, erzählt Dupont. „Wir waren alle gleich auf einer Wellenlänge, hatten Spaß ohne Ende.“ Zwischen Flammen ist er fotografiert worden, mit zahmen und mit wilden Tieren auf dem Arm oder an der Hand. Denn mittlerweile gibt es drei Versionen des Kalenders. Und jede findet reißenden Absatz. Was André freut: „Das ist ja für einen guten Zweck. Das eingenommene Geld nämlich – mittlerweile rund drei Millionen australische Dollar – fließt an Organisationen, die krebskranken Kindern oder bedrohten Tieren helfen.

Vor wenigen Tagen hat Andre einen Schwung die Kalender bekommen. „Sind aber fast alle schon wieder weg.“ Einen hat seine Freundin sich gesichert. „Der hängt jetzt bei ihr im Spind.“ Auch er selber ist mit seinen Fotos zufrieden. Eine Modelkarriere ist allerdings nicht angedacht. „Wenn mal wieder ein Angebot kommt, dann gerne. Wenn nicht, auch kein Problem. Alles in allem“, zieht Andre Bilanz, „war das eine coole Sache.“ Allerdings nicht so cool, wie der Job bei der Feuerwehr. „Das ist und bleibt mein Traumberuf.“

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