Ermittlungen

A1-Geisterfahrer kommen trotz Beweisvideo straffrei davon

Ein Ausschnitt aus dem Video der Zeugin. Die Polizei veröffentlichte den Clip nach dem Vorfall.

Ein Ausschnitt aus dem Video der Zeugin. Die Polizei veröffentlichte den Clip nach dem Vorfall.

Köln.  Nach einem Unfall auf der A1 in Köln wendeten mehrere Autofahrer auf der Autobahn. Trotz Videobeweis mussten die Verfahren eingestellt werden.

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Lebensmüde, unverantwortlich und unfassbar rücksichtslos. Für das, was sich mehrere Autofahrer auf der A1 in Köln geleistet hatten, fand die Polizei damals deutliche Worte. Nach einem Motorradunfall hatte die Polizei die Fahrbahn teilweise gesperrt, um dem Stau zu entgehen wendeten mindestens 13 Autofahrer auf der A1. Und obwohl es ein Beweisvideo gibt, kommen die Fahrer ohne Strafe davon. Die Stadt Köln musste alle Bußgeldverfahren in dem Fall einstellen.

In dem Video einer Augenzeugin war zu sehen, wie mehrere Autos im Stau zum Geisterfahrer wurden und die Autobahn einfach über die Autobahnauffahrt Köln-Niehl verließen. Die Kölner Polizei hatte das Video wenig später als Mahnung auch auf ihrer Facebookseite veröffentlicht, um auf die Gefahren solcher Manöver aufmerksam zu machen. Kennzeichen und Gesichter wurden vorher aber unkenntlich gemacht. „Regulär Auffahrende hätten kaum eine Chance gehabt dem unerwarteten Gegenverkehr auszuweichen“, hieß es damals von der Polizei. Zum Glück kam in diesem Moment niemand entgegen, der auf die A1 auffahren wollte.

Stadt Köln musste alle Verfahren einstellen

Auf Grundlage des Videomaterials leitete die Polizei in 13 Fällen Straf- beziehungsweise Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, den Fahrern drohte der Entzug der Fahrerlaubnis und in besonders schweren Fällen sogar eine Freiheitstrafe. Weil die Ermittler jedoch in keinem der Fälle nachweisen konnten, dass konkret Menschenleben in Gefahr waren, konnten keine Strafverfahren eingeleitet werden. Und so wurden alle Fälle an die Stadt Köln weitergeleitet, die für die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten zuständig ist.

Da die Fahrer jedoch entweder gar nicht oder nicht sicher erkennbar waren, musste auch das Ordnungsamt die Verfahren einstellen. Bei Verstößen im fließenden Verkehr scheidet die Haftung des Fahrzeughalters nämlich grundsätzlich aus. (mawo)

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