Mahlzeit

Der Business-Lunch im "Pfefferkorn"

Foto: imago stock&people

Essen.   Der Mittagstisch hat eine klare Kundschaft. Menschen mit kurzer Pause einerseits, Menschen mit viel Tagesfreizeit bei gleichzeitiger Scheu, abends auszugehen, andererseits: Angestellte und Rentner.

Was Menschen mit kurzen Pausen angeht, kommt ihnen das „Pfefferkorn“ in der Essener City flott entgegen. Wir zählen zwischen Bestellung und Servieren vier Minuten! Da steht der dampfende Vegetarier-Posten schon vor uns. Er kostet fünf Euro, wie alles beim Pfefferkorn-Mittagstisch, der von 11 bis 17 Uhr „Business Lunch“ heißt.

Für solchen Preis erwartet man selbstredend keine große Kunst. Recht ordentlich fällt die Küche vom Kartoffel-Blumenkohl-Auflauf über den Wiener Hackbraten mit Hausmacher-Püree bis zum Putenpfeffer mit Butterreis aber doch aus.

Zugleich erfreut man sich der Tatsache, zum Kantinenpreis zu speisen, ohne am betriebseigenen Resopaltisch den Chef im Nacken zu spüren. Wer im Pfefferkorn rastet, wird Teil einer altdeutschen Inszenierung: dunkles Holz, Bleiverglasung, Ölschinken.

Es menschelt schön

Gästen scheint’s zu gefallen. Irmi, circa 75, erzählt am Nebentisch ihrer Freundin von malve-farbenen Balkonstuhlauflagen, die ein Discounter feilbietet. Ein Versicherungsverkäufer dagegen fesselt seine Kollegen mit nicht enden wollenden Marathon-Abenteuern. Es menschelt ganz hübsch. Pfefferkorn-Filialen gibt es auch in Dortmund und Münster.

Adresse: Essen: Rathenaustr. 5, 0201-236312. Dortmund: Hoher Wall 38, 0231-143644. www.pfefferkorn-dortmund.de

Preise: Mittags wöchentlich wechselnd sechs Gerichte für je fünf Euro. Auch große Karte mit Preisen im bürgerlichen Mittelfeld.

Ambiente: Ein bisschen von gestern, man sieht es schon dem Pfefferkorn-Schriftzug an. Echte Alternative zu kalten Neon-Schuppen.

Service: Zuverlässig, aber auch von unverkennbarer Routine. Dafür angenehm zügig. Wer es eilig hat, weiß das zu schätzen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben