NRZ-Kompass

NRZ-Ombudsmann: Ein Ansprechpartner für die Leser

Detlef Schönen (links im Bild) steht vor der Bronze-Statue, die Zeitungsgründer Dietrich Oppenberg zeigt. Der 55-Jährige ist nun der Ombudsmann der NRZ. Hier gemeinsam mit NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet.

Detlef Schönen (links im Bild) steht vor der Bronze-Statue, die Zeitungsgründer Dietrich Oppenberg zeigt. Der 55-Jährige ist nun der Ombudsmann der NRZ. Hier gemeinsam mit NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet.

Foto: Stefan Arend / STEFAN AREND

An Rhein und Ruhr.   Detlef Schönen ist der neue Mittler zwischen Leserschaft und Redaktion der NRZ. In Zukunft wird er immer dienstags von seiner Arbeit berichten.

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Still und unbeweglich sitzt er da am Rande des Platzes, der seinen Namen trägt. Auf dem Knie liegt eine zusammengefaltete Ausgabe der NRZ, die er gerade gelesen hat. Jetzt scheint der Herr mit Fliege nachzudenken über das Gelesene, über die Zeitung, über die Welt. Und manchmal setzt sich dabei eine Taube auf seinen Kopf. Dieser Dietrich Oppenberg ist aus Bronze.

Seit zwölf Jahren erinnert die Skulptur des Bildhauers Norbert Pielsticker an den Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ. Für das Foto hat er jetzt Besuch bekommen von Detlef Schönen, dem neuen Ombudsmann der NRZ. Eine neue Idee, ein neuer Mittler zwischen Leserschaft und Redaktion. Dietrich Oppenberg, im Jahr 2000 gestorben, hätte diese Idee gefallen.

Schon als vor 50 Jahren die Leitsätze und die „Grundlagen der redaktionellen Arbeit“ erstmals aufgeschrieben wurden, hatten Dietrich Oppenberg und Chefredakteur Jens Feddersen die Leser an der Diskussion beteiligt. So war’s auch in diesem Jahr, als die Nachfolger – Herausgeber Heinrich Meyer und Chefredakteur Manfred Lachniet – die Leser zur Beteiligung an der Neufassung unseres Kompasses aufriefen. Als wissenschaftlicher Beistand wurde Prof. Horst Pöttker gewonnen.

Der Medienwissenschaftler war auch bei der Diskussion im Februar im NRZ-Forum in Essen dabei, als die Idee eines Ombudsmannes konkret von Lesern formuliert wurde. Pöttker lobte: „Es ist das Besondere an diesem Prozess, dass das Thema ‘Leserbeteiligung’ so eng zusammenhängt mit dem Programm der Redaktion. Das gibt es ja schon lange und wird jetzt erweitert.“ Es sei heute noch wichtiger geworden, dem Publikum mehr Mitsprache einzuräumen.

Zu wenig Verständnis

Schließlich habe auch der böse Vorwurf „Lügenpresse“ damit zu tun, dass viele Bürger inzwischen zu wenig Verständnis dafür haben, wozu Journalismus da sei und wie der Arbeitstag von Journalisten aussehe, sagt Professor Pöttker. „Das alles kann ein Ombudsmann erklären.“

Dafür ist nun der Velberter Detlef Schönen zuständig. Der 55-Jährige kennt die NRZ von innen, war Redakteur in Düsseldorf und Essen, dann Redaktionsleiter in Mülheim. 2015 verließ er den Verlag, um sich mit einem Büro für Kommunikation selbstständig zu machen. Doch der Kontakt zu Herausgeber Heinrich Meyer riss nie ab.

Arbeitsweise der Redaktion transparent machen

Er hat Detlef Schönen nun als Ombudsmann berufen, der unabhängig von der Redaktion arbeiten wird. „Nicht alle Themen müssen öffentlich abgehandelt werden. Zur Veröffentlichung gedacht und geeignet sind aber Fälle von allgemeinem Interesse“, sagt Schönen.

Jeden Dienstag wird er nun auf der Seite Drei darüber berichten, was die Leserschaft und Medienbranche beschäftigt. Über sein Selbstverständnis sagt er: „Ich will Mittler zwischen Lesern und Redaktion sein, Kritik und Beschwerden entgegennehmen, die Arbeitsweise der Redaktion transparent machen und Impulse an Redaktion und Leserschaft richten.“

Der intensive Austausch mit der Redaktion ist dazu unabdingbar. Am nächsten Dienstag geht es los. Wir sind alle gespannt darauf.

Sie erreichen Detlef Schönen per Mail unter ombudsmann@nrz.de oder per Brief an Detlef Schönen, NRZ-Ombudsmann, Paul-Keller-Str. 18, 42553 Velbert

Kommentar von NRZ-Herausgeber Heinrich Meyer:

Seit Dietrich Oppenberg die NRZ im Nachkriegsjahr 1946 gegründet hat, versteht sich seine Zeitung als politisch publizistisch bedeutende Tageszeitung. Die NRZ tritt für die freiheitlich-demokratische Grundordnung in einem sozialen Rechtsstaat ein. Das ist unsere publizistische Grundhaltung.

In der Tradition von Dietrich Oppenberg haben Herausgeber und Redaktion dies in diesem Frühjahr unter Mitwirkung von Lesern und Medienwissenschaftlern in unseren „NRZ-Kompass“ geschrieben und die „Grundlagen der redaktionellen Arbeit“ als Leitfaden fixiert. Unsere Leserinnen und Leser haben daran regen Anteil genommen.

Verstehen, wie die NRZ tickt

Dies ist auch als Mittel zu mehr Transparenz gedacht. Medien stehen in den vergangenen Jahren verstärkt in der Kritik. Es gibt Bürger, die glauben, die Regierenden diktieren uns die Texte für unsere Artikel. Das ist selbstverständlich abwegig, aber es zeigt uns, dass wir unsere Arbeit stärker als früher erklären müssen. Die Leser sollen verstehen, warum die Redaktion bestimmte Themen aufgreift, kommentiert – und andere nicht. Sie sollen verstehen, wie die NRZ tickt.

Von Beginn an habe ich als Herausgeber der NRZ die Idee eines Ombudsmannes als unabhängiges Bindeglied zwischen Leserschaft und Redaktion verfolgt. Die Diskussion im Laufe der Beratung haben gezeigt: Auch Leser und Redakteure wollen diese Institution.

Den NRZ-Kompass mit Leben füllen

In Detlef Schönen habe ich jemanden gefunden, von dem ich weiß, dass er die Arbeitsweise der Redaktion versteht, aber auch selbstbewusst und unabhängig die Interessen der Leser in die Arbeit einbringen und so unseren Kompass mit Leben füllen wird.

Ich bitte Sie, verehrte Leserinnen und Leser, nutzen Sie den Ombudsmann als Ansprechpartner für Fragen und Kritik. Das macht uns stärker, interessanter, glaubwürdiger und unverwechselbar.

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