Essen Original

Zehntausende feiern in Essen großes Fest-Wochenende

Da sang gerade Henning Wehland, der früher zu den H-Blockx gehörte: Die Bühne auf dem Kennedyplatz am Samstagabend.

Da sang gerade Henning Wehland, der früher zu den H-Blockx gehörte: Die Bühne auf dem Kennedyplatz am Samstagabend.

Foto: STEFAN AREND

Essen.   Essen Original, NRW-Tag und viele Aktionen in den Stadtteilen: Das vergangene Wochenende war das veranstaltungsstärkste in Essen im ganzen Jahr.

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Essen Original, NRW-Tag sowie mehrere Feste oder Märkte in den Stadtteilen Steele, Borbeck, Rüttenscheid und Burgaltendorf: Die Stadt blickt auf das veranstaltungsstärkste Wochenende des gesamten Jahres zurück. Mehrere zehntausend Bürger besuchten am Samstag und Sonntag allein die Innenstadt und das Zollverein-Gelände, wo der NRW-Tag und das Stadtfest Essen Original stattfanden. Am Sonntag lockten zusätzlich die geöffneten Läden die Besucher in die City.

Nach Angaben der Polizei ist es an allen Schauplätzen am Wochenende friedlich geblieben. Der Hinweis einer Besucherin, dass es am Samstagabend vor der Hauptbühne am Kennedyplatz zu sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen sein soll, konnte bislang nicht erhärtet werden. Der Polizei lagen bis gestern dazu keinerlei Anzeigen vor. Dennoch leitete die Behörde Ermittlungen von Amts wegen ein. Mögliche Opfer von Übergriffen sollten sich melden (Tel: 0201/8290). Die Polizei war am Wochenende mit einem Großaufgebot vor Ort.

Bilanz fällt positiv aus

Die Bilanz nach dem Festwochenende fiel positiv aus: Oberbürgermeister Thomas Kufen betonte, die Stadt Essen habe zeigen können, dass sie eine „weltoffene, lebenswerte, lebendige und vielfältige Stadt ist“. Auch der Geschäftsführer des Mitveranstalters Essen Marketing Gesellschaft (EMG), Richard Röhrhoff, erklärte: „Wir sind mehr als glücklich, dass so viele Menschen an den zwei Tagen in die Stadt gekommen sind. Wir haben gezeigt, dass Essen auch in kurzer Zeit ein solches Groß-Event zum Erfolg führen kann.“

Essen hatte sich erst spät, nämlich Anfang des Jahres, als Ausrichter des NRW-Tages angeboten, nachdem keine andere Stadt das Landesfest stemmen wollte. Wegen des NRW-Tages musste das Stadtfest Essen Original um eine Woche verlegt werden. Das war auch der Grund, warum sich schließlich an diesem Wochenende so viele Veranstaltungen in der Stadt drängten.

Sehr weit gefächertes Musikprogramm

Der NRW-Tag auf Zollverein und in der Innenstadt sowie das Stadtfest „Essen Original“ zogen rund um die Uhr junges sowie altes Publikum an Stände und Bühnen: Zulauf verzeichneten sowohl die „Blaulicht-Meile“, auf der die Ordnungsbehörden spektakuläre Aktionen präsentierten, als auch die Bühnen auf Zollverein und in der Innenstadt mit einem sehr weit gefächerten Musik-Programm. Sowohl die Philharmoniker als auch der frühere Essener Sänger „Stoppok“ fanden auf dem Areal des Weltkulturerbes ihr Publikum. Gut besuchter Abschluss des Samstags bildeten die Auftritte der Sängerin Lea und der Band „Alphaville“, die in den Achtziger Jahren große Hits landen konnte. Am Sonntag gehörte der Auftritt von DJ Mogwai zu den Höhepunkten des Bühnenprogramms.

Fans wollten Alphaville kaum gehen lassen 

Kennedyplatz, Samstagabend: Die Band „Alphaville“ stimmt ihre Hymne „Forever young“ an, ein großer Hit der Achtziger Jahre. 7000 Männer und Frauen singen mit, ein beseeltes Lächeln huscht über manches Gesicht wie das von Birgit Hülsewiesche: „Ich habe 1984 meinen Mann bei dem Lied in der Disco kennengelernt!“

Das war einer der Höhepunkte des Stadtfestes „Essen Original“, das in diesem Jahr mit dem NRW-Tag kombiniert worden war. Der Auftritt der Gruppe „Alphaville“ bildete den frenetisch gefeierten Abschluss des Samstags, wenn sich auch später einige Fans im sozialen Netzwerk „Facebook“ darüber beschwerten, dass die Klang-Qualität des Auftritts doch zu wünschen übrig ließ.

Lea sang ihren Hit „Leiser“

Wie auch immer: „Das Konzert ist genial, die Bühnenshow ist super und die Stimmung grandios“, schwärmt Besucher und Rockfan Klaus Jansen, der sich mit seiner Frau vor dem Auftritt bis in die vorderste Reihe auf dem Kennedyplatz gekämpft hatte.

Doch auch der Kopstadtplatz war während des Stadtfestes gut gefüllt. Dort gaben junge Nachwuchskünstler ihre Songs zum Besten. Höhepunkt auf dieser Bühne war der Auftritt von Sängerin Lea, die seit ihrem Song „Leiser“ ein Begriff im deutschen Pop ist. „Ich wollte schon immer mal auf ein Konzert von ihr, aber da war ich ausgerechnet im Urlaub. Jetzt bekomme ich es kostenlos. Essen Original ist jedes Jahr einfach toll“, erzählt Silke Kuhlmann. Auch Paul Kolender war extra mit seinen Kindern für den Auftritt von Lea angereist: „Wir haben uns schon die ganze Woche lang auf das Konzert gefreut.“

Schon tagsüber war gut was los

Schon tagsüber war die Innenstadt gut besucht – am Samstag berichtete WAZ-Leser Hans-Dieter Alt begeistert: „Es gibt sehr viel zu sehen. Ich habe am Willy-Brandt-Platz angefangen und arbeite mich sozusagen durch.“ Bis zum Kennedy-Platz war er da schon gekommen, wo der Chorverein Ruhrsonanz Klassiker wie Udo Jürgens‘ „Ich war noch niemals in New York“ oder Louis Armstrongs „What a wonderful world“ aufleben ließ.

Derweil ging am Willy-Brandt-Platz die Post ab: Irmgard Krause und drei Freundinnen tanzten und sangen bei der Zugabe von der Schlagersängerin Janine Marx eifrig mit. „Wir sind voller Vorfreude auf das Programm“, sagte die begeisterte Bochumerin, die extra aus der Nachbarstadt gekommen war.

„Zugabe, Zugabe“

Zurück zum Samstagabend, zurück zum Kennedyplatz: Als die Band „Alphaville“ ihren Auftritt beendet, da wollen die Besucher sie nicht gehen lassen, fordern „Zugabe, Zugabe“. Die gibt es ja am Sonntag, wenn auch nicht von „Alphaville“: Die Geschäfte der Innenstadt öffnen pünktlich um 13 Uhr, viele ziehen mit Rabatt-Aktionen die Kunden an, und über mangelnde Stimmung kann sich auch am Nachmittag niemand in der City beklagen – nostalgische Rock-Klänge auf dem Willy-Brandt-Platz. Mitmach-Musik für Kinder, die auf Strohballen sitzen, am Kopstadtplatz. Und so vieles mehr.

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