Mud Masters

Warum werfen sich Leute so gerne in den Matsch?

Sieht so aus, als hätten die Herrschaften so richtig viel Spaß… Mud Masters Obstacle Run in Weeze.  So sah das schon im Mai aus.

Sieht so aus, als hätten die Herrschaften so richtig viel Spaß… Mud Masters Obstacle Run in Weeze. So sah das schon im Mai aus.

Foto: Mud Masters

Weeze.  Ab in den Matsch, rein in den Schlammassel. Am Airport Weeze ist wieder Mud Masters -Zeit. Was ist daran so toll? André Skwortsow sagt es uns.

André Skwortsow veranstaltet seit 2014 das Extrem-Hindernisrennen Mud Masters am Flughafen Weeze. Da kommen schon ‘mal 25.000 Teilnehmer, die freiwillig durch Schlamm robben. Am 28. und 29. September ist es wieder soweit. Andreas Daams sprach mit dem Niederländer über eine echte Erfolgsgeschichte.

Warum werfen sich Leute so gerne in den Dreck?

Ich denke, die Leute haben verschiedene Motivationen. Viele haben sportliche Ziele, sie wollen sich selber überwinden. Andere wollen Spaß haben mit Freunden, aber aktiv sein und nicht in der Kneipe hocken. Es gibt auch Geschichten von Teilnehmern, die lange gegen eine Krankheit gekämpft haben und jetzt zeigen wollen, dass sie es wieder können. Es gibt auch Leute, die sammeln mit ihrem Lauf Geld für einen guten Zweck.

Laufen alle dieselbe Strecke?

Nein, es gibt Kurzstrecken für Familien, dann Strecken über sechs, zwölf und 18 Kilometer, und für die Profis haben wir noch die Marathondistanz von 42 Kilometern. Das sind mehrere Runden. Die laufen aber nur etwa ein Prozent der Teilnehmer.

Was sind dieses Mal besondere Herausforderungen?

Wir haben eine zehn Meter hohe Rutsche, wo man wie bei einer Skischanze runtergeschossen wird. Und es gibt eine Falltür, durch die man aus vier Meter Höhe ohne Kontrolle ins Wasser fällt. Und überhaupt: Das Wasser ist ein bisschen kalt, es gibt viel Schlamm – da muss man sich gegenseitig helfen.

Es ist also kein Wettbewerb?

Nein, wir haben keine Zeitmessung. Es geht darum, zusammen ins Ziel zu kommen. Auch wenn man allein mitmacht, ist die Atmosphäre so, dass Leute sich gegenseitig helfen, selbst wenn sie sich nicht kennen. Außerdem gibt es auf der Strecke keine Ablenkung durch Smartphones. Das ist schon eine tolle Energie-Stimmung.

Man lernt Leute kennen, die genauso im Schlamm stecken wie man selber?

Genau. Ich habe Freundinnen, die fragen immer, wann wieder Mud Masters ist, weil sie dort immer so nette Kerle kennenlernen.

Wie sind Sie denn auf die Idee zu Mud Masters gekommen?

Ich war beim niederländischen Militär, da haben wir im Training mit Einheiten aus anderen Ländern auch immer Hindernisläufe gemacht. Freunde zuhause, die nicht beim Militär waren, wollten immer wieder wissen, wie so ein Hindernislauf denn ist. Dann habe ich irgendwann einen aufgebaut, ein Bierzelt daneben, und wir hatten eine Menge Spaß.

Sie haben den Spaß zum Beruf gemacht.

Ja, wir sind ein Team von fünf Leuten, das den Mud Masters in Amsterdam und in Weeze ausrichtet. Zusätzlich organisieren wir noch ein, zwei andere Veranstaltungen im Jahr. Beim Event selbst sind etwa 250 Leute im Einsatz.

Zehn neue Hindernisse

Und wie kamen Sie nach Weeze?

Das ist eine schöne Geschichte. Wir bekamen eine E-Mail vom Flughafen Weeze. Die hatten gesehen, was wir 2012 in Amsterdam auf die Beine gestellt haben und fragten, ob wir uns den Flughafen Weeze nicht mal anschauen wollten. Erst waren wir skeptisch – wir waren ja gerade erst in den Niederlanden gestartet und hatten alle Hände voll zu tun. Aber dann haben wir uns den Airport Weeze angeschaut und waren begeistert. 2014 haben wir mit über 5000 Läufern angefangen, beim letzten Mal waren es 25.000.

Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Ich vermute, die sozialen Medien haben einen großen Anteil daran. Man kann heute sehr einfach Bilder teilen, und beim Mud Masters entstehen nun mal tolle Bilder, auf denen man cool aussieht. Das spornt Betrachter dazu an, ebenfalls mal mitzumachen.

In Deutschland muss man ja für alle Eventualitäten gerüstet sein…

Ja, deshalb arbeiten wir sehr gut mit dem Kreis, der Gemeinde und anderen Partnern wie dem Roten Kreuz und der DLRG zusammen. Man kann ja ein Risiko nie ausschließen, ob auf dem Fußballplatz oder bei Mud Masters. Wenn jemandem etwas passiert, gibt es ein hochprofessionelles Sicherheitsteam im Hintergrund.

https://mudmasters.de/

Kann eigentlich jeder mitlaufen?

Die Kurzstrecke können ganz viele laufen. Wer drei, vier Kilometer joggen kann, schafft das auch. Außerdem gibt es ganz viel Ablenkung durch die anderen Leute, durch Hindernisse und Musik. Das ist wie eine spannende Tatort-Folge – die ist schon vorbei, wenn man gerade angefangen hat zu gucken.

Was machen Sie eigentlich im Winter, wenn keine Mud Masters stattfinden?

Wir bemühen uns, nach jeder Veranstaltung die Abläufe und Hindernisse zu verbessern. Im Winter probieren wir zum Beispiel neue Hindernisse aus. Da haben wir sehr viel Spaß!

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