Gewalt

Rund 15 Prozent mehr Gewalttaten gegen Lehrkräfte in NRW

Die Gewalttaten gegen Lehrkräfte in NRW sind 2018 gestiegen.

Die Gewalttaten gegen Lehrkräfte in NRW sind 2018 gestiegen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Essen.  2018 wurden 500 Lehrkräfte in NRW Opfer körperlicher oder psychischer Gewalt. Das Schulministerium will mit einem Aktionsplan gegensteuern.

Erpressung, Sexualdelikte, Körperverletzung: Immer mehr Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen werden Opfer von körperlicher und psychischer Gewalt. Erst vor wenigen Tagen sorgte ein Fall in Duisburg für Aufsehen: Ein 14-Jähriger verletzte den kommissarischen Leiter einer Duisburger Hauptschule so schwer, dass dieser im Krankenhaus behandelt werden musste.

500 Lehrkräfte wurden 2018 Opfer von Gewalt

Ein Blick in die Kriminalitätsstatistik des Landeskriminalamts (LKA) zeigt, dass diese Attacke auf eine Respektsperson kein Einzelfall ist. 2018 wurden in NRW 435 Fälle registriert, bei denen 500 Lehrkräfte Opfer von Gewalt wurden. Darunter sind 263 Körperverletzungsdelikte. Damit stieg die Fallzahl im Vergleich zu 2016 um rund 15 Prozent. Hier wurden 419 Opfer bei 381 Fällen registriert. Bei welcher Schulform es besonders häufig zu Gewalt gegen Respektspersonen kommt, konnte das LKA nicht beantworten: „Diese Information wird nicht gespeichert“, heißt es.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) gab 2018 eine Umfrage in Auftrag, für die bundesweit 1200 Schulleiter zum Thema „Gewalt gegen Lehrkräfte“ befragt wurden. Jede vierte Schulleitung (26 Prozent) gab dabei an, dass es Fälle von körperlicher Gewalt gegen Lehrkräfte an ihrer Schulen gab. Die Anzahl von psychischen Gewalttaten läge deutlich höher: Fast die Hälfte der Schulleitungen (48 Prozent) berichtet davon.

Körperliche Gewalt gegen Lehrer häufig an Grundschulen

Zu den psychischen Gewalttaten gehören neben Beschimpfungen, Bedrohungen und Beleidigungen auch Mobbing und Belästigung. Die Umfrage ergab, dass direkte Beschimpfungen besonders an Haupt-, Real- und Gesamtschulen verbreitet sind. Darüber hinaus seien körperliche Delikte an Grundschulen präsenter als an weiterführenden Schulen.

Im Mai stellte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer einen Aktionsplan gegen Gewalt und Diskriminierung an Schulen vor. Die darin enthaltenen Maßnahmen sollen die Präventionsarbeit der Schulen unterstützen. Dazu gehören etwa 54 zusätzliche Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte und Beratungskräfte.

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