Elektromobilität

Pilotanlage: Schnelle Ladung für Elektroautos in Duisburg

Schnellladepark tankt E-Autos in 10 Minuten voll

Mit Solarzellen auf dem Dach und Strom aus erneuerbaren Quellen können Elektrofahrer nun ihr E-Mobil innerhalb von 10 Minuten laden. Erster deutscher Schnellladepark steht in Duisburg.

Mit Solarzellen auf dem Dach und Strom aus erneuerbaren Quellen können Elektrofahrer nun ihr E-Mobil innerhalb von 10 Minuten laden. Erster deutscher Schnellladepark steht in Duisburg.

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Duisburg.   Am Ikea-Markt geht eine bundesweit einzigartige Strom-Tankstelle in Betrieb. Stadtwerke sind Partner. 16 weitere E-Säulen in Duisburg in 2019.

Nach dem Möbelkauf noch eben die Batterie des Elektro-Autos aufladen – das geht jetzt ganz flott gegenüber der Einfahrt zum Ikea-Markt an der Beecker Straße in Hamborn. Dort hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag den Schnell-Ladepark von Innogy eröffnet. Das bundesweit erste Projekt dieser Größenordnung, bei dem die RWE-Tochter mit den Stadtwerken Duisburg kooperiert, verbindet moderne Ladestationen mit einem Batteriespeicher und einem Solardach.

Die Wahl des Standortes am Kreuz von A59 und A42 ist nicht zufällig – der urbane Ladepark soll den Transitverkehr erreichen und an einem stark frequentierten Einkaufsstandort künftig auch Stadtbewohnern ohne eigenen Stellplatz mit Lademöglichkeit die Infrastruktur zur Verfügung stellen. „Duisburg ist Logistikzentrum, Industriestandort und Ballungsraum“, so Hildegard Müller, im Innogy-Vorstand für Netz und Infrastruktur zuständig. „Die Stadt lebt vom Verkehrsaufkommen, weil die Lademöglichkeiten begrenzt sind, müssen sie besonders leistungsstark sein.“

Sonnenstrom wird gespeichert

Ein Batteriespeicher in der Anlage verhindert eine übermäßige Beanspruchung der Netzkapazität durch die Schnell-Ladesäulen und erlaubt die Speicherung des Sonnenstroms. „Ökostrom wird vor Ort vom Dach oder aus dem Speicher geladen. Reicht das beides nicht aus, weil es länger bewölkt war, wird Ökostrom zusätzlich aus dem Netz gezogen“, so Müller. Innogy wolle mit dem Projekt die erneuerbaren Energien auf die Straße bringen: „Die Energiewende wird nur mit einer konsequenten Verkehrswende gelingen.“

Obwohl der Besatz an Elektrofahrzeugen noch spärlich ist, zählt die Station bereits zehn Landevorgänge pro Tag, berichtet Dr. Norbert Verweyen. Innogy gehe allerdings davon aus, dass sich ein Infrastruktur-Mix von heimischen, öffentlichen und betrieblichen Ladepunkten entwickeln werde, so der Fachmann für E-Mobilität.

Weitere 16 Säulen an acht Standorten gehen in Betrieb

Am Ausbau der öffentlichen Infrastruktur in Duisburg werden sich auch die Stadtwerke weiter beteiligen. „Sie werden in diesem Jahr weitere 16 Säulen an acht Standorten in Betrieb nehmen“, kündigte OB Sören Link an. „Als lokaler Energieversorger können wir aber nicht allein die Infrastruktur zur Verfügung stellen“, sollen für Stadtwerke-Vorstand Marcus Wittig dem Projekt mit Innogy weitere Kooperationen folgen.

„Duisburg ist an der Spitze der Bewegung“, lobte Ministerpräsident Armin Laschet das Projekt. Der Bau von Ladeparks sei „intelligenter, als die A40 zu sperren“. Über die Frage, ob zunächst die E-Autos oder vorher die Ladeinfrastruktur vorhanden sein müssten, dürfe es keine weitere „Huhn-oder-Ei-Debatte“ geben, warnte Laschet. „Wir brauchen auch dezentrale Speichermöglichkeiten, denn viele Leute haben keine eigene Garage, um ihr Auto dort über Nacht zu laden.“

>>LADESTATIONEN, BATTERIE UND SOLARDACH

Das Projekt kombiniert über ein intelligentes Energiemanagementsystem vier Gleichstrom-Schnellladestationen mit je 150 kW Leistung sowie eine Batteriestation mit 210 kWh Kapazität.

Das 180 Quadratmeter große Solardach liefert 26.000 kWh Ökostrom für rund 200.000 emissionsfreie Fahrkilometer.

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