Untersuchung

Missbrauchs-Vorwurf in Kindergarten - Ministerium greift ein

Gegen die Kita-Leiterin wurde ermittelt, weil sie mehrere Kinder geschlagen haben soll. Auch sexuellen Missbrauch soll es gegeben haben (Symbolbild)

Gegen die Kita-Leiterin wurde ermittelt, weil sie mehrere Kinder geschlagen haben soll. Auch sexuellen Missbrauch soll es gegeben haben (Symbolbild)

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Dülmen/Düsseldorf.  Eine Kita-Leiterin soll Kinder geschlagen und sexuell missbraucht haben. Das Verfahren wurde seinerzeit eingestellt. Jetzt wird erneut ermittelt.

Rund sieben Jahre nach Missbrauchsvorwürfen in einem Kindergarten in Dülmen hat das NRW-Justizministerium die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Düsseldorf übertragen. „Es geht darum, dass eine bislang mit der Sache unbefasste Stelle darauf schaut“, sagte am Samstag zur Begründung ein Sprecher des Justizministeriums.

Am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitgeteilt, bereits im Oktober 2019 die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Münster übernommen zu haben. Es geht um einen Fall aus dem Kreis Coesfeld. In dem ursprünglichen Verfahren, das vor mehr als sieben Jahr in Gang kam, war der Kita-Leiterin vorgeworfen worden, Kinder in mehreren Fällen geschlagen und in zwei Fällen sexuell missbraucht zu haben. Das berichtet die „Dülmener Zeitung“, auch „Bild“ hatte das Thema aufgegriffen. Die Staatsanwaltschaft Münster hatte die Ermittlungen damals noch vor dem Gerichtsprozess eingestellt.

Staatsanwaltschaft: Es geht um schweren sexuellen Missbrauch

Zuletzt hatte es neue Erkenntnisse gegeben, die auf „Angaben eines der mutmaßlich geschädigten Kinder aus dem Jahr 2019 zurückgehen“, heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Wegen der laufenden Ermittlungen zu den Vorwürfen des schweren sexuellen Missbrauchs wollen die Ermittler keine weiteren Details nennen.

In NRW hatten 2019 zwei große Missbrauchsfälle für Schlagzeilen gesorgt. Zuerst war Anfang des Jahres der Fall Lügde mit hundertfachem Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz bekannt geworden. Im Oktober folgte dann ein weiterer Fall mit der Festnahme eines Verdächtigen in Bergisch Gladbach wegen massenhaften Missbrauchs von Kindern durch Mitglieder eines Chat-Netzwerkes. Hier wird jetzt gegen 51 Tatverdächtige in zwölf Bundesländern ermittelt.

In der Politik schlugen beide Fälle hohen Wellen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) machte das Thema zur Chefsache. Der Düsseldorfer Landtag setzte einen Untersuchungsausschuss zum Thema Kindesmissbrauch ein. (mit dpa)

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