Extra 3

Von Zisselmännchen, Chinaböllern und Hundeelend

Das große Hundeelend. Für die Tiere sind die folgenden Tage anstrengend.

Foto: Josef Wronski

Das große Hundeelend. Für die Tiere sind die folgenden Tage anstrengend. Foto: Josef Wronski

Unser Autor hat in grauer Vorzeit auch recht gerne gezündelt und geballert. Jetzt wird er, 50 Jahre später, vom Hausgenossen zur Rede gestellt.

Den ersten Kaffee trinke ich morgens gerne am Fenster, bräsig auf die noch gähnende Straße blickend. Da springt mein kleiner Hund auf den Sessel neben mir und knurrt: „Ballermann und Söhne...“ Wie meinen? „Hörst du nicht? Peng, Bumm, Rumms. Silvester ist erst Sonntag. Ich hab jetzt schon ‘ne Heidenangst.“ „Das sind die Blagen. Die wollen nur sprengen.“ „War das schon immer so?“ Ich versuche witzig zu sein: „Vermutlich seit dem Urknall.“ Mein Hund lacht nicht. Da muss ich wohl ausholen:

Also, wir waren vor 50 Jahren eher schlimmer. Wir Jungs. Allesamt Jünger der KKK, der Knallkörperkultur. Einstiegsdroge waren Zisselmännchen (die ganze Matte), dann die Chinakracher, schließlich Kanonenschläge und Omo-Tonnen mit Unkrautex. Nicht nur Silvester. Wir haben es das ganze Jahr krachen lassen...

Mein Hund runzelt die Stirn. „Auch noch stolz drauf. Du arbeitest doch bei dieser... wie heißt das, wo ihr meinen Fressnapf draufstellt?“ Das heißt Zeitung. „Richtig, schreib da doch mal, dass wir Hunde die Ballerei hassen wie die Staupe.“ „Mach ich, versprochen. Ob’s was nutzt... Ich bin skeptisch.“ Er springt vom Sessel, dreht sich nur noch mal kurz um: „Ich könnt heulen. Ihr Knallköppe gehört doch alle in den großen Zwinger.“ Nun...

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik