Extra 3

Bono! Ein Herz für Duisburg?

Bono, U2-Sänger, kämpft weltweit gegen die Armut - auch gegen seine eigene, indem er hohe Steuern umgeht.

Foto: dpa

Bono, U2-Sänger, kämpft weltweit gegen die Armut - auch gegen seine eigene, indem er hohe Steuern umgeht. Foto: dpa

Der U2-Sänger investierte in ein Duisburger Bürohaus. Vielleicht will er gar keine Steuern sparen, sondern die Welt in seiner Nachbarschaft retten.

Endlich erscheint Duisburg in der Weltpresse mal als Magnet für die Reichen und Mächtigen. Eine schillernde Nachricht überstrahlt das olle Schimanski-Image: Wow, es gibt in der Stadt ein „Silberpalais“. Und der Bürokomplex gehört zu einem Drittel dem Popstar Bono - dem reichsten Musiker der Gegenwart.

Leider währte der Glamour-Faktor nur kurz. Der U2-Frontmann ist einer von vielen Promis, die mit Immobilienkungeleien Steuern „vermeiden“, enthüllten die Panama Papers. Der 57-Jährige, der sich als Chef-Sänger gegen Hunger und Armut verkauft, reagierte laut britischer Presse „erschüttert“, als er von den Geschäften seiner bösen Finanzberater erfuhr.

Apropos Gewinnmaximierung: Vielleicht springt für Duisburg noch was heraus. Wenn Bühnen-Moralist Bono sein Gewissen erleichtern will, kann er nun vor der eigenen Haustür kehren ... rund um sein Silberpalais ein bisschen reale Welt retten! Kinderarmut und Flüchtlingsschicksale gibt es genug. Und was den Show-Effekt angeht, hat sich Duisburg-Marxloh zu einer Top-Location gemausert. Die angebliche No-go-Area ist Lieblingskulisse für alle Dokus über deutsches Elend. Spätestens seitdem sich Angela Merkel hier 2015 als Sozial-Mutti inszenierte.

Und am 20. November tourt Bundespräsident Steinmeier (SPD) ins medienwirksame Marxloh. Wir verzeihen Bono alle Steuertricks, wenn er dort im Chor mit Frank-Walter seinen Welthit neu singt: All I want is DU!

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik