Einsatzkleidung

Gold-gelb statt Blau: Viersens Feuerwehr neu eingekleidet

Die neue Dienstkleidung der Feuerwehr Viersen ist vor allem eines: praktisch. An die neue Farbe dürfte man sich schnell gewöhnen.

Die neue Dienstkleidung der Feuerwehr Viersen ist vor allem eines: praktisch. An die neue Farbe dürfte man sich schnell gewöhnen.

Foto: Feuerwehr Viersen / Stadt Viersen

An Rhein und Ruhr.  Bei immer mehr Feuerwehren hat die blaue Einsatzkleidung ausgedient. Die neue Montur ist sichtbarer und hat auch sonst viele Vorteile.

Kleider machen (Feuerwehr-)Leute: Die Farbe Blau hat zunehmend ausgedient, immer mehr Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen setzen auf gold-gelbe, beziehungsweise sandfarbene Einsatzkleidung. "Die Forschung geht dahin, dass das sicherer ist", sagte Christoph Schöneborn vom Verband der Feuerwehren (VdF) an diesem Freitag (16. Oktober 2020) auf Nachfrage der Redaktion.

Die Feuerwehr Viersen hatte am Donnerstag ihre neue gold-gelbe Kleidung vorgestellt - zunächst für ihre 230 Atemschutzträger, also für ihre Brandbekämpfer. Die Kosten liegen bei insgesamt 326.600 Euro. Die 150 Einsatzkräfte, die vor allem technische Hilfe leisten, sollen folgen. Bürger dürften sich rasch an die neue Optik gewöhnen - zumal auf die neue Montur jetzt auch "Feuerwehr Viersen" aufgestickt ist.

Viersener Feuerwehr hat für neue Kleidung umgebaut

Gerade an Rhein und Ruhr haben schon mehrere Wehren umgestellt: Im Sommer präsentierte zum Beispiel die Xantener Feuerwehr ihre neue Kleidung, Einsatzkräfte in Duisburg tragen schon seit Frühjahr 2018 den neuen Stoff, auch Ratingen setzt auf die neue Montur. In Düsseldorf ist nach Angaben von VdF-Sprecher Schöneborn die zeitnahe Anschaffung solcher Kleidung beabsichtigt. Anders als bei der Polizei, bei der ja auch vor einigen Jahren Gelb als zusätzliche Einsatzfarbe hinzukam, sind bei der Feuerwehr die Kommunen und nicht das Land NRW zuständig.

Die neue Farbe gilt als "sichtbarer" - wenngleich auch die bisherige Kleidung über Reflektionsstreifen verfügt. Wichtig auch: "Man kann auf dem hellen Stoff Verunreinigungen besser erkennen - und dann entfernen", erklärt Frank Schliffke von der Stadt Viersen. Die Stadt hat eine neue, größere Spezialwaschmaschine gleich mit angeschafft sowie eine Maschine zur Imprägnierung. Zudem wurde der Trockenschrank "angepasst"; weshalb alles in allem für die neue Kleidung sogar auf der Wache umgebaut werden musste.

Neue Kleidung kostet pro Satz 1300 Euro

Hose, Jacke (mit zwei Brusttaschen und einer Lampenhalterung), neuartige Einsatzhaube, breitere Hosenträger, erstmals auch eine Rettungs- und Halteschlaufe: Nach Angaben der Stadt Viersen kostet die neue Einsatzkleidung pro Satz rund 1300 Euro. Hinzu kommen 120 Euro für zwei Paar Handschuhe für unterschiedliche Einsatzzwecke. Die Stadt weist auch vielfältige Vorteile hin. Die neue Montur schütze besser gegen Chemikalien und Flammen, sei atmungsaktiver, dank neuer Materialien auch leichter und beweglicher.

Der Aspekt der besseren Reinigungsfähigkeit spielt eine sehr große Rolle - es geht um besseren Arbeitsschutz. Seit mehreren Jahren läuft bundesweit eine Diskussion um ein erhöhtes Krebsrisiko von Feuerwehrleuten, es gibt wissenschaftliche Studien dazu. Die Brandbekämpfer sind bei Einsätzen immer wieder giftigen Stoffen ausgesetzt, die teilweise nicht nur über die Atemwege, sondern auch über die Haut aufgenommen werden können.

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