LANDLEBEN - Menschen an Rhein und Maas

Genussbotschafter für den Niederrhein

Ullrich Langhoff. Chef im Weseler Lippeschlößchen.

Ullrich Langhoff. Chef im Weseler Lippeschlößchen.

Foto: WAZ FotoPool

Am Niederrhein.   Ullrich Langhoff macht sich für die Region stark – Motto: Wir haben das, was andere nicht haben...

Ullrich Langhoff ist ein Hans Dampf in allen kulinarischen Gassen. Erst mal ist er Chef im Restaurant Lippeschlößchen in Wesel – seit 1986. Dann ist er der Bio-Mann, man kann schon fast sagen, das „grüne Gewissen“ der kulinarischen Region, ist seit 2007 Vorsitzender der Genussregion Niederrhein, seit vielen Jahren Dehoga-Kreisvorsitzender, u.a. Vorsitzender des Arbeitskreises Dehoga Bundesverband Umwelt – und nun ist er auch offizieller Genuss-Botschafter des Niederrheins.

Du meine Güte, Herr Langhoff. Das sind nun aber wirklich viele Funktionen.

Ja, natürlich. Aber ich bin überall mit Leidenschaft dabei.

Herzlichen Glückwunsch zum Botschafts-Amt. Gab es da auch eine Ernennungsurkunde?

Danke. Natürlich. In NRW gibt es zwölf Genuss-Botschafter. Vor einer Woche haben wir uns zum ersten Mal getroffen und uns ausgetauscht – im Schlosshotel Lerbach in Bergisch-Gladbach. Und da haben die Leute vom NRW Tourismus uns auch eine Ernennungsurkunde überreicht. Das war schon ein bisschen festlich.

Und wo ist die Urkunde jetzt?

Die hängt natürlich schon an der Wand im Restaurant Lippeschlößchen.

Was hat ein Genuss-Botschafter für Aufgaben?

Er ist der Repräsentant der Region. Er macht auf die kulinarischen Vorzüge und Besonderheiten der Region aufmerksam, er geht auf die Gastronomen zu und ermuntert, regt an, regionale Produkte zu vermarkten, zu verarbeiten, anzubieten.

Das tun Sie auch als Vorsitzender der Genussregion Niederrhein.

Genau. Seit 2007 schon. Vermutlich hat mich deshalb auch diese, ich sage mal, Ernennung, ereilt. Und, ehrlich, wir haben bei unserem ersten Zusammenkommen jetzt viele Dinge erörtert, die für uns am Niederrhein schon lange aktuell sind.

Zum Beispiel?

Nun, am Niederrhein setzen wir ja schon seit vielen Jahren auf die Wiederbelebung der regionalen Küche, auf die Verarbeitung regionaler Produkte und am Nachweis der Herkunft dessen, was wir essen oder anbieten. Unsere Gäste wissen, wo das Fleisch herkommt, das auf dem Teller landet, sie wissen, wo das Gemüse wächst und wo das Ei produziert ist, das sie zum Frühstück verzehren. Unsere Arbeit als und in der Genussregion war und ist repräsentativ für ganz NRW.

Sie sind von Beginn an dabei – das macht doch nun auch ein bisschen stolz, dass die Münsterländer, die Sauerländer, die Eifeler vom Niederrhein lernen?

Wir am Niederrhein haben schon sehr zeitig darüber nachgedacht, wie man die Region nach vorne bringen kann. Wir waren da ein bisschen früher unterwegs als die anderen, wenn es galt, Synergien zu entwickeln, etwa zwischen Vermarktern, Produzenten und den gastromischen Betrieben. Im Lippeschlößchen haben wir, zum Beispiel, jetzt eine ganze Weile ein Senfmenü angeboten – in Kooperation mit der Historischen Senfmühle in Monschau. Da tun sich doch wunderbare Kooperationsmöglichkeiten auf - wir haben in NRW so viele Facetten zu bieten. Und der Niederrhein ist da so etwas wie eine riesengroße Kornkammer, die voller Genüsse und Aktionen steckt.

Wie wichtig ist so etwas wie Kulinarik-Marketing für den Niederrhein?

Sehr wichtig. Ich würde fast sagen: Ohne Kulinarikmarketing läuft nichts. Und ohne Regionalität erst recht nicht. Die Gäste, die Touristen wollen ja gerade das Besondere einer Region entdecken und genießen, sie wollen, etwa, die Grafschafter Weinbergschnecke probieren oder den heimischen Apfelsaft oder eben den Braten vom Bentheimer Schwein.

Was haben sich die Genussbotschafter denn jetzt vorgenommen?

Nun, wir wollen gemeinsam die Genussregion NRW nach vorne bringen. Wir wollen das Besondere, das Genussvolle jeder Region herausarbeiten und ein Label entwickeln. Und wir wollen so etwas wie kulinarische Erkennungszeichen für die Regionen entwickeln, so etwas wie die Siegerländer Rubenstorte.

Wenn Sie jemandem ein kulinarisches Stückchen Niederrhein schenken wollten, was würden Sie auf jeden Fall einpacken?

Einen Bentheimer Bioschinken. Und vielleicht etwas aus der Feldschlösschen-Brauerei – und etwas aus dem Saftladen von van Nahmen.

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