Landwirtschaft

Bauern protestieren gegen neue Umweltauflagen

Unmut auch am Niederrhein: Landwirte der Ortsbauernschaft Stenden-Rahm-Aldekerk aus dem Klever Süd-Kreis stellten grüne Kreuze auf.

Unmut auch am Niederrhein: Landwirte der Ortsbauernschaft Stenden-Rahm-Aldekerk aus dem Klever Süd-Kreis stellten grüne Kreuze auf.

Foto: RLV

Am Niederrhein.  „Das ist Gift für die Berufskollegen“: Die rheinischen Landwirte wollen bei der Agrarministerkonferenz in Mainz gegen neue Auflagen protestieren.

Landwirte fühlen sich durch neue Umwelt- und Klimaauflagen überfordert. Eine Gruppe namens die „Graswurzler“ hat zusammen mit dem Blogger „Bauer Willi“ alias Willi Kremer-Schilling dazu aufgerufen, aus Protest grüne Kreuze auf die Felder zu stellen. Die Aktion ist nicht koordiniert. Am diesem Freitagabend etwa (20. September 2019) stellten 30 Landwirte im Klever Südkreis Kreuze auf ein Feld. Die Kreuze sollen vor einem Höfesterben warnen.

Protest formiert sich auch auf Verbandsebene. Die Rheinischen Bauern (15.000 Mitglieder, 10.000 Betriebe) werden mit einer Abordnung dabei sein, wenn Landwirte in dieser Woche bei der Agrarministerkonferenz in Mainz protestieren. „Das Agrarpaket der Bundesregierung ist Gift für die Berufskollegen und wird über kurz oder lang dazu führen, dass Betriebe aufgeben“, zeigte sich der rheinische Bauernpräsident Bernhard Conzen gegenüber der Redaktion überzeugt.

Weitere Proteste angekündigt

Düngevorgaben für Hanglagen, Ausweitung der Randstreifen, Verbot des bedingten Einsatzes Pflanzenschutzmittel in Schutzgebieten: Einige Auflagen sorgten dafür, dass ganze Flächen aus der landschaftwirtschaftlichen Nutzung genommen werden müssten. „Das kommt einer Enteignung gleich“, klagte der Bauernpräsident. Er monierte, dass das Paket nicht mit den Bauern abgestimmt worden sei – „wir sind es gewohnt, dass man miteinander spricht“. Für den Herbst kündigte Conzen weitere Proteste an.

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