Pandemie

Muttertag: Gibt es trotz Corona Tulpensträuße aus Holland?

Ein Meer von blühenden Tulpen: Doch in diesem Jahr bescherte die Corona-Pandemie dem Blumenhandel Probleme. Zu Muttertag können dennoch Sträuße gekauft werden.

Ein Meer von blühenden Tulpen: Doch in diesem Jahr bescherte die Corona-Pandemie dem Blumenhandel Probleme. Zu Muttertag können dennoch Sträuße gekauft werden.

Foto: dpa

Amsterdam.  Am Sonntag soll Mama einen Blumenstrauß zu Muttertag bekommen. Doch Corona legt der Branche in den Niederlanden weiterhin Steine in den Weg.

Kein Besuch zu Muttertag wegen der Corona-Pandemie und dann möglicherweise nicht einmal ein Blumenstrauß? Doch Familien dürfen aufatmen. Das große Tulpensterben ist zumindest vorbei. Seit in den Supermärkten Klopapier und Nudeln nicht mehr ganz so gefragt sind wie noch vor einigen Wochen, haben die Mitarbeiter dort wieder Zeit, auch die Blumenständer zu bestücken. Doch entspannt hat sich die Lage noch längst nicht.

Noch vor wenigen Wochen gab es Müllberge aus Tulpen, der Absatz war in der Corona-Krise in den Niederlanden und weltweit eingebrochen. In den Auktionshallen der Royal Flora Holland im niederländischen Aalsmeer, einem der größten Handelsplätze für Blumen überhaupt, bestand der Alltag noch vor einigen Wochen daraus, ungewollte Blumen zu vernichten.

Keine Besuch zum Muttertag wegen der Corona-Pandemie?

Nun stellt Sprecher Michel van Schie erleichtert fest: „Die Nachfrage nimmt zu, und auch der Export zieht an. Muttertag spielt dabei eine wichtige Rolle.“ Dass in vielen Ländern Floristen und Gartencenter wieder öffnen, kommt ihnen zugute.

Muttertag, das ist für Blumenhändler wie Ostern für die Hersteller von Schokohasen. Zu keinem anderen Anlass im Jahr werden mehr Blumen verkauft, da ist sich die Branche ziemlich einig. Doch wie schon Ostern fällt auch der Muttertag in diesem Jahr in eine außergewöhnliche Zeit. Zum Schutz vor Corona dürften viele Menschen ihre Mutter diesmal nicht wie sonst persönlich besuchen.

Niederlande: Blumen im Online-Verkauf ergattern

In den Niederlanden sorgte die Pandemie und die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen schon in den vergangenen Wochen für einen Boom im Online-Verkauf. „Leute können selbst keine Besuche machen und lassen dafür einen Strauß besorgen“, erklärt van Schie. Sogar Arbeitgeber schickten in Holland ihren Mitarbeitern Blumen ins Homeoffice – „eine schöne Geste, um zu zeigen, dass man sie schätzt und an sie denkt“.

Lieferdienste wie Fleurop oder Bloom&Wild empfehlen auf ihren Webseiten, angesichts der hohen Nachfrage zum Muttertag frühzeitig zu bestellen. „Was da ist, wird auch gekauft“, berichtet Claudia Brück, Vorstand von Transfair Deutschland. Sie hat insbesondere den Markt der fair gehandelten Rosen im Blick, der in Deutschland rund ein Viertel ausmacht. Doch längst nicht alle Blumen, die eigentlich in den Läden sein sollten, sind auch angekommen.

Blumenumsatz in den Niederlanden um 3,6 Prozent gesunken

In den Niederlanden, wo den Züchtern naturgemäß die langen Flüge zu den Abnehmern erspart bleiben, entspannt sich die Lage: Mittlerweile herrscht wieder Hochbetrieb in den Hallen in Aalsmeer im Südwesten von Amsterdam.

Am Montag vor dem Muttertag am 10. Mai lag der Umsatz von Royal Flora Holland bei rund 32 Millionen Euro – das waren nur 3,6 Prozent weniger als am Montag vor dem Muttertag im vergangenen Jahr. Dabei hatten die Züchter diesmal rund 17 Prozent weniger Blumen angeboten.

Tulpenzüchter Henk van der Slot aus dem niederländischen Lisse bleibt trotz allem optimistisch: „Es hätte schlimmer kommen können“, sagte er dem „Algemeen Dagblad“. Leute würden jetzt mehr Geld für Blumen ausgeben. „Sie können nicht in den Urlaub fahren und haben Geld übrig“. Oder, um es mit Brück zu sagen: „Gerade in Krisenzeiten braucht man Blumen, Schokolade, Honig – Dinge, die das Leben schöner machen.“ (red. mit dpa)

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