Corona-Pandemie

Große Floyd-Demo: Amsterdamer Bürgermeisterin in der Kritik

Demonstranten halten während eines Protestes auf dem Dam ein Plakat mit der Aufschrift "Justice for George Floyd" (Gerechtigkeit für George Floyd) in die Höhe.

Demonstranten halten während eines Protestes auf dem Dam ein Plakat mit der Aufschrift "Justice for George Floyd" (Gerechtigkeit für George Floyd) in die Höhe.

Foto: Sem van der Wal / dpa

Amsterdam.  Wegen massenhafter Verstöße gegen die Corona-Abstandsregeln bei einer George-Floyd-Demo steht die Amsterdamer Bürgermeisterin in der Kritik.

Eine Demonstration mit Tausenden Teilnehmern im Zentrum von Amsterdam hat in den Niederlanden scharfe Kritik wegen massenhaften Verstoßes gegen die Corona-Abstandsregeln auf sich gezogen.

Bei der Anti-Rassismus-Kundgebung als Reaktion auf den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA standen die Teilnehmer am Montag dicht an dicht auf dem Dam, dem zentralen Platz in Amsterdam vor dem Königlichen Palast. Vertreter aller an der niederländischen Regierung beteiligten Parteien kritisierten, die Bilder von dem Gedränge würden ein verheerendes Signal ins Land senden.

Bürgermeisterin von Amsterdam steht unter massiver Kritik

Die grüne Bürgermeisterin von Amsterdam, Femke Halsema, die selbst bei der Demo mit dabei war, sah sich am Dienstag mit massiven Vorwürfen konfrontiert. Sie hatte zugegeben, nicht mit einem solchen Zustrom gerechnet zu haben.

Die Polizei hätte die Kundgebung nur „mit harter Hand“ auflösen können, sagte sie. „Ich fand, dass das nicht zu verantworten war.“ Der Fraktionsvorsitzende der rechtsliberalen Partei von Ministerpräsident Mark Rutte, Klaas Dijkhoff, sagte, dies sei eine sehr schwache Reaktion von Halsema. Sie habe einfach ihren Job nicht gemacht. Die Rechtspopulisten Geert Wilders und Thierry Baudet forderten Halsemas Rücktritt.

Ministerpräsident Rutte hatte in der vergangenen Woche an die deutsche Bevölkerung appelliert, über Pfingsten nur mit einer festen Buchung in die Niederlande zu kommen. Man müsse weiterhin vorsichtig bleiben und die Abstandsregeln einhalten, hatte er gemahnt. (dpa)

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