Freizeit

Niederlande: Das gibt es in der Region Achterhoek zu erleben

Von dem in einem Meter Höhe gelegenen Mini-Kletterparcours am Klimbos Achterhoek in Ruurlo können echte, kleine Kletterfans nicht genug bekommen.

Von dem in einem Meter Höhe gelegenen Mini-Kletterparcours am Klimbos Achterhoek in Ruurlo können echte, kleine Kletterfans nicht genug bekommen.

Foto: Elke Wiegmann

Almen/Laren/Ruurlo.  Im „hintersten Winkel“ der Niederlande gibt’s für Familien viele spannende Erlebnisse zwischen Bäumen, im Labyrinth, in Landgütern und auf Eseln.

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In Sekundenschnelle geht es die Holzsprossen auf die in rund einem Meter Höhe gelegene Plattform am Baum hinauf. Dann wird schnell das dicke Haltetau oberhalb ergriffen, während die kleinen Füße einen sicheren Halt unten auf den zwischen Draht befestigten Holzplatten suchen – schön langsam, ein Schritt nach dem anderen. Geschafft! Die nächste Baum-Plattform ist erreicht – und der nächste wackelige Holz- und Drahtseilakt zwischen den Bäumen im Wald bei Ruurlo wartet.

Hindernis um Hindernis wird mutig von den Drei-, Vier- und Fünfjährigen erklommen – bis am Ende des Mini-Kletterparcours im Klimbos Achterhoek endlich das rasante Hinabgleiten auf der Seilrutsche ansteht. „Juchuhhhh!“, schallt es durch den Wald. Und dann geht’s schnell wieder runter, zurück an den Anfang – und „einmal noch, bitte, bitte“ – das Ganze von vorne, stundenlang...

Pfeilschnelle Seilbahnroute oder freier Fall in ein riesiges Netz

Doch nicht nur kleine oder auch körperlich beeinträchtigte Kinder kommen hier im Kletterwald auf ihre Kosten. Insgesamt sechs Touren für Mutige und Schwindelfreie ab einer Reichhöhe von 1,30 Metern führen zwischen die Bäume und zum Teil in luftige Höhen von bis zu 17 Metern – wahlweise auch auf eine pfeilschnelle Seilbahnroute oder zum freien Fall in ein riesiges Netz.

Bei einem Ausflug – egal, ob Tages- oder Urlaubstrip – in die niederländische Grenzregion Achterhoek – wörtlich: der „hinterste Winkel“ – dürfen sich Familien mit ihren Kindern auf ganz vielseitige Abenteuer sowie auf viel Spaß und Abwechslung freuen. Zusammengestellt wurde das touristische Angebot speziell für Familien jetzt auch auf zwei neuen, deutschsprachigen Internetseiten.

Heckenlabyrinth und Zwergenpfad

Als Ausgangspunkt bietet sich mancherorts einer der sogenannten „Toeristische Overstap Punten“ – gekennzeichnet als TOP entlang der Landstraßen – an. Insgesamt gibt es 33 solcher Ausgangspunkte für besondere und ganz verschiedene Touren durch die Region. Und ganz praktisch: Vor Ort gibt’s viele hilfreiche Informationen gleich dazu.

Auch der Klimbos Achterhoek in Ruurlo liegt an einem TOP: „De Heikamp“. Und hier gibt es – auch jenseits des Kletterwaldes – noch jede Menge mehr zu erleben: Zum Beispiel das nahe gelegene und größte, historische Heckenlabyrinth der Niederlande Doolhof Ruurlo. Und keine Sorgen: Mit Satellitenbild findet nahezu jeder auch wieder hinaus… Auch ein lustiger Zeitvertreib inmitten der Natur des Waldes – besonders für noch ziemlich kleine Kinder – ist der Zwergenpfad mit „Wouter Winzig“ für drei- bis sechsjährige Zipfelmützen-Wanderer (Routenführung mit Büchlein auch in deutscher Sprache erhältlich).

Bett des Hausknechts testen und einen Blumenstrauß zusammenstellen

Spannende und sehr lebendig gestaltete Einblicke in das adelige Leben von einst bieten in der Achterhoek aber auch die zahlreichen Landgüter oder Burgen. Im Huis Verwolde in Laren geht es beispielsweise auf die Spur der Adelsfamilie van der Borch. Im Jahr 1776 wurde das Landgut im Auftrag von Frederik Willem van der Borch, Freiherr von Verwolde errichtet, das bis 1977 von der Adelsfamilie bewohnt wurde. Erwachsene erleben bei einer (auch deutschsprachigen) Führung – oder im Untergeschoss an den interaktiven Stationen – wie das alltägliche, gesellschaftliche, aber auch teils politische Leben der Adligen aussah. Die Einrichtung – von Herren-, Vor-, Gesellschafts-, Ess-, Gäste-, Schlaf-, Ankleide-, Kinder- und Gouvernantenzimmer, über Badezimmer und Servierküche bis zur Bibliothek – besteht aus Stücken, die aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert stammen.

Kinder können sich hier auf das Bett des Hausknechts legen, einen Blumenstrauß zusammenstellen und ihr Monogramm auf Besteck gravieren. In der frei zugänglichen Parkanlage rund um das im neoklassizistischen Stil erbauten Landgutes wartet zudem eine spannende Schnitzeljagd auf die Kleinen. Eine Stärkung gibt es anschließend dann in der historischen Küche, in der sich heute eine Teeschenke befindet – gleich neben dem Souvenirshop.

Rund fünf Kilometer langer Spaziergang durch Wiesen und Felder

Aber auch Familien, die es einfach mal ganz ruhig und gemütlich angehen lassen wollen, finden in der Achterheok ein passendes Freizeitvergnügen: zum Beispiel eine entschleunigende – und doch manchmal ganz schön abenteuerliche – Eselwanderung. Die bietet unter anderem der Minicamping De Vetweide in Almen an. Kinder können hier aber auch mit Dreirädern und Gokarts fahren, im Sandkasten, auf einer Rutsche und in einem Spielwald spielen sowie Hühner, Kaninchen und Schweine bestaunen.

Für die Eselwanderung geht es dann aber zunächst ans Bürsten und Striegeln der Grautiere. Und unterwegs können Kinder ab vier Jahren und bis 40 Kilogramm Gewicht während des rund fünf Kilometer langen Spaziergangs durch Wiesen und Felder entlang des Flusses Berkel – wahlweise mit gut gefüllten, wenn leider auch nicht umweltfreundlichen Picknickkörben – sogar auf dem Rücken der Esel Platz nehmen. Für die Erwachsenen gibt es zuvor eine kleine Einweisung in die Esel-Handhabe. Doch die, versichern die Betreiber, wüssten eigentlich genau, wo sie langgehen müssen.

Notfallbrief mit entsprechenden Kontaktnummern

Falls das ein oder andere, zeitweise etwas störrische Grautier dann aber entgegen aller Versicherungen doch die Orientierung verliert – oder auch die erwachsenen Begleitpersonen, schlimmstenfalls sogar beide – gibt es für unterwegs immer einen Notfallbrief mit entsprechenden Kontaktnummern an die Hand – kein Grund zur Panik also.

Denn ob nun beim Eselwandern oder im Kletterwald – die kleinen und größeren Abenteuer in der Achterhoek können zwar durchaus sehr spannend sein, aber sie sind vor allem eines: sehr familienfreundlich.

Informationen zur Grenzregion Achterhoek

  • Mehr Informationen über die Tourismus- und Grenzregion Achterhoek gibt es auf der deutschsprachigen Internetseite der Stichting Achterhoek Toerisme unter: www.achterhoekferien.de. Spezielle Kinderausflüge finden sich unter: www.kidsgeluk.nl/de. Und für Genießer und Wildliebhaber bietet die Seite www.wildessenachterhoek.de zudem jetzt auch zahlreiche Genuss-Tipps.
  • Mehr über den Klimbos Achterhoek, Hengeloseweg 2, in Ruurlo (Kosten: Junior 15,95 Euro, ab 1,60 Metern Reichhöhe 21,95 Euro, noch bis 3. November geöffnet) – unweit des TOP De Heikamp mit Pfannkuchenhaus, Spielplatz und Zwergenroute (www.heikamp.nl) und des größten, historischen Heckenlabyrinths der Niederlande Doolhof Ruurlo (www.doolhofruurlo.nl) gelegen – gibt es im Internet unter: www.klimbos.nl/de/kletterwaldachterhoek/
  • Das Landgut Huis Verwolde, Jonker Emilelaan 4, in Laren (Eintritt: Kinder ab vier Jahren 5 Euro, Erwachsene 8,50 Euro, noch bis Ende Oktober geöffnet) – mit Führungen und Kinderprogramm – besichtigt werden. Weitere Infos im Netz unter: www.kidsgeluk.nl/de/faciliteiten/ausfluege/huis-verwolde oder unter: www.glk.nl/deutsch/
  • Eine Eselwanderung ist unter anderem am Minicamping De Vetweide, Doorpstraat 7, in Almen möglich. Weitere Infos im Netz unter: www.kidsgeluk.nl/de/faciliteiten/ausfluege/vetweide-ezeltocht/
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