Krankheit

Mäuse übertragen Hantavirus – deutlich mehr Fälle in NRW

Rötelmaus sitzt zwischen Buchenlaub. In NRW werden Hantaviren über die Exkremente dieser Mäuseart übertragen.

Rötelmaus sitzt zwischen Buchenlaub. In NRW werden Hantaviren über die Exkremente dieser Mäuseart übertragen.

Foto: Imago / imago

An Rhein und Ruhr.  107 Hantavirus-Erkrankungen haben die NRW-Gesundheitsbehörden in diesem Jahr bereits registriert. Im Vorjahreszeitraum waren es zwölf gewesen.

Hohes Fieber, grippeähnliche Symptome, Bauchschmerzen, Erbrechen, Kreislaufprobleme, Blut oder Eiweiß im Urin: Eine Hantavirus-Erkrankung kann zu akutem Nierenversagen führen. In Nordrhein-Westfalen wurden seit Jahresbeginn 2019 insgesamt 107 Hantavirus-Erkrankungen gemeldet, im Vorjahreszeitraum waren es nur zwölf gewesen. „Wir haben ein Hanta-Jahr“, sagte Anette Jurke vom Landeszentrum Gesundheit (LZG) auf Nachfrage der Redaktion (13. Juli 2019).

Es gibt Jahre mit mehr und Jahre mit weniger Hantaviren-Erkrankungen, 2019 scheint eines mit mehr zu sein. LZG-Expertin Jurke wies aber daraufhin, dass andere Bundesländer stärker betroffen sein als NRW. Übertragen wird die Krankheit hierzulande durch Rötelmäuse – von denen es auch in manchen Jahren mehr und anderen weniger gibt. Wenn Exkremente infizierter Tiere trocknen und Staub aufgewirbelt wird, können Menschen diesen einatmen (z. b. beim Putzen oder bei der Gartenarbeit) – und sich dann anstecken. „Das ist der klassische Weg“, sagt Jurke. Eine Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch gilt bei den in Deutschland verbreiteten Virustypen als ziemlich unwahrscheinlich.

Krankheit kommt vor allem im ländlichen Raum vor

Hantavirus-Erkrankungen sind in diesem Jahr vor allem wieder im Münsterland registriert worden. aber auch im nicht weit entfernten Kreisen Wesel und Recklinghausen und vereinzelt in Revierstädten wie Oberhausen oder Duisburg. Die Krankheit klingt in der Regel folgenlos ab. Ärzte lindern die Beschwerden, indem sie zum Beispiel etwas gegen das Fieber geben. Todesfälle durch eine Hantavirus-Erkrankung hat es hierzulande laut Jurke lange nicht mehr gegeben.

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