Braunkohleabbau

Hambacher Forst - Polizei entfernt weiter Barrikaden

Die Polizei ist mit Hundertschaften, Räumpanzern und Hubschraubern im Hambacher Forst im Einsatz.

Die Polizei ist mit Hundertschaften, Räumpanzern und Hubschraubern im Hambacher Forst im Einsatz.

Foto: Fabian Strauch / FUNKE Foto Services

Kerpen.  Probleme habe es bei der Räumung des Hambacher Forst am Donnerstag zunächst nicht gegeben, so die Polizei. Weitere Gegenaktionen sind geplant.

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Der großangelegte Polizeieinsatz im Hambacher Forst im Rheinland ist am Donnerstag fortgesetzt worden. "Wir sind wieder mit ähnlich starken Kräften im Wald", sagte ein Aachener Polizeisprecher. Die Polizei schützt Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE, die Barrikaden und Müll aus dem Wald räumen. Am Mittag teilte die Pressestelle der Polizei mit, dass der Einsatz beendet und die Arbeiten von RWE für den Donnerstag beendet seien.

Der Energiekonzern RWE will ab Oktober für den Braunkohleabbau einen großen Teil des Waldes roden. Dagegen gibt es unter dem Stichwort "Hambi bleibt" seit langem große Proteste von Besetzern vor Ort, die sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein richten. Die Aktivisten campen teils schon längere Zeit in Baumhütten. Räumungen der Baumhäuser seien weiterhin nicht geplant, versicherte die Polizei via Twitter.

Auf NRZ-Nachfrage erhoben Waldbesetzer den Vorwurf, dass mehrere kleine Bäume gefällt worden seien. Zudem sei versucht worden, eine Hütte am Boden zu räumen. Laut RWE wurde lediglich eine junge Hainbuche weggeschnitten werden - "in der Dicke einer Wasserflasche", wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. Es sei dabei ausdrücklich nicht um Rodung gegangen, sondern um eine Sicherheitsmaßnahme.

Weitere Gegenaktionen werden angekündigt

Umweltschützer Jan Pütz von der "Aktion Unterholz" kündigte weitere Gegenaktionen an. "Wir werden mit Hunderten Menschen durch bunte kreative Aktionen des zivilen Ungehorsams alles daran setzen, diesen Wald zu schützen", sagte er. Umweltverbände kündigten unter dem Motto "Hände weg vom Hambacher Forst" für Donnerstag, 13. September, eine Mahnwache vor der Staatskanzlei an.

Der Katholikenrat der Region Düren plant am Sonntag, 23. September, eine Prozession durch den Wald. Damit solle ein "friedliches Zeichen für den Fortbestand unserer Erde" gesetzt werden, hatte der Katholikenrat vor kurzem angekündigt. (dpa)

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