1000-Kilometer-Flug

Freiheit beendet: Riesenseeadler Grobi in Ungarn eingefangen

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Riesenseeadler Grobi auf der Hand seiner Halterin Carola Schwossow von der Falknerei Bergisch Land in Remscheid.

Riesenseeadler Grobi auf der Hand seiner Halterin Carola Schwossow von der Falknerei Bergisch Land in Remscheid.

Foto: Tanja Brandt/Falknerei Bergisch Land

Remscheid/Örség.   Nach knapp drei Wochen ist der vermisste Riesenseealder Grobi in Ungarn eingefangen worden. Seine Falknerin will nun so schnell wie möglich hin.

Nach seinem rund 1000 Kilometer weiten Flug von Remscheid nach Ungarn ist der Riesenseeadler Grobi mittlerweile im Zoo von Budapest. Ranger des Nationalparks Örség nahe der österreichischen Grenze, wo der gigantische Vogel am Samstag aufgetaucht war, hatten ihn „eingeholt“ und in den Zoo gebracht worden, sagte Falknerin Carola Schossow am Sonntag auf Anfrage. Sie zeigte sich sehr erleichtert, dass Grobi gesichert werden konnte - und es ihm gut geht.

Die Odyssee des Adlers hatte am 12. April begonnen, als Grobi aus der Falknerei Bergisch Land in Remscheid entflog und nicht mehr zurückkehrte. Carola Schossow vermutete, dass das trotz seiner majestätischen Gestalt eher schreckhafte Tier von Krähen angegriffen worden war und sich davon gemacht hatte. Unterwegs soll Grobi seinen Sender, den er um ein Bein trug, abgebissen haben. Dann verlor sich seine Spur.

Am Mittwoch ein weiteres Lebenszeichen aus Österreich

Am Mittwoch gab es erstmals wieder ein Lebenszeichen von dem Riesenseeadler. Er wurde in Österreich gesichtet, verschwand dann aber erneut. Bis Ranger ihn am Samstag in dem Nationalpark Örség entdeckten und die Falknerin in Remscheid informierten. Zunächst lockten sie den ausgehungerten Grobi mit einer Hühnermahlzeit. Später gelang es, ihn an seinen Lederriemen zu packen und zu sichern.

Für Carola Schossow endete am Samstag eine lange Zeit der sorgenvollen Ungewissheit. Sie zeigte sich sehr erleichtert und glücklich darüber, dass Grobi, den sie anhand von Fotos aus Ungarn erkannt hatte, noch lebe und wohlauf sei, wie sie sagte. Die Falknerin vermutet, dass der sechs Jahre alte Grobi die rund 1000 Kilometer bis Ungarn zumeist im Gleitflug absolvieren konnte, weil die Thermik während der vergangenen Wochen günstig war. Ansonsten wäre der weite Flug selbst für einen gut trainierten Adler mit einer Flügelspannweite von 2,50 Metern sehr kräftezehrend gewesen.

Tierarzt im Zoo von Budapest hat den Vogel untersucht

Ein Tierarzt im Zoo von Budapest hat das seltene Tier den Angaben nach inzwischen untersucht und festgestellt, dass Grobi zwar sehr dünn, aber unversehrt sei. Carola Schossow und ihr Team wollen nun sobald wie möglich nach Ungarn reisen, um ihn nach Hause zu holen. (dpa)

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