Erzieher fordern Anerkennung ihrer Arbeit

An Rhein und Ruhr.   Mehr arme Kinder, kaum Anerkennung für die Erzieher – das sind nur zwei der Missstände, die in der neuen Kita-Studie aufgelistet werden. Weiteres Problem: Bis 2025 drohe bundesweit eine Fachkräftelücke von 300 000 Kita-Beschäftigten, ein Viertel davon dürfte in NRW fehlen, erklärte der Verfasser der Kita-Studie, Prof. Ralf Haderlein. Um die vielen Probleme zu lösen und um die von Fachleuten geforderte Betreuungsrelation von mindestens 1:7,5 für über dreijährige und 1:3 für unter dreijährige Kinder zu erreichen, müssten jedes Jahr acht bis zehn Milliarden Euro zusätzlich ins System fließen, rechnete Haderlein vor.

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Mehr arme Kinder, kaum Anerkennung für die Erzieher – das sind nur zwei der Missstände, die in der neuen Kita-Studie aufgelistet werden. Weiteres Problem: Bis 2025 drohe bundesweit eine Fachkräftelücke von 300 000 Kita-Beschäftigten, ein Viertel davon dürfte in NRW fehlen, erklärte der Verfasser der Kita-Studie, Prof. Ralf Haderlein. Um die vielen Probleme zu lösen und um die von Fachleuten geforderte Betreuungsrelation von mindestens 1:7,5 für über dreijährige und 1:3 für unter dreijährige Kinder zu erreichen, müssten jedes Jahr acht bis zehn Milliarden Euro zusätzlich ins System fließen, rechnete Haderlein vor.

Stefan Behlau, Landes-Chef im Verband Bildung und Erziehung (VBE), sagte, die NRW-Kitas lägen bei der Betreuungsrelation im Bundesvergleich nur „im hinteren Mittelfeld“. Gut ausgestattete Kitas könnten ein „großartiger Integrationsmotor“ sein und viel zu einem guten Start ins Leben beitragen, so Behlau. Leider blieben die Arbeitsbedingungen schlecht, während die Anforderungen an die Erzieher weiter zunähmen.

Die Arbeitsbelastung ist hoch. Zusätzlich vermissen Mitarbeiter und Führungskräfte in Kitas die „Wertschätzung“ ihrer Arbeit. Insbesondere fehle die Anerkennung durch die politischen Entscheidungsträger. Weniger als vier Prozent der befragten Kita-Leitungen empfinden eine starke Wertschätzung durch die Politik. Etwa 80 Prozent nennen diese Unterstützung „mangelhaft“. „Das müsste den politisch Verantwortlichen die Schamesröte ins Gesicht treiben“, wetterte VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. „Die Zukunft der Kinder und unseres Landes wird aufs Spiel gesetzt“.

Zusätzliche Belastung für die Erzieher: Der Anteil der Kinder aus armen Familien steigt ständig. Barbara Nolte, Kita-Leiterin und VBE-Aktive: „Kollegen erzählen mir von Kindern, die gar kein oder kein richtiges Frühstück mitbringen. Manche Eltern können ihren Kleinen keine gute Kleidung kaufen. Viele Kitas lassen daher Frühstück in ihren Räumen zubereiten und veranstalten Flohmärkte für günstige Kleidung.“

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