Winter

Betreten verboten: Dünne Eisflächen können zur Gefahr werden

Die Feuerwehr warnt davor, einen zugefrorenen See oder Teich zu betreten.

Die Feuerwehr warnt davor, einen zugefrorenen See oder Teich zu betreten.

Foto: Fabian Strauch/ Funke Foto Services

Essen.   Eisflächen auf Gewässern zu betreten, kann lebensgefährlich sein. Warum dies so gefährlich ist und was zu tun ist, wenn doch jemand einbricht.

Strahlender Sonnenschein und eisige Kälte laden dazu ein, eine Runde auf dem zugefrorenen See zu drehen: Was Kinder und Erwachsene jeden eisigen Winter aufs Neue lockt, kann zur Lebensgefahr werden, denn die Eisschichten auf den Gewässern sind zum Teil gefährlich dünn.

"Es besteht die Gefahr, auf dem Eis einzubrechen. Da das Wasser sehr kalt ist, kann man innerhalb von Minuten untergehen und ertrinken", sagt Oliver Körner von der Dortmunder Feuerwehr. Dadurch, dass der Körper so schnell auskühlt, kann es zu Kreislaufproblemen oder Muskelverspannungen kommen. "Im eiskalten Wasser kann man nur ein paar Minuten überleben", sagt Essens Feuerwehrsprecher Mike Filzen.

Gefahr durch Strömungen unter der Eisschicht

Eisflächen täuschen eine trügerische Sicherheit vor: "Man weiß nicht, wie dick die Eisschicht wirklich ist. Außerdem kann es eine Strömung geben", sagt Körner. Auf allen öffentlich zugänglichen Flächen ist es verboten, die Eisflächen zu betreten. Besonders der Essener Baldeneysee sei tückisch, warnt Filzen. "Der Baldeneysee hat unterschiedliche Wasserstände, Strömungsgeschwindigkeiten und Tiefen."

Immer wieder wagen sich Menschen aufs Eis

Trotz der Gefahren werden Eisflächen immer wieder betreten. "Ich habe schon aus anderen Städten gehört, dass sogar mit Fahrrädern auf Eisflächen gegangen wird", sagt Körner. Auch Filzen hat in den vergangenen Jahren schon erlebt, dass Eltern Kinderwagen mit auf die Eisfläche genommen haben.

Wer die zugefrorenen Gewässer betritt, fordere jedoch nicht nur sein eigenes Schicksal heraus: "Die Kollegen, die sie retten müssen, begeben sich auch in Gefahr", sagt Filzen.

Oberstes Gebot: Retter dürfen sich selbst nicht in Gefahr bringen

Wer sich doch aufs Eis gewagt hat und eingebrochen ist, kann nur auf Hilfe von außen hoffen. "Es ist quasi unmöglich, sich selbst zu befreien", sagt Filzen. Wer sieht, dass jemand etwa in einen See oder Teich eingebrochen ist, sollte sofort den Notruf wählen und eine möglichst genaue Standortbeschreibung abgeben. "Wichtig ist, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen", betont Mike Filzen.

Essens Feuerwehrsprecher rät, nach Rettungsgeräten wie Latten, die als Hilfsmittel zur Rettung häufig etwa an Teichen zu finden sind, Ausschau zu halten. Um den Druck auf die Eisfläche zu verringern und nicht selbst einzubrechen, sollten sich Retter flach auf den Bauch auf das Hilfsmittel legen. "Durch die Verteilung des Eigengewichts auf eine größere Fläche, wird die Gefahr des Einbrechens verringert", sagt Filzen.

Hilfreich könne auch ein langer Ast sein, der dem Eingebrochenen angereicht werden könne, um ihn daran herauszuziehen.

"Wer sich jedoch nicht sicher ist, wie all diese Hilfsmittel genutzt werden, sollte sich selbst nicht in Gefahr bringen", sagt Filzen.

Die Eisregeln der DLRG

Eisrettung: Feuerwehr trainiert für den Ernstfall

Zugefrorene Gewässer können lebensgefährlich werden, wie die Feuerwehr Bochum bereits beim Rettungstraining im vergangenen Winter demonstrierte.
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Wer dennoch ein kleines, möglichst nicht zu tiefes, zugefrorenes Gewässer findet und unbedingt aufs Eis will, sollte die folgenden Regeln des DLRG beherzigen:

1. Nicht gleich an den ersten kalten Tagen aufs Eis gehen!

2. Anderen helfen, wenn sie Hilfe brauchen, zum Beispiel mit einem Eisretter wie am Toeppersee oder einem langen, stabilen Ast oder einem Fahrrad oder Schlitten.

3. Auf Warnungen im Radio und in der Zeitung achten.

4. Sich flach aufs Eis legen und sich vorsichtig auf dem gleichen Weg zurück Richtung Ufer bewegen, wenn man droht einzubrechen.

5. Einen See erst betreten, wenn das Eis 15 Zentimeter dick ist (aktuell sind es etwas fünf Zentimeter am Toeppersee). Ein fließendes Gewässer erst, wenn das Eis 20 Zentimeter dick ist.

6. Das Eis sofort verlassen, wenn es knistert und knackt!

7. Nie alleine aufs Eis gehen!

8. Nie um Hilfe rufen, wenn man nicht wirklich in Gefahr ist, aber anderen helfen, wenn sie Hilfe brauchen.

9. Um das Gewicht zu verteilen, andere mit einem Brett, einer Leiter oder einem umgedrehten Schlitten sowie einem Eisretter (Toeppersee) retten.

10. Den Geretteten mit Decken und trockenen Kleidern wieder aufwärmen.

11. Nach der Rettung einen Notarzt rufen. Eine Unterkühlung kann lebensbedrohlich sein.

12. Sich beim zuständigen Amt erkundigen, ob das Eis schon trägt!

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