Mieten

Wohnen wird für Studenten immer teurer - auch im Revier

Für Studenten wird die Suche nach bezahlbarem Wohnraum immer schwieriger.

Für Studenten wird die Suche nach bezahlbarem Wohnraum immer schwieriger.

Foto: Fabian Stratenschulte

Essen.   In vielen Uni-Städten liegt der Quadratmeterpreis über zehn Euro. Die Mieten steigen auch im Ruhrgebiet.

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Eine eigene Bude zu haben – das ist für Studenten oft ein Traum, der schon bald unbezahlbar werden könnte. Wie eine Mietpreis-Auswertung des Vermittlungsportals Immowelt von über 25 000 im vergangenen Jahr inserierten Ein-Zimmer-Wohnungen in 65 deutschen Uni-Städten zeigt, schießen die Mieten für kleine Wohnungen (bis 40 Quadratmeter) gerade in begehrten Metro­polen und klassischen Universitätsstädten durch die Decke.

Die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter liegt in begehrten Hochschul-Städten wie Freiburg (13 Euro), Heidelberg (12,20 Euro), Tübingen (12,20 Euro), Köln (11,90 Euro), Münster (11,50 Euro), Berlin (11 Euro), Bonn (10,70 Euro) oder Aachen (10,30 Euro) längst im zweistelligen Bereich. Legt man den Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes zugrunde, kann die durchschnittliche Gesamtmiete für eine 25-Quadratmeter-Wohnung etwa in Freiburg schnell 400 Euro betragen – das ist mehr als die Hälfte des aktuellen Bafög-Höchstsatzes von 735 Euro.

Besonders in Städten mit chronisch angespanntem Wohnungsmarkt konkurrieren laut Einschätzung der Immowelt-Experten selbst finanzkräftige Studierende mit berufstätigen Singles und Wochenendheimfahrern um kleine Wohnungen. Nicht völlig überraschend ist das mit Abstand teuerste Pflaster für Studenten demnach München. Hier kostet der Quadratmeter knapp 20 Euro Kaltmiete. Für möblierte Apartments werden in der bayrischen Landeshauptstadt sogar über 30 Euro/qm Kaltmiete verlangt. Besonders tief in die Tasche greifen müssen junge Menschen – beziehungsweise ihre Eltern – auch in Ingolstadt (15,20 Euro) und Frankfurt (14,10 Euro).

Doch auch am bislang vergleichsweise moderaten Wohnungsmarkt im Ruhrgebiet geht die Entwicklung hin zu immer teureren Mieten im Ein-Zimmer-Segment nicht mehr vorbei. Studentenwohnungen in Dortmund kosten im Schnitt bereits 8,40 Euro kalt, in Bochum sind es 8,20 Euro. Preisgünstig wohnen Studenten in Gelsenkirchen und Duisburg (siehe Tabelle). „Der Trend zu steigenden Mieten für Studenten hat seit einiger Zeit auch weite Teile des Ruhrgebiets erfasst“, sagte Silke Gottschalk, Geschäftsführerin des Mieterbundes NRW, dieser Zeitung.

Die hohen Mieten in den klassischen Uni-Städten und Metropolen führen nach Beobachtung der Mieterschützer zudem zu einem Nachzieh-Effekt im Umland. Studenten, die in einer teuren Uni-Stadt studieren, weichen zum Wohnen immer öfter in die preiswertere Nachbarschaft aus. Dort steige dann ebenfalls das Mietniveau.

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