Atomversuch

China warnt USA vor einem Militärschlag gegen Nordkorea

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (M.) könnte Berichten zufolge einen weiteren Atomwaffentest starten.

Foto: Kcna / dpa

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (M.) könnte Berichten zufolge einen weiteren Atomwaffentest starten. Foto: Kcna / dpa

Washington/Peking  Die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA halten an. China warnt: Es wurde „eine potenziell gefährliche Atmosphäre“ geschaffen.

Ein Vertreter der US-Regierung hat einen Medienbericht über die Vorbereitung eines Präventivschlages gegen Nordkorea zurückgewiesen. Der Bericht des TV-Senders NBC sei schlicht falsch, hieß es am Donnerstag. Ein anderer Regierungsvertreter sagte, der Beitrag sei „bestenfalls spekulativ“. Das Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Man diskutiere mögliche Szenarien grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit.

NBC hatte unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise berichtet, die USA seien zu einem konventionellen Angriff auf Nordkorea bereit, wenn die Verantwortlichen von einem bevorstehenden neuen Atomwaffentest überzeugt seien.

China warnte Trump vor Militärschlag

In jüngster Vergangenheit sind die Befürchtungen vor einem sechsten Atomwaffentest oder neuen Raketentests der Regierung in Pjöngjang gewachsen. Die USA haben einen Flottenverband in die Region entsandt.

Nordkoreaner zeigen sich unbeeindruckt

US-Präsident Donald Trump hatte einen Flugzeugträger in die Region beordert und getwittert, dass "Nordkorea Ärger suche".
Nordkoreaner zeigen sich unbeeindruckt

Für den Fall einer Militäraktion der USA hat Nordkorea allerdings mit Vergeltung gedroht. Am Sonntag wird US-Vizepräsident Mike Pence in der südkoreanische Hauptstadt Seoul erwartet.

China hatte US-Präsident Donald Trump eindringlich vor einem Militärschlag gegen das abgeschottete kommunistische Land gewarnt. „Wir fordern ein Ende der Provokationen und Drohungen, bevor die Lage nicht mehr zu retten ist“, sagte Chinas Außenminister Wang Yi am Freitag in Peking nach Gesprächen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Marc Ayrault. Wer Probleme auf der koreanischen Halbinsel mache, werde die Verantwortung übernehmen müssen. Der Konflikt habe „eine potenziell gefährliche Atmosphäre“ geschaffen, die höchste Aufmerksamkeit erfordere.

In einer Twitter-Kurznachricht schrieb der US-Präsident am Donnerstag: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass China angemessen mit Nordkorea umgehen wird. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden die Vereinigten Staaten es mit ihren Verbündeten sein.“

Air China setzt Flüge von Peking nach Pjöngjang aus

Die chinesische Fluggesellschaft Air China hat alle Flüge von Peking in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang ausgesetzt. Dies gelte von Freitagabend an, berichtete der staatliche Fernsehsender CCTV auf seiner Internetseite. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Auch eine Quelle für die Information nannte der Sender nicht. Air China war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der letzte Flug zwischen den beiden Städten fand dem Sender zufolge am Freitagabend örtlicher Zeit statt. Es sei ein Rückflug aus Pjöngjang nach Peking gewesen.

Air China flog bislang montags, mittwochs und freitags die nordkoreanische Hauptstadt an. Der im Jahr 2008 aufgenommene Flugverkehr war dem TV-Bericht zufolge mehrfach wegen diverser Probleme unterbrochen worden. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Hinweise auf weiteren Atomwaffentest in Nordkorea

Trotz der Drohgebärden der USA sieht der Nordkorea-Kenner Hartmut Koschyk (CSU) unverändert den Versuch, mit China eine diplomatische Lösung zu finden. Nach seinem Eindruck bestehe der Kern der Absprache zwischen Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping darin, „jetzt bis an die Grenzen des Möglichen zu gehen, um Nordkorea zum Einlenken zu bewegen, und die USA im Gegenzug auf einen militärischen Alleingang verzichten“, sagte Koschyk der Deutschen Presse-Agentur.

„Ich glaube, dass China und die USA zusammenarbeiten, um eine politisch-diplomatische Lösung zu finden, um es überhaupt erst nicht zu einer Eskalation kommen zu lassen“, sagte der Vorsitzende der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe, der regelmäßig Pjöngjang besucht und Gespräche auf hoher Ebene geführt hat.

Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, dass Nordkorea nach mehreren Raketentests einen neuen Atomwaffentest unternehmen könnte – möglicherweise sogar anlässlich des 105. Geburtstags des Staatsgründers Kim Il Sung an diesem Samstag. Das US-Korea-Institut der Johns-Hopkins-Universität berichtete, Satellitenbilder des Testgeländes im Nordosten zeigten anhaltende sowie neue Aktivitäten. (rtr/dpa)


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