US-Wahlkampf

Trump stellt Deutschland auf eine Stufe mit China und Iran

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Angriff von Trump-Anhängern auf Biden-Bus schürt Sorge vor Gewalt

Angriff von Trump-Anhängern auf Biden-Bus schürt Sorge vor Gewalt

Mitten im Wahlkampf-Endspurt hat ein Vorfall mit Unterstützern des US-Präsidenten Donald Trump gegen die Kampagne von Herausforderer Joe Biden in Texas für Entsetzen gesorgt. Laut Biden wurde dabei einer seiner Wahlkampfbusse von Trump-Anhängern in Pick-up-Fahrzeugen bedrängt und zum Anhalten gezwungen.

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Reading, PA.  Wenige Tage vor der US-Wahl sieht Donald Trump seine Gegner überall. Auf einer Wahlkampfveranstaltung kritisiert er auch Deutschland.

Bei einem Wahlkampfauftritt vor seinen Anhängerinnen und Anhängern im US-Bundesstaat Pennsylvania am Samstag kritisierte US-Präsident Donald Trump auch Deutschland – und stellte den Nato-Partner auf eine Stufe mit China und dem Iran.

„China will mich loswerden. Der Iran will mich loswerden. Deutschland will mich loswerden“, sagte Trump am Samstag in Reading, Pennsylvania. In den vergangenen vier Jahren stellte Trump seine Außenpolitik unter das Motto „America First“ (Amerika zuerst). Im Zuge dessen verschlechterte sich das deutsch-amerikanische Verhältnis in den letzten vier Jahren.

Deutsche haben schlechte Meinung von den USA unter Trump

Verschlechtert hat sich auch die Meinung der Deutschen über die Vereinigten Staaten. Laut einer Umfrage des Pew Research Center haben nur noch 26 Prozent der Deutschen eine positive Meinung von den USA – der niedrigste Wert seit dem Angriff der USA auf den Irak im Jahr 2003.

Präsident Trump sagte am Donnerstag in Florida, er empfände die schlechten Umfragewerte als Bestätigung für seine Arbeit: „Sie [Deutschland, Anm. d. A.] mögen Barack Obama. Und das sollten sie auch, denn Deutschlands Nato-Zahlungen sind überfällig. Sie zahlen gerade mal die Hälfte, und sie sind sehr reich. Sie könnten tun, was ihnen gefällt.“

US-Verteidigungsminister widerspricht Trump

Auch die Ankündigung vom Sommer, 12.000 US-Soldatinnen und -Soldaten aus Deutschland abzuziehen, begründete Trump mit den „ausstehenden Nato-Zahlungen“: „Ich habe ihnen gesagt, wenn sie nicht zahlen, werde ich anfangen, unsere Truppen abzuziehen.“ Umgesetzt wurde Trumps Ankündigung allerdings noch nicht, bisher wurden keine Truppen abgezogen.

Der US-amerikanische Verteidigungsminister Mark Esper präzisierte die Pläne des Präsidenten. Nur etwa die Hälfte der in Deutschland stationierten Soldatinnen und Soldaten werde zurück in die USA gebracht. 5600 Einheiten würden im Zuge eines langfristigen Plans des Pentagons in andere Nato-Partnerländer, wie etwa Belgien, Italien und Spanien verlegt. Auf Trumps Aussage zu Deutschland ging Esper nicht ein.

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