Bildung

SPD fordert Rückkehr zu G9 an allen Gymnasien in NRW

In NRW sollen die Gymnasien grundsätzlich zum neunjährigen Abitur zurückkehren. Schulkonferenzen können nach den Sommerferien aber einmalig entscheiden, dass sie beim „Turbo-Abitur“ verbleiben.

Foto: Lars Heidrich

In NRW sollen die Gymnasien grundsätzlich zum neunjährigen Abitur zurückkehren. Schulkonferenzen können nach den Sommerferien aber einmalig entscheiden, dass sie beim „Turbo-Abitur“ verbleiben. Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.   Die Opposition wirft der NRW-Regierung vor, ihre G8-Reform verunsichere Eltern. Weitere Forderungen nehmen den Lehrermangel in den Blick.

Die SPD-Fraktion im Landtag fordert eine konsequente Rückkehr aller Gymnasien in Nordrhein-Westfalen zum neunjährigen Gymnasium (G9) und schließt sich damit einer Forderung von mehreren Lehrergewerkschaften, Kommunal- und Elternverbänden an.

Noch immer ist unklar, welche Gymnasien im Land zu G9 zurückkehren oder die Option für einen Verbleib im G8-System nutzen werden. Dies verunsichere viele Eltern. „Wir vermeiden diese Unruhe, wenn wir G9 an allen Gymnasien einführen“, sagte SPD-Schulexperte Jochen Ott.

In einem Antrag der Fraktion wird außerdem eine Übergangsregelung gefordert, die es nach dem Start der Reform zum Schuljahr 2019/20 auch Schülern der Klassen 7, 8 und 9 ermöglichen soll, in den neunjährigen Bildungsgang zu wechseln. Dies ist nach den Plänen der Landesregierung nicht vorgesehen.

Rückendeckung für ihre Forderung nach einer Rückkehr sämtlicher NRW-Gymnasien zur längeren Schulzeit erhält die SPD vom Verband Bildung und Erziehung (VBE). „Wir sind für eine klare Rückkehr zu G9“, sagte Landesvorsitzender Stefan Behlau. „Eine konsequente Wiedereinführung bedeutet mehr Chancengleichheit im Land“, so Behlau weiter. Zudem gewährleiste dies die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen.

Reform der Oberstufe angemahnt

Die SPD empfiehlt auch eine Reform der Oberstufe. Schüler sollen dort die Chance erhalten, Betriebspraktika oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absolvieren oder in einem anderen europäischen Land zur Schule zu gehen. Das Absolvieren des Gymnasiums nach acht Jahren soll nach der Oberstufen-Reform möglich bleiben.

Um junge Menschen zu motivieren, in den Lehrerberuf einzusteigen und Grundschüler zu unterrichten, fordert die SPD eine Angleichung der Besoldung von verbeamteten Lehrern in NRW. Lehrer aller Schulformen sollten beim Berufseinstieg nach Besoldungsstufe A13 bezahlt werden, fordert die SPD. Grundschullehrer verdienten trotz gleich langer Ausbildung rund 500 Euro weniger als ihre Kollegen in der Sekundarstufe 1.

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