GroKo

Großer Andrang: SPD fährt Sonderschichten für Neu-Mitglieder

Die SPD verzeichnet zurzeit einen rasanten Mitgliederzuwachs. Hintergrund ist die geplante Basisabstimmung zur GroKo.

Die SPD verzeichnet zurzeit einen rasanten Mitgliederzuwachs. Hintergrund ist die geplante Basisabstimmung zur GroKo.

Dortmund/Düsseldorf.   Das Thema GroKo elektrisiert die SPD. Tausende Bürger wollen in die Partei eintreten. Das ist auch organisatorisch eine Kraftanstrengung.

Die SPD mobilisiert vor der geplanten Basis-Befragung zur Großen Koalition alle Kräfte, um die vielen Mitgliedsanträge abarbeiten zu können. In der Partei-Service-Stelle in Dortmund und in der Düsseldorfer Parteizentrale schoben am Samstag und Sonntag Dutzende Mitarbeiter freiwillig Sonderschichten, damit die vielen Neuen auch an der Mitgliederbefragung teilnehmen können. Nur wer bis Dienstag registriertes Mitglied ist, darf über den Koalitionsvertrag mit der Union abstimmen. Die SPD hat derzeit gut 440.000 Mitglieder, die Befragung könnte rund drei Wochen dauern.

„Der Januar war einer der bisher eintrittsreichsten Monate in der Geschichte der SPD“, sagte ein NRW-Parteisprecher der WAZ. Die SPD-Zentrale in Berlin hat die Landesverbände aufgefordert, keine aktuellen Zahlen zu Neueintritten mehr zu veröffentlichen. Vieles deutet aber darauf hin, dass seit dem SPD-Bundesparteitag am 21. Januar bis zu 5000 Mitgliedsanträge bei der NRW-SPD eingegangen sind, bundesweit dürften es deutlich mehr als 15 000 sein. Am vorigen Mittwoch meldete allein die NRW-SPD 3600 Online-Eintrittsgesuche seit dem Parteitag. Hinzu kommen eine ungenannte Zahl von Anträgen, die in Papierform eingegangen sind.

Jusos werben für den Eintritt

In anderen Bundesländern ist der Zuwachs ebenfalls deutlich. In Niedersachsen sollen seit dem Parteitag mehr als 1100 Bürger den Antrag angeklickt haben, in Bayern rund 2500, in Baden-Württemberg mehr als 1000, in Sachsen etwa 600. Der Sprecher der NRW-SPD erklärte, dass zuletzt zahlreiche Altmitglieder ihre Anschriften aktualisiert haben, um auf jeden Fall die Wahlunterlagen per Post zu bekommen. Diejenigen, die in der vergangenen Woche einen Antrag auf Mitgliedschaft stellten, hätten eine gute Chance, fristgerecht bis zum 6. Februar„ins System eingepflegt“ zu werden.

Der Zustrom in die Partei setzt alte Gewohnheiten außer Kraft. Bisher ist es üblich, Menschen, die Mitglied werden möchten, zunächst in persönlichen Kontakt mit den SPD-Ortsvereinen zu bringen. Angesichts der aktuellen Eintrittswelle sei dies aber kaum möglich, sagte ein Sprecher aus dem Willy-Brandt-Haus. Beobachter gehen davon aus, dass eine Mehrheit der Neumitglieder gegen die Neuauflage der GroKo stimmt. Die Parteijugend (Jusos) hatte dafür geworben, in die SPD einzutreten, um eine solche Koalition noch zu verhindern.

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