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So will NRW marode Sportstätten aufpolieren

Ab dem kommenden Jahr sollen die Fördergelder für kaputte und in die Jahre gekommene Sportplätze und Hallen fließen.

Ab dem kommenden Jahr sollen die Fördergelder für kaputte und in die Jahre gekommene Sportplätze und Hallen fließen.

Foto: Dirk Maximowitz

Düsseldorf.   Erstmals legt das Land NRW ein Förderprogramm in Höhe von 300 Millionen Euro auf, um Sportstätten zu sanieren. Der Landessportbund begrüßt das.

An vielen Sporthallen bröselt die Fassade oder es regnet durchs Dach, und so manche Sportplatz-Tribüne ist alles andere als barrierefrei. Weil der Sanierungsstau bei den Sportstätten in NRW so groß ist, legt die Landesregierung dafür ab 2019 erstmals ein Förderprogramm auf: 300 Millionen Euro stehen insgesamt bis zum Jahr 2022 zur Verfügung.

„Echtes Geld aus dem Landeshaushalt, keine Kredite, die zurückgezahlt werden müssten“, wie Sport-Staatssekretärin Andrea Milz (CDU) am Dienstag versicherte. In den Genuss dieser Landeshilfe sollen Amateursportvereine und Sportverbände kommen. Über die Details, wie und an welche Bewerber das Geld fließen soll, ist aber noch nicht entschieden.

Ähnliche Hilfsprogramme in Niedersachsen und Hessen

„Moderne Sportstätte 2022“ heißt das Programm, das Förderungen ähnelt, die Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen schon auf den Weg gebracht haben. In NRW gab es ein solches Hilfspaket speziell für vereinseigene Sportstätten bisher nicht. „Wir wollen, dass die Vereine das Signal empfangen, dass wir an sie denken. Das Programm lindert viele ihrer Sorgen und Nöte“, sagte Milz nach dem Beschluss des Landeskabinetts.

Die 300 Millionen Euro sollen für die Modernisierung und Instandsetzung, in die energetische Sanierung oder in den barrierefreien Ausbau von Sportstätten bereit stehen. Bedingung: Die Vereine, die sich dafür interessieren, müssen Mitglied in einem Stadt-, Kreis- oder im Landessportbund sein.

Der Sanierungsstau bei den Sportanlagen ist allerdings noch weit höher als die neue Landesförderung. Bundesweit sollen es etwa neun Milliarden Euro sein, die investiert werden müssten. In NRW sind es mehr als zwei Milliarden Euro. Andrea Milz stellte Dienstag klar, dass das neue Programm die bisherigen Unterstützungsangebote nicht ersetze, sondern obendrauf gepackt werde. Die kommunale Sportpauschale, das Bürgschaftsprogramm für Sportstätten und das Programm „Gute Schule 2020“, von dem Schul-Sportanlagen profitieren könnten, blieben bestehen und erreichten in der Summe 550 Millionen Euro.

Der Landessportbund (LSB) begrüßte das Förderprogramm. „Dieser Beschluss ist ein großartiger Moment für unsere Sportvereine, die so viel für die Gesellschaft leisten. Sie brauchen zeitgemäße Sportstätten und sind dafür auf öffentliche Förderung angewiesen“, sagte LSB-Präsident Walter Schneeloch. Der Sportfunktionär wertete das Förderprogramm als einen Beleg dafür, „dass unter Ministerpräsident Laschet der Vereinssport im Land eine hohe Wertschätzung genießt“.

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