Sicherheit

Selbstmordattentäter planten in Düsseldorf ein Massaker

Die im Sommer 2016 aufgeflogene IS-Terrorzelle hatte ihre Anschlagspläne in der Düsseldorfer Altstadt bereits weiter vorangetrieben als bisher bekannt.

Foto: Maja Hitij/dpa

Die im Sommer 2016 aufgeflogene IS-Terrorzelle hatte ihre Anschlagspläne in der Düsseldorfer Altstadt bereits weiter vorangetrieben als bisher bekannt. Foto: Maja Hitij/dpa

Düsseldorf.   Im Sommer 2016 sprengten Ermittler eine mutmaßliche IS-Zelle – jetzt legt der Gerichtsbeschluss grausige Details ihrer Terror-Pläne offen.

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Die Terrorzelle, die im IS-Auftrag offenbar einen Anschlag in der Düsseldorfer Innenstadt verüben wollte und im Sommer 2016 aufflog, hatte anscheinend viel konkretere Pläne als bislang bekannt.

Die Planung der Tat sei „weit fortgeschritten“ gewesen, wie aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) zur Fortdauer der Untersuchungshaft hervorgeht. Mindestens zwei der vier beteiligten Syrer waren demnach „unbedingt dazu entschlossen“ in Düsseldorf so viele Menschen wie möglich zu töten.

Der Syrer Saleh A. (29) war demnach Anführer und „Kopf“ der Terrorzelle. Er soll sich laut BGH die grausamen Details des Anschlags ausgedacht haben: „Zwei Personen sollten sich auf der Bolkerstraße bzw. der Andreasstraße mit Sprengwesten in die Luft sprengen. An den vier Ausgängen der Altstadt im Bereich Flinger Straße, Mühlenstraße, Heinrich-Heine-Allee und Hunsrückenstraße sollten sich je zwei mit Kalaschnikows bewaffnete Mitglieder der ‚Zelle‘ positionieren. Sie sollten möglichst viele flüchtende Menschen erschießen und sich nach der Entleerung ihrer Magazine schließlich ebenfalls selbst in die Luft sprengen. Der Anschlag sollte an einem Freitag oder an einem Samstag verübt werden, weil die Düsseldorfer Altstadt an diesen Tagen regelmäßig besonders belebt ist.“

Der IS gab 2014 den Auftrag für einen Anschlag

Drei der vier Verdächtigen hatten als Angehörige der IS-Terrormiliz Kriegserfahrung in Syrien. Abd Arahman K. hatte 2013 in Syrien für die Terrorvereinigung „Jabhat al-Nusra“ Sprenggürtel und Granaten gebaut. Der Auftrag für den Anschlag war schon 2014 von der IS-Führung in Syrien erteilt worden, ab 2015 waren alle Mitglieder der Terrorzelle in Deutschland. Einer der vier, der Syrer Mahood B. (25) aus Düsseldorf, wurde in Deutschland von Saleh A. für die Tat rekrutiert.

A., der seit 2014 dem IS diente, hatte sich am 1. Februar 2016 in Paris den Behörden offenbart und die Ermittler auf die Spur seiner Komplizen gebracht. Am 2. Juni wurden die anderen drei Männer in Asylunterkünften in NRW, Baden-Württemberg und Brandenburg festgenommen. Saleh A. wurde im Herbst von Frankreich nach Deutschland überstellt. Seine Aussagen über den geplanten Anschlag sieht der BGH inzwischen „weitgehend bestätigt“.

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