Uni Witten/Herdecke

Wittener Wirtschaftsstudenten geben Warenhaus Tipps

Wittens Galeria-Kaufhof-Geschäftsführer Oliver Klein (li.), Prof. Sabine Bohnet-Joschko und Wirtschaftsstudent Georg Weithauer an einer Tablet-Station im Warenhaus an der Bahnhofstraße.

Wittens Galeria-Kaufhof-Geschäftsführer Oliver Klein (li.), Prof. Sabine Bohnet-Joschko und Wirtschaftsstudent Georg Weithauer an einer Tablet-Station im Warenhaus an der Bahnhofstraße.

Foto: Barbara Zabka

Witten.   Wittener Studenten haben Praxiserfahrung bei Galeria Kaufhof sammeln können. Das Warenhaus setzt ihre Verbesserungsvorschläge um.

Studenten können Praxis-Erfahrungen in einem Unternehmen sammeln und der Firma Verbesserungsvorschläge machen. Eine „Win-win-Situation“, von der auch Georg Weithauer profitiert hat. Der 20-Jährige studiert Management an der Uni Witten/Herdecke und hat sich gemeinsam mit anderen Erstsemestern seines Studienfaches damit beschäftigt, wie sich Galeria Kaufhof in der Wittener Innenstadt präsentiert. Die Warenhaus-Filiale wird einige Tipps der Studenten aufgreifen, betont Geschäftsführer Oliver Klein.

Beispiel: Die Angebote des Online-Shops des Warenhauses sollten den Kunden nähergebracht werden, finden Student Weithauer und seine Kommilitonen. Schon seit Sommer 2014 gibt es auf jeder Etage der Wittener Filiale Tablet-Stationen, zehn Stück insgesamt. Hierüber können sich Kunden über das Online-Angebot des Konzerns sowie die Produkte der 96 Galeria-Kaufhof-Filialen bundesweit informieren.


Waren per Tablet unverbindlich bestellen

Die Waren können nicht nur angesehen, sondern auch per Tablet unverbindlich und versandkostenfrei in die Wittener Filiale bestellt werden. „Der Kunde kann sie sich auch nach Hause liefern lassen“, erklärt Klein. Was er durch Befragungen der Studenten erfuhr: Bislang wussten viele Kunden nicht, dass die Tablets von ihnen genutzt werden können. „Sie dachten, es handele sich um Geräte für unsere Mitarbeiter.“ Der Tipp der Wirtschaftsstudenten: An jeder Bestellservice-Station sollte erklärt werden, was man damit machen kann. Oliver Klein: „Das werden wir tun.“

Georg Weithauer hat sich mit Mitstudenten vor allem die Kundengruppe der 18- bis 30-Jährigen angesehen und weiß aus wissenschaftlichen Studien: „75 Prozent dieser Leute kaufen online ein.“ Um die restlichen 25 Prozent müsse sich der Einzelhandel vor Ort bemühen. „Das Angebot an Kleidung ist bei Galeria Kaufhof für diese Altersgruppe gut, es gibt auch ein großes Sportsortiment“, findet Weithauer.

Auch Ostermann und Ardex machen mit

Was sich die Studenten wünschen: In der Haushaltswaren-Abteilung muss es einen Bereich geben, in dem junge Leute, die sich ihre erste Wohnung einrichten, fündig werden. Geschäftsführer Klein will auch diesen Vorschlag verwirklichen. „Wir Studenten hätten nicht gedacht, dass wir mit unserer Arbeit einen solchen Einfluss ausüben können“, freut sich Georg Weithauer.

Die Idee, schon Erstsemester des Wittener Bachelor-Studienganges Management im Rahmen einer „Management-Werkstatt“ an die Praxis heranzuführen, hatte die Wirtschaftsprofessorin Sabine Bohnet-Joschko. Als Kooperationspartner konnte sie hierfür nicht nur Galeria Kaufhof, sondern etwa auch das Möbelunternehmen Ostermann, die Sparkasse, die Firmen Ardex und Dr. Ausbüttel gewinnen.

„Die Studenten haben uns tolle Hinweise gegeben“

Die Arbeitsergebnisse der Studenten für Galeria Kaufhof wurden vor Kurzem an der Uni vorgestellt. Auch über die Altersgruppen der 30- bis 60-Jährigen – Hauptkundschaft des Warenhauses – sowie Käufer der Generation 60plus haben sich die Studenten Gedanken gemacht. „Viele Leute wussten zum Beispiel nicht, dass sie bei uns auch reduzierte Artikel bestellen können, wenn etwa eine andere Konfektionsgröße benötigt wird“, so Oliver Klein. Der auch hörte, dass ältere Kunden Wert auf Sitzgelegenheiten mit Lesestoff legen. Klein: „Diese Plätze haben wir schon, sie werden künftig nur leichter zu finden sein. Die Studenten haben uns tolle Hinweise gegeben.“

>>> INFO: WITTENER PROFESSORIN RUFT WERKSTÄTTEN INS LEBEN

  • Die Wirtschaftswissenschaftlerin Sabine Bohnet-Joschko ist Inhaberin der Professur für Management und Innovation im Gesundheitswesen der Universität Witten/Herdecke. Das von ihr entwickelte Konzept der Wittener „Management-Werkstatt“ soll von Studienbeginn an eine Vernetzung von Theorie und Praxis ermöglichen.

  • Bohnet-Joschko hat an der Uni auch eine „Gründer-Werkstatt“ ins Leben gerufen. In ihr können Studierende der Wirtschaftswissenschaft Ideen für Firmengründungen entwickeln.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik