Einschulung

Was in die Brotdose? Die besten Tricks fürs Schul-Frühstück

Energiekick fürs Gehirn: Für Grundschul-Kinder ist ein zweites Frühstück wichtig!

Energiekick fürs Gehirn: Für Grundschul-Kinder ist ein zweites Frühstück wichtig!

Foto: dpa

Essen.   Bäh, Vollkorn! Aber es gibt Alternativen, um die Schul-Brotdose zu füllen – und viele Tricks und Rezepte für gesunde, schnelle Frühstückssnacks.

Oma erzählt immer: "Das dreuge Hasenbrot aus Vatters Brotdose – das war das Schönste am Abend!" Heute verschmähen einige Kinder schon die frische Stulle beim Schul-Frühstück. Eltern müssen ihren Kindern das wichtige zweite Frühstück schmackhaft machen. Viele Tricks und Rezepte sind simpel. Man muss nur drauf kommen. Aber brauchen Kinder in der Schule überhaupt ein Frühstück, wenn sie zuhause schon gegessen haben?

Ja, dringend! Ernährungsexpertin Gabriele Janthur von der Verbraucherzentrale NRW erklärt: "Kinder verbrauchen in Relation zum Körpergewicht mehr Energie als Erwachsene. Da wird die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen sehr lang." Zwischen 7 und 13 Uhr liegen immerhin sechs anstrengende Stunden.

Wichtig sei, dass der Blutzuckerspiegel langsam ansteigt und lange hält – und nicht wie bei Weißmehl und Zucker (viele Kohlenhydrate, wenige Ballaststoffe) hochschnellt und genauso schnell wieder fällt. Der Kinderkörper braucht konstant Energie. Nur so kann sich ein Kind konzentrieren, reagieren und lernen. Nur so kommt ein Kind nicht völlig kaputt und ausgelaugt nach Hause.

Gemeinsam mit Gabriele Janthur haben wir die besten Praxis-Tipps und Rezepte für einen gesunden Zwischen-Snack zusammengestellt. Hier geht's zu den Rezepten!

Brotdose:

Damit fängt alles an: Die Dose muss cool sein. Das Kind muss sie gerne aus der Tasche holen und vorzeigen. Deshalb sollten sich Eltern überlegen, ob sie die Brotdose wirklich als Überraschung in die Schultüte packen. Das Kind sollte sie lieber selbst aussuchen.

  • Tipp: Die Dose sollte mindestens getrennte zwei Fächer haben. Sonst kleben eklige Krümel am Obst.

Brotsorte:

Es sollte möglichst frisch und saftig sein. Brot aus Weizen oder Dinkel wird schneller trocken als zum Beispiel Roggen. Brot aus Sauerteig ist besonders lange saftig, bei Kindern aber nicht so beliebt. Die Stulle bleibt zwar etwas länger frisch, wenn sie in Folie eingewickelt ist, aber so viel mache das nicht aus, meint Janthur. Den täglichen Müll kann man sich also sparen.

  • Tipp: Ein belegtes Brot nicht einfach zuklappen, sondern mit Schwarzbrot "deckeln" – das mögen erstaunlich viele Kinder.

„Dunkles Brot“ nicht mit Vollkornbrot verwechseln!

Vollkorn bringt mehr Energie und hilft Kindern am besten über den Tag. Aber Achtung: Körnerbrot ist kein Vollkornbrot. Einige Brote sind sogar mit Malz gefärbt, weil dunklerer Teig gesünder wirkt. Oder das Brot wird mit ausgemahlenem Mehl gebacken, dem nachträglich Ballaststoffe zugesetzt werden. Es kommt aber auf das Mehl an: Je ausgemahlener es ist, desto weniger steckt drin. Beispiel: "Type 405" ist ausgemahlenes Mehl mit wenig Mineralstoffen, "Type 1050" ist Vollkorn.

  • Tipp: Echtes Vollkornbrot gibt's nicht überall. Fragen Sie beim Bäcker nach der Zutatenliste – die Verkäufer wissen es oft selbst nicht genau.

Mein Kind mag kein Vollkornbrot!

Sicher? Vielleicht liegt es am falschen Belag. Oder an Gewohnheiten dern Eltern. Aber wenn Vollkornbrot komplett verschmäht wird, bringt es natürlich nichts: Der beste Belag ist nutzlos, wenn das Brot nicht gegessen wird. Alternatives Weißbrot, helles Brot oder Brötchen liefern zwar nicht viel Energie und treiben den Blutzuckerspiegel nur kurz hoch. Aber wenn etwas Gemüse drauf ist, muss das in diesem Fall reichen. Es gibt ja zum Brot noch was dazu!

  • Tipp: Es gibt auch Knäckebrot und schwedische Brötchen aus Vollkorn. Das schmeckt oft auch Vollkorn-Hassern. Im selben Supermarkt-Regal stehen inzwischen auch viele Knusper-Snacks. Aber dringend auf die Zutaten achten! Brot-Chips (stehen meist im Salzstangen-Regal) sollte man wegen des hohen Fett- und Salzgehalts meiden, warnt Janthur.

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Was soll denn aufs Brot?

Ernährungsexpertin Janthur plädiert für Käse statt Wurst. Vor allem Salami sei reich an "bösen" Fetten. Vor allem Frischkäse ist praktisch: Es hält das Brot saftig und lässt sich gut mit Kräutern oder Gemüse belegen, ohne dass es auseinanderfällt. Dagegen hilft aber auch ein quer durchgesteckter Zahnstocher oder eine schmale Papier-Banderole. Janthurs Favorit sind selbstgemachte Brotaufstriche wie Hummus oder Möhrenbutter (Rezepte gibt's hier!).

  • Tipp: cremiges Mandel- oder Nussmus (keine Nussnougat-Creme!) belegt mit Banane. Die sind manchmal aber sehr flüssig. Daselbe gilt für Honig.

Nicht jeden Tag das Gleiche...

Jeden Tag das Gleiche wird schnell langweilig. Das macht das Stullenessen schwer. Es muss Abwechselung in die Brotdose! Es gebe aber auch Phasen, in denen Kinder jeden Tag das Gleiche wollen – und plötzlich gar nicht mehr, weiß Janthur. Aber das haben Eltern sicher im Blick.

Brot dicker belegen, bevor es gar nicht gegessen wird?

Nein, das ist zu fett, meint Janthur. Es sollte lieber ansprechend und bunt belegt werden als dick mit drei Scheiben Käse übereinander. Scheiben von Gurken, Tomaten, Radieschen, Salat, Paprika machen die Knifte saftiger – je nach Geschmack des Kindes halt. Besonders phantasievoll sind Möhrenlocken aus dem Spiralschneider. Falls dafür Zeit ist...

  • Tipp: dünne Avocadoscheiben aufs Brot oder Gouda belegt mit Apfel.

Mal ein belegtes Brötchen vom Bäcker – warum denn nicht?

In der Theorie sei das ok, meint Janthur. Aber sie warnt: Das kann ganz schnell einreißen. Schließlich muss es jeden Morgen schnell gehen. Man muss sich also sehr unter Kontrolle haben. Zudem gewöhne sich der Gaumen an den immer gleichen Geschmack von dick gebutterten Weißbrötchen mit fettem Käse – und das prägt vor allem bei Kindern den Geschmack. Aber natürlich steckt immer wieder was vom Bäcker in der Brotdose...

Und was Gesundes zum Brot dazu?

Kinder lieben Rohkost - sofern ihr Geschmack nicht schon durch falsche Ernährungsgewohnheiten anders geprägt ist. Vor allem süßes Gemüse: Möhre, Paprika, Kohlrabi, Kirschtomate. Aber auch andere mundgerecht geschnittene Gemüsestückchen können mit rein. Dazu hat die Dose ja ein Extrafach. Obst geht natürlich auch immer – sofern es nicht matscht und tropft. Bei Banane, Mango oder Pfirsisch muss man vorsichtig sein. Aber Apfel (zur Not mit Zitronensaft gegen braune Flecken), Weintrauben, Erdbeeren oder Aprikosen gehen immer.

  • Tipp: Auch mal eine Überraschung dazugeben. Über Himbeeren oder Heidelbeeren freut sich jedes Kind.

Gemüse-Spieß – schnell gemacht, spannend gegessen

Warum nicht mal Rohkost oder Obst am Spieß? Nicht nur bei den Zutaten kann man variieren, sondern auch bei der Darreichungsform. Auch kleine Brotspieße kann man machen. Vor allem in Phasen der Totalverweigerung geht's manchmal nicht anders. Zu verspielt darf es allerdings nicht sein. Dazu fehlt morgens die Zeit. Kinder müssen ohnehin verstehen, dass Dinge nun mal gegessen werden müssen – ob nun ein Gesicht auf dem Brot ist oder nicht.

Dippen macht Spaß!

Gut verpackt in einer Extradose sind Dips super! Gerade in der Grundschule geht das gut, wenn alle noch an den Klassentischen frühstücken. Es gibt sogar Brotdosen mit kombiniertem Dip-Fach. Der Dip kann reiner Quark sein, mit Kräutern, einem Schuss Milch, Paprikapulver, sehr kleingeschnittenen Paprikastückchen, geraspelten Gurken, Schafskäse... Aber sobald die Kinder auf dem Schulhof trubeligen essen, sollte das Frühstück "einhändig" werden.

  • Tipp: Dippen lässt sich nicht nur Gemüse, sondern auch Knäckebrot. Und Obst mit Joghurt-Zimt-Dip ist wunderbar

Müsli in der Schule? Geht doch gar nicht.

Warum denn nicht? Für den Energiehaushalt ist Müsli mit Weintrauben oder Beeren perfekt – zum Mixen auf zwei Dosen verteilt oder gleich als saftiges Birchermüsli mit Obst.

Schneller, süßer Energiekick: Trockenobst und Nüsse

Getrocknete Früchte kommen einer Süßigkeit schon sehr nahe, sind für den Körper aber besser zu verwerten und tun dem Blutzuckerspiegel viel Gutes. Das Angebot an getrockneten Datteln, Feigen, Mangos, Kirschen oder Beeren ist riesig. Rosinen gehen natürlich auch immer. Und fast jedes Kind liebt Bananenchips (Achtung, die sind oft gezuckert!). Auch ungesalzene Nüsse, Studentenfutter etc. gehen in jeder Form. Die seien zwar fettreich, erklärt Janthur. Aber gesundes Fett sei wichtig.

  • Tipp: Jeden Tag darf eine ganze Hand voll Nüsse in die Brotdose. Kaum ein Snack ist so einfach und haltbar!

Teuer, aber praktisch: Obst- und Müsliriegel

Eins vorweg: "Müsliriegel" darf man nicht mit zuckrigen "Cerealien-Riegeln" mit Schokoseite verwechseln. Janthur mahnt eindringlich, auf die Zutatenliste zu achten. Ansonsten sind Riegel aus Getreide mit Honig eine gute Alternative. Auch Fruchtschnitten aus Trockenobst eignen sich als Pausensnack. Mag aber nicht jeder. Zudem fällt für wenig Inhalt sehr viel Müll an.

  • Tipp: Müsliriegel lassen sich schnell selbst machen.

Traubenzucker ist gut fürs Gehirn?

Nicht wirklich. Zwar bringt Fruchtzucker schnell Energie in den Körper, aber Zucker ist eben Zucker. Der Energieschub verpufft rasant. "Fruchtzucker-Bonbons haben ein positiveres Image als sie sollten", meint Janthur. Man sollte lieber eine Rosine mehr essen, um die Gier nach Süßem zu befriedigen – denn der Körper kann Fruchtzucker im Verbund mit Faser- und Ballaststoffen besser verarbeiten.

Klar darf auch Süßes rein – wenn's glücklich macht

Süßigkeiten heben die Stimmung. Da darf natürlich auch ein Keks, ein Schokostück oder etwas Kuchen von gestern mit in die Frühstücksdose. Das Pausenbrot ersetzt Süßes natürlich nicht.

Tauschware fürs Sozialklima

Mit Mitschülern zu tauschen ist wichtig und schön. Außerdem hilft es dabei, Teilen zu lernen und sozial zu handeln. Je mehr verschiedene Dinge ein Kind in der Brotdose mitbringt, desto höher wird nicht nur die Lust aufs Essen, sondern auch die Tauschfreude im Klassenzimmer. Aber Vorsicht: Zu viel ist auch nicht gut! Essen muss nicht durch zu viele Hände gehen.

Das Trinken nicht vergessen!

Beim Trinken ist es wie beim Essen: Wenn die Flasche nicht gefällt macht es keinen Spaß. Dabei ist Flüssigkeit extrem wichtig, um genug Sauerstoff ins Gehirn zu liefern. In Grundschulen gibt es verschiedene Modelle, weiß Ernährungsexpertin Janthur: Oft steht die Flasche auf dem Tisch und die Kinder dürfen während der Stunde trinken, manchmal gibt es Wasserspender, manchmal wechseln sich die Eltern ab und kaufen Getränkekisten.

  • Tipp: In Ihrer Grundschule gibt's sowas nicht? Sprechen Sie es bei der Elternvertretung an!
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