Hochschulen

So schneiden NRW-Unis und FHs beim Hochschulranking ab

Erstsemester-Begrüßung am Audimax: Mehr als 43.000 Studenten sind an der Ruhr-Universität Bochum eingeschrieben.

Erstsemester-Begrüßung am Audimax: Mehr als 43.000 Studenten sind an der Ruhr-Universität Bochum eingeschrieben.

Foto: Dietmar Wäsche/FUNKE Foto Services

Essen/Gütersloh.  Das Hochschulranking listet 41 Standorte in NRW. Medizin-Studiengänge an Rhein und Ruhr schneiden unterdurchschnittlich ab – mit einer Ausnahme.

Beim diesjährigen Hochschulranking haben nordrhein-westfälische Hochschulen erneut gut abgeschnitten. Aktualisiert wurden die Bewertungen für 18 Fächer, wie das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am Dienstag in Gütersloh mitteilte. Darunter waren Anglistik und Amerikanistik, Bau- oder Umweltingenieurwesen, Chemie, Energietechnik, Erziehungswissenschaft sowie Medizin, Germanistik, Psychologie und Romanistik.

In NRW wurden die Studienbedingungen an 41 Hochschulstandorten von der Rheinisch-Westfälischen Technische Hochschule (RWTH) in Aachen über die Universitäten Düsseldorf und Paderborn bis zur Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin verglichen.

Ruhr-Uni für „Internationale Ausrichtung“ gelobt

Gut schneiden laut Ranking etwa die zwei Hochschulstandorte in Bochum ab: Die Ruhr-Universität zum Beispiel erzielt bei der Umfrage fächerübergreifend gute Ergebnisse unter anderem in den Kategorien „Unterstützung am Studienanfang“, „Internationale Ausrichtung“ und „Kontakt zur Berufspraxis“. Die Technische Hochschule in Köln kommt hier ebenfalls auf sehr gute Werte in fünf Fächern, darunter Elektro- und Informationstechnik sowie interdisziplinäre Ingenieurswissenschaften.

Eher schlecht hingegen schneidet in Ruhrgebiet und Rheinland das Medizin-Studium ab. An den Universitäten in Bochum, Duisburg/Essen und Düsseldorf sind die Studierenden unterdurchschnittlich zufrieden mit der Studiensituation, alle drei Unis landen beim Ranking in der Schlussgruppe mit Schulnoten zwischen 2,2 und 2,6. Zum Vergleich: Das Medizinstudium an der Universität Münster etwa wird mit einer Gesamtnote von 1,5 bewertet. Und auch die private Uni Witten/Herdecke landet mit einer Gesamtnote von 1,6 und Einserbewertungen im Detail in der Spitzengruppe.

Wirtschaftsstudiengänge im Mittelfeld

Mittelmäßig bewerten Studierende an den Universitäten der Region die Wirtschaftsstudiengänge: Die Wirtschaftswissenschaften erhalten für die Allgemeine Studiensituation an der Ruhr-Uni in Bochum (2,2) und der TU Dortmund (2,3) eine Bewertung im Mittelfeld, auch die Praxis der Studiengänge und der Abschluss des Bachelor-Studiums in angemessener Zeit bekommen einen durchschnittlichen Wert. Das Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Universität Duisburg/Essen mit Standort Essen sowie an der Uni Siegen reiht sich in die Schlussgruppe der Unis im Ranking, die Universitäten in Düsseldorf und die Universität Duisburg/Essen mit Standort Duisburg schneiden durchschnittlich ab. In der Kategorie „Abschluss in angemessener Zeit“ ist die Universität Düsseldorf in der Spitzengruppe platziert, Duisburg und Essen landen im Mittelfeld.

Maschinenbau können Studierende an den Universitäten in Bochum, Dortmund und Duisburg/Essen studieren. Hier landen die Unis aus dem Ruhrgebiet erneut im Mittelfeld. Beim Studiengang Politikwissenschaften in Bochum, Duisburg/Essen und Düsseldorf liegt die Zufriedenheit im Durchschnitt.

Kleine Fachhochschulen schneiden gut ab

Auch die vergleichsweise kleinen Hochschulen in NRW haben laut Umfrage einiges zu bieten: Die Fachhochschule Südwestfalen mit Standorten in Iserlohn und Meschede punktet demnach mit guter Raum- und Laborausstattung sowie IT-Infrastruktur.

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo überzeugt etwa in der Rubrik „Forschungsgelder pro Wissenschaftler“ die befragten Studierenden. Bei der Fachhochschule Bielefeld am Standort Minden werden die allgemeine Studiensituation oder die Verzahnung von Theorie und Praxis gelobt.

Fast 300 Unis und FHs in ganz Deutschland verglichen

Für das Ranking wurden fast 300 Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland verglichen. Rund 150.000 Studierende und 9.000 Professoren gaben ihre Bewertung für fast 40 Fächer ab.

Dabei wurden verschiedene Kriterien abgefragt, etwa gute Betreuung, Studienorganisation und Ausstattung oder Vermittlung von Fachkompetenzen. Auch sollten die Studentinnen und Studenten Auskunft über die Wohnsituation und Verkehrsmittel am jeweiligen Hochschul-Standort geben.

Umfassender Leistungsvergleich

Das 1998 erstmals erhobene Hochschulranking gilt als der umfassendste und detaillierteste Leistungsvergleich bundesweit. Das Hochschulranking des CHE ist am Dienstag im „Studienführer“ der Wochenzeitung „Die Zeit“erschienen. (mit epd)

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