Altersbezüge

Regierung bringt kräftige Rentenerhöhung auf den Weg

Rentner im Düsseldorfer Rheinpark. Die Senioren dürfen sich auf eine kräftige Rentenerhöhung freuen. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Rentner im Düsseldorfer Rheinpark. Die Senioren dürfen sich auf eine kräftige Rentenerhöhung freuen. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Foto: WAZ FotoPool

Berlin.   Die Bundesregierung hat die diesjährige Rentenerhöhung unter Dach und Fach gebracht. Demnach werden die etwa 20 Millionen Rentner vom 1. Juli an mehr Geld erhalten. Die Bezüge der Ruheständler werden im Westen um 2,18 Prozent und im Osten um 2,26 Prozent angehoben.

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Gute Nachrichten für die 20 Millionen Rentner in Deutschland: Sie erwartet ab Juli eine deutliche Rentenerhöhung. Die Bundesregierung in Berlin hat am Mittwoch beschlossen, dass die Altersbezüge im Westen um 2,18 Prozent steigen und im Osten um 2,26 Prozent. Bei 1.000 Euro Rente ergibt dies umgerechnet ein Plus von 22 Euro.

Grund für den Aufschlag sind vor allem die im Boomjahr 2011 gestiegenen Löhne und die gesunkene Arbeitslosigkeit. Dadurch ist die Rentenkasse so voll wie schon lange nicht mehr. In der „eisernen Reserve“ der Rentenkasse lagen Ende Februar noch gut 23 Milliarden Euro - gut fünf Milliarden mehr als im Januar 2011. Und das, obwohl der Rentenbeitrag zum 1. Januar von 19,9 auf 19,6 Prozent gesunken ist. Die Entlastung für Beschäftigte und Arbeitgeber betrug allein in diesem Jahr 2,6 Milliarden Euro.

Das Sozialministerium erklärte, die kräftige Rentensteigerung, die gut gefüllte Rücklage und die Beitragssenkung seien zusammen „Ausweis des stabilen, demografiefesten gesetzlichen Rentensystems“. Zum ersten Juli 2011 hatten sich die Rentner mit einem lediglich kleinen Plus von 0,99 Prozent begnügen müssen.

Kampf gegen Altersarmut

Bundessozialministerin Ursula von der Leyen will bis zur Sommerpause ein Gesetzespaket zur Rentenreform vorlegen. Ziel ist der Kampf gegen Altersarmut.

Geplant ist unter anderem die Einführung einer Zuschussrente. Geringverdiener, die lange gearbeitet und zugleich privat vorgesorgt haben, sollen im Ruhestand nicht auf Hartz-IV angewiesen seien. Die Wirtschaft warnt schon vor einer milliardenschweren Belastung.

Nach Angaben des Arbeitsministeriums sind von den 16,8 Millionen Senioren ab 65 Jahren derzeit rund 400.000 auf Leistungen aus der Grundsicherung im Alter angewiesen. Von der Zuschussrente würden nach Angaben des Ministeriums im Einführungsjahr 2013 rund 50.000 Rentner profitieren. Im Jahr 2030 würden es demnach 1,4 Millionen Menschen sein. Das Ministerium rechnet im ersten Jahr mit Kosten von rund 90 Millionen Euro, die auf rund 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2030 ansteigen würden. (dapd)

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