Konjunkturbericht

NRW-Wirtschaft: Trotz Aufschwung ist die Lage nicht golden

Die Konjunkturentwicklung ist so günstig wie lange nicht mehr: Blick ins Mannesmann-Röhrenwerk in Mülheim. Foto:Ralf Rottmann

Die Konjunkturentwicklung ist so günstig wie lange nicht mehr: Blick ins Mannesmann-Röhrenwerk in Mülheim. Foto:Ralf Rottmann

Düsseldorf.   Die Wirtschaft brummt in NRW, doch hohe Arbeitslosigkeit, geringe Forschungs-Investitionen und Fachkräftemangel trüben die Aussichten.

Die Wirtschaft brummt in NRW, und mit der Konjunktur geht es bergauf: Der jüngste Bericht des Essener Leibniz-Institutes für Wirtschaftsforschung (RWI) ist voller guter Prognosen für den Standort. Hinkte das einwohnerstärkste Bundesland in den vergangenen Jahren dem Wirtschaftswachstum in Deutschland hinterher, so überholt es nun sogar leicht den Bundestrend und kann für 2017 auf eine Steigerung der Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozent hoffen, so das Institut.

Für 2018 gehen die RWI-Experten von einem Plus bei der Wirtschaftsleistung von 2,2 Prozent aus. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Erwartungen von Unternehmern abbildet, erreichte im November ein neues Allzeit-Stimmungshoch, die Arbeitslosigkeit sinkt in NRW seit 2013. „Die Konjunkturentwicklung ist so günstig wie seit Jahren nicht mehr“, freut sich Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Doch ist die Lage nicht ganz so golden, wie sie es auf den ersten Blick zu sein scheint.

Spezielle Probleme in Nordrhein-Westfalen

Denn die RWI-Forscher erkennen drei spezielle Probleme in NRW. Erstens ist die Arbeitslosenquote mit 7,3 Prozent immer noch höher als in den meisten anderen Ländern und im Bund. „Dieses Niveau ist unbefriedigend“, warnte Instituts-Präsident Prof. Christoph M. Schmidt. Auffallend hoch ist mit rund 300.000 auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Die Beschäftigungslage ist in manchen Regionen (Südwestfalen, Münsterland) zwar nahe an der Vollbeschäftigung, in manchen Ruhr­gebietsstädten ist die Arbeitslosenquote aber weiter zweistellig.

Das zweite Problem: Die Privatwirtschaft gibt im Ländervergleich wenig für Forschung und Entwicklung aus. Drittens trifft der Fachkräftemangel das Land hart. Noch immer wandern viele „kluge Köpfe“ in andere Länder ab. Ausgerechnet wirtschaftlich starke Regionen wie Südwestfalen dürften künftig wegen des demografischen Wandels weniger Einwohner und damit weniger potenzielle Fachkräfte haben.

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